Uwes-Leselounge

Auf meinem Blog UWES-LESELOUNGE findet Ihr Bücher aus den Bereichen Jugenbuch, Dystopie, Fantasy, Krimi & Thriller und Horror. Ich freue mich auf euren Besuch :)

Eine interessante Geschichte mit tollen Charakteren und einem fiesen Cliffhanger

Titel: Dark Palace. Zehn Jahre musst du opfern

Autor: Vic James

Übersetzerin: Franca Fritz & Heinrich Koop

Verlag: Fischer FJB

Ausgabe: Hardcover

Seiten: 448

ISBN: 978-3-8414-4010-5

Preis: 18,99 €

 

Quelle des Covers: S. Fischer Verlag

 


 

 

Alle in England lebenden Menschen, die kein Geschick haben, müssen 10 Jahre ihres Lebens als Sklave für den magischen Adel arbeiten. Die Ebenbürtigen, wie sie genannt werden, herrschen, unterdrücken und beuten die Menschen aus, während sie selbst im Luxus leben. 

 

Die Familie Hadley, bestehend aus den Eltern sowie ihren drei Kindern Daisy, Luke und Abi, möchten die sogenannten Sklavenjahre gemeinsam bewältigen und sollen in dieser Zeit ihren Dienst bei der mächtigsten Herrscherfamilie Jardine ableisten.


Aber es kommt anders, als geplant und so verschlägt es Luke in die berüchtigte und gefürchtete Fabrikstadt Millmoor, während seine restliche Familie an den prunkvollen Hof der Jardines gebracht wird.

 

 

Alleine der Gedanke, ich müsste 10 Jahre meines Lebens als Sklave arbeiten, finde ich schrecklich und doch reizte mich diese Thematik, weshalb ich Dark Palace. Zehn Jahre musst du opfern von Vic James unbedingt lesen wollte. 

 

Ebenso die Vorstellung einer Zweiklassengesellschaft, bestehend aus dem normalen Volk auf der einen Seite und den Ebenbürtigen und Reichen auf der anderen Seite, machten die Geschichte für mich interessant. Auch der Aspekt, dass die Sklaven den Ebenbürtigen als Arbeiter dienen müssen, damit diese jegliche körperliche Anstrengungen vermeiden und um sich so ganz aufs Regieren zu fokussieren, fand ich heftig. Das Setting hatte für mich etwas monarchenhaftes mit prunkvollen Bällen und einer High Society Gesellschaft an sich, die mit Intrigen und Machtspielen nur so gespickt ist.

 

Der Einstieg in die Story gestaltete sich jedoch für mich etwas schwierig, da die Autorin recht viele Charaktere einführte und die Handlung aus der Sicht von mehreren Personen erzählt. So verfolgt der Leser die Geschichte aus der Sicht von Abi, Luke, Silyen und Bouda, um nur einige zu nennen. Aber als ich mich damit arrangiert hatte, sorgte es bei mir für zusätzliche Spannung.

 

Als sich die Familie Hadley gemeinsam entschließt, ihre 10 Pflichtjahre als Sklaven in den Dienst der Aristokraten von England zu stellen, ahnen sie noch nicht, dass ihr Plan, eine friedliche Zeit auf dem herrschaftlichen Landsitz der Familie Jardine zu verbringen, zunichte gemacht wird. Denn für ihren Sohn Luke gibt es auf dem Anwesen keine Arbeit und so landet er in der von allen gefürchteten Sklaven- und Fabrikstadt Millmoor. 

 

Millmoor ist dreckig und trostlos, die Luft ist von den selbstproduzierten Abgasen aus den Fabrikschloten verschmutzt und durchsetzt mit Verwesungsgerüchen aus den Fleischfabriken. Der Umgang dort ist rau, brutal und gnadenlos. Die Sklaven müssen auf engstem Raum unter teilweise menschenunwürdigen Umständen zusammenleben. Auch die Verpflegung und die normalsten Dinge, wie Kleidung oder Hygieneartikel, sind knapp bemessen. Luke wird in eine Wohneinheit mit fünf anderen Männern, ohne Möglichkeit auf Privatsphäre, einquartiert und soll seinen Dienst in der Bauteilhalle im Maschinenpark von Montag bis Samstag ableisten. Ich traute Luke zu Beginn nur wenig zu, da er mir recht weich vorkam und ich daher die Befürchtung hatte, dass er an diesen schwierigen Bedingungen zerbrechen könnte. Doch er bewies mir das Gegenteil und dies äußerst glaubwürdig. Unterstützung findet er bei einem etwas schrägen und mir undurchschaubaren jungen Mädchen mit Namen Renie sowie ihren Freunden vom Widerstand. Auch die harte und anstrengende Arbeit "zahlt" sich für ihn aus, denn so wird sein Körper gestählt und durch "Botengänge" für Renie wächst sein Selbstvertrauen.


Ganz anders ist das Leben auf dem Landsitz Kyneston, wo die Eltern von Luke sowie seine beiden Geschwister Daisy (10) und Abi (18) untergebracht wurden. Dieser Ort ist auf den ersten Blick traumhaft schön, gesäumt von Wäldern, saftigen Wiesen und Blumen und der Betrachter ist geneigt zu denken, dass man sich im Paradies wähnt. Doch weit gefehlt, denn schaut man etwas genauer hin, so sieht man, dass die Familie Jardine nicht umsonst die meist gefürchtetsten Herrscher des Landes sind. Das Familienoberhaupt ist machtbesessen und für ihn steht fest, dass nur sein ältester Sohn Gavar der nächste Kanzler werden wird.

 

Ihre Macht beziehen die Ebenbürtigen durch ihr Geschick, einer Art magischen Begabung, die sich in verschiedenen Arten, wie die Kunst der Genesung, der Überzeugungskraft oder der Auffassungsgabe widerspiegelt. Keiner weiß, woher diese Fähigkeiten stammen oder wie sie entstanden sind. Auch zeigen sich diese nur bei wenigen Menschen innerhalb der Gemeinschaft. Diese Idee gefiel mir richtig gut und machte mich noch neugieriger auf die Geschichte. Ebenso sorgten die verschiedenen Sichtweisen der Protagonisten bei mir für zusätzliche Spannung.


Bei Gavar lief es mir eiskalt den Rücken herunter, er ist absolut gefühlskalt und behandelt die Sklaven wie den letzten Dreck, dies auch dank seiner ausgeprägten Kraft an Geschick. So vergreift er sich immer wieder an jungen Sklavinnen, die für sein Dafürhalten, sowieso ihm gehören. Als aus einer dieser "Liebschaften" ein Kind geboren wird, erwachen in ihm zum ersten Mal Gefühle, die ich bei ihm nicht für möglich gehalten hätte. Das Baby ist sein Ein und Alles und ausgerechnet Daisy wird die Aufgabe zu Teil, auf dieses Kind aufzupassen. Hier stellte ich mir die Frage, ob dies gutgehen würde. Denn Daisy ist selbst noch ein Kind und soll plötzlich Verantwortung für ein so kleines Lebewesen übernehmen. Ein gewagtes Unterfangen.


Silyen, der mittlere Bruder, der Familie Jardine, verfügt über ungeheuerliche magische Fähigkeiten und verfolgt ganz eigene Ziele. So faszinierend und sympathisch Silyen zunächst auf einen wirkt, so sprunghaft können seine Gefühle und Reaktionen sein. Bei ihm war ich mir zu keinem Zeitpunkt sicher, was er im Schilde führt, was mich nur umso neugieriger werden ließ.


Einzig der jüngste Sohn, Jenner, der keinerlei Geschick vorweisen kann und in den Augen seines Vaters das schwarze Schaf der Familie darstellt, mochte ich sofort. Seine Aufgabe auf Kyneston ist es, für einen reibungslosen Tagesablauf zu sorgen. Unterstützen soll ihn dabei Abi Hadley. Abi ist, durch die Trennung von Luke, traurig und macht sich Vorwürfe. Ihr Ziel ist es, ihn so schnell wie möglich aus Millmoor herauszuholen. Hilfe verspricht sie sich von eben jenem Jenner sowie ihren großen Talenten zu organisieren und zu delegieren, um ihren Plan Wirklichkeit werden zu lassen. Abi gefiel mir zunächst, da sie auf mich taff wirkte und sagt, was sie denkt und manchmal zu impulsiven Handlungen neigt. Als zwischen den beiden Gefühle entstehen, machte sie für mich eine Wandlung durch, die ich nicht ganz nachvollziehen konnte. Sie wirkte auf mich weicher und unentschlossener und nicht mehr ganz so fokussiert auf ihre Aufgabe.

 

 

Dark Palace. Zehn Jahre musst du opfern (Fischer FJB) von Vic James ist eine bewegende und aufwühlende Geschichte um Unterdrückung und Freiheit. Machtspiele und Intrigen sind allgegenwärtig und dies sorgt für tolle Lesestunden. Das Setting und die Charakter sind toll gezeichnet und der Schreibstil sehr bildhaft. 

 

Mit jeder weiteren gelesenen Seite rätselte ich mehr, die Story wurde immer mitreißender, da sich immer mehr lose Handlungsstränge miteinander verbanden, weshalb ich sehr neugierig war, wie die Autorin das alles auflösen würde. Aber mit diesem Ende habe ich so gar nicht gerechnet. Trotzdem bleiben für mich noch einige Fragen offen und auch der gemeine Cliffhanger sorgt dafür, dass ich am liebsten sofort weiterlesen möchte -  4 von 5 Nosinggläser.

 

 

 

 

 

 

 Gemäß § 2 Nr. 5 TMG kennzeichne ich diese Rezension als Werbung. In meinem Beitrag befindet sich (zu informativen Zwecken) eine Verlinkung zur Webseite des Verlags, in welchem das Buch erschienen ist. Ihr erhaltet somit auch weitere Informationen zum Buch, zum Autor sowie eventuell auch zu weiteren Romanen.

Quelle: http://uwes-leselounge.blogspot.com/2018/11/rezension-dark-palace-zehn-jahre-musst.html

Die Story ist bewegend und lässt den Leser wütend zurück

Titel: Du wolltest es doch

Übersetzerin: Katarina Ganslandt

Verlag: Carlsen

Ausgabe: Hardcover

Seiten: 368

ISBN: 978-3-551-58386-4

Preis: 18,00 €

 

Quelle des Covers: Carlsen Verlag

 


 


Emma ist 18 Jahre alt, sie ist attraktiv und beliebt bei Mädchen wie Jungen. Jede/Jeder möchte mit ihr befreundet sein und sie genießt die ihr entgegen gebrachte Aufmerksamkeit in vollen Zügen und kann gar nicht oft genug im Mittelpunkt stehen.

 

Dabei ist ihr fast jedes Mittel recht, um dieses Ziel zu erreichen. Sei es sich aufreizend anzuziehen, immer einen coolen Spruch auf den Lippen zu haben oder einfach mal die Sau rauszulassen, was ist schon dabei. Als Emma auf einer Party angetrunken und unter Drogeneinfluss gemeinsam mit Paul in einem Zimmer verschwindet und mit ihm schläft, ist ihre Welt am nächsten Tag völlig auf den Kopf gestellt. 


Plötzlich ist sie nicht mehr jedermanns Darling, sondern wird als Schlampe und noch weit schlimmeres beschimpft und gedemütigt. Sie ist selbst schuld, denn sie wollte es ja schließlich auch, oder vielleicht nicht?

 

 

Auf Du wolltest es doch (Carlsen Verlag) von Louise O´Neill war ich sehr neugierig, da es nicht unbedingt ein typisches Buch ist, welches ich normalerweise lese. Zudem interessierten mich die behandelten Themen, wie Feminismus, Vorverurteilung, Schuldzuweisungen und Mobbing. Allerdings habe ich nicht mit dieser Heftigkeit in der Geschichte gerechnet.


Der Einstieg in die Handlung fiel mir zunächst etwas schwer, da die Autorin sehr viele Charaktere auf den ersten Seiten untergebracht hatte. Der Leser lernt neben der attraktiven und nach außen hin selbstbewussten Emma auch ihre besten Freundinnen Jamie, Maggie und Ali kennen. Alle vier gehen gemeinsam auf eine Mädchenschule und unternehmen alles zusammen. Durch Emmas Bedürfnis nach Aufmerksamkeit zeigen sich jedoch schon bald erste Risse im zwischenmenschlichen Bereich der Gruppe.


Emma kam mir wie eine lebensfrohe junge Erwachsene vor, die alles spielend erreicht und von allen angehimmelt wird. Doch in ihrem Inneren sieht es ganz anders aus. Für sie ist es sehr anstrengend jeden Tag diese Rolle zu spielen, immer zu lächeln und auf "Best Friend" zu machen. Zwar schmeichelt es ihrem Ego, von so vielen Menschen geliebt zu werden, aber von einer bestimmten Person, wird ihr diese Liebe nicht entgegen gebracht - von ihrer Mutter. Ein wesentlicher Grund für die fehlende mütterliche Zuneigung ist ihr Bruder Bryan, der Liebling der Familie. Überhaupt waren mir die Eltern von Emma mehr als suspekt. Gerade die Handlungen der Mutter konnte ich zu keinem Zeitpunkt nachvollziehen und sie machte mich regelrecht wütend. Auch der Vater steht seiner Tochter nicht wirklich zur Seite, als diese dringend Hilfe benötigt.

 

Durch die Ereignisse auf der Party erfährt Emma nun die Schattenseiten des Lebens. Klar war es ein Fehler mit Paul unter Alkohol- und Drogeneinfluss zu schlafen und das er in einer festen Beziehung ist, macht die Situation auch nicht besser. Aber trifft diese Schuld nicht beide? Ebenso die weiteren Geschehnisse, die ihr in dieser Nacht widerfahren sind, bewegten mich sehr. Die Taten der beteiligten Jungen kann ich absolut nicht verstehen und erst recht nicht gutheißen. Selbst wenn sich Mädchen/Frauen aufreizend anziehen und heftig flirten, ist dies niemals ein Freifahrtschein für Jungen oder Männer, sich unter Gewaltanwendung alles zu nehmen! Klar könnte man nun sagen, dass es das weibliche Geschlecht doch so will und es regelrecht darauf anlegt, aber diese Ausrede ist mir definitiv zu einfach und stimmt nicht! "Nein" heißt "Nein". Ein weiterer Punkt, welcher mich schockierte, war die falsche Rollenverteilung zwischen Gut und Böse. Hier wird einem Opfer die Täterrolle zugesprochen, wie es im wahren Leben des Öfteren auch geschieht.


Emma kann sich an die Ereignisse der vergangenen Nacht nur bruchstückhaft erinnern. Nachdem sie sich von ihrem schweren Sonnenbrand einigermaßen erholt hat, geht sie wieder zur Schule und tut so, als wäre nichts Schlimmes geschehen. Jedoch schneller als ihr lieb ist, wird Emma nun Schadenfreude und Hass entgegen gebracht. Sie wird unverhohlen schikaniert und ausgelacht, was ihre Verzweiflung und Unwissenheit wachsen lassen. Als sich auch ihre Freundinnen gegen sie wenden, steht Emma plötzlich ohne Hilfe da. Obwohl ich den Grund von Maggie, Jamie und Ali verstand, konnte ich es nicht gutheißen.


Einzig ihr Bruder Bryan scheint bei klarem Verstand zu sein und bringt das Thema Vergewaltigung zur Sprache, sodass sich Emma dazu entschließt, Anzeige zu erstatten. Durch die gewählte Ich-Perspektive konnte ich die seelische und psychische Belastung von Emma nachempfinden und im weiteren Verlauf der Story wurde ich, ob der Handlungen der einzelnen Charaktere immer wütender.

 

Das Ende gefiel mir zunächst nicht und ich hätte mir ein anderes gewünscht, aber es ist leider durchaus realistisch und nicht selten geschieht dies im wahren Leben genauso. Auch im Hinblick auf das Nachwort der Autorin konnte ich diesen Ausgang letztlich nachvollziehen.

 

 

Mit einer starken Intensität beschreibt Louise O´Neill die Gefühlswelt der Protagonistin Emma in Du wolltest es doch (Carlsen Verlag). Die Story hat mich sehr bewegt, da sie zugleich bedrückend und realistisch ist. Das Schicksal von Emma machte mich unendlich wütend und ebenso traurig, da dieses leider kein Einzelfall ist. Die Geschichte stimmt mich nachdenklich und regt hoffentlich zum Diskutieren an - 4 von 5 Nosinggläser.

 

 

 

 

 

Gemäß § 2 Nr. 5 TMG kennzeichne ich diese Rezension als Werbung. In meinem Beitrag befindet sich (zu informativen Zwecken) eine Verlinkung zur Webseite des Verlags, in welchem das Buch erschienen ist. Ihr erhaltet somit auch weitere Informationen zum Buch, zum Autor sowie eventuell auch zu weiteren Romanen.

Quelle: http://uwes-leselounge.blogspot.com/2018/09/rezension-du-wolltest-es-doch-von.html

Eine äußerst spannende und mitfiebernde Geschichte

 

Titel: Children of Blood and Bone

Goldener Zorn

Autor: Tomi Adeyemi

Übersetzerin: Andrea Fischer

Verlag: Fischer FJB

Ausgabe: Hardcover

Seiten: 624

ISBN: 978-3-8414-4029-7

Preis: 18,99 €

 

Quelle des Covers: Fischer FJB Verlag

 


 

Die Welt von Orïsha war einst voller Magie. Die Menschen hatten die unterschiedlichsten Fähigkeiten und beherrschten Elemente wie Feuer oder Wasser, andere schufen beeindruckende Träume oder geleiteten die Toten in den Himmel. So lebten alle in völliger Harmonie, bis einige ihre Kräfte für weniger gute Dinge missbrauchten und ein Kampf untereinander begann.


Der machthungrige König Saran, der bei diesen Kämpfen seine erste Familie verlor, schwor sich, die Magie aus ganz Orïsha zu vertreiben. Seine Armee wütete unter der Bevölkerung und verfolgte alle magisch begabten Menschen und tötete diese auf grausame Art und Weise. Weshalb die Magie letztlich verschwand.


Auch Zélie, Tochter einer der stärksten Seelenfängerinnen, hat bei diesem Krieg ihre Mutter sterben sehen. Das Land lebt in ständiger Angst und leidet unter Unterdrückung und Armut. Als sich für Zélie unerwartet die Chance bietet, die Magie wieder zurückzubringen, zögert sie nicht lange. Ihre Aufgabe führt sie, gemeinsam mit ihrem Bruder Tzain und Prinzessin Amari, auf eine gefährliche und bedrohliche Reise durch heiße Wüstenlandschaften und mysteriöse Tempelanlagen. Verfolgt wird die kleine Gruppe von Kronprinz Inan, der vom König den Auftrag erhalten hat, mit allen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln zu verhindern, dass die Magie wieder zurückkehrt. 

 

 

"Mut kann im Verborgenen wachsen" (Seite 30)

 

"Tapferkeit in der Dunkelheit erblühen" (Seite 30)

 

 

Die Gestaltung und der Klappentext von Children of Blood and Bone. Goldener Zorn von Tomi Adeyemi (Fischer FJB) gefielen mir auf Anhieb, weshalb ich sofort wusste, dass ich dieses Buch unbedingt lesen muss.


Die Autorin hat sich rund um die Menschen, den Tieren, der Magie und dem Land Orïsha sehr viele Gedanken macht und so befindet sich jeweils am Anfang und Ende des Buches eine Karte, was bei mir immer punkten kann. Der Beginn der Story lies mich noch ein wenig neugieriger werden, denn dank der Einleitung über die einzelnen Fähigkeiten der Menschen, gewann ich noch mehr Einblicke in die Vielfältigkeit der Magie. Ein weiteres Plus für diese Geschichte.


Die Handlung wird abwechselnd aus der Ich-Perspektive von Zélie, Amari und Inan erzählt. So begleitet der Leser zunächst Zélie, die in der damaligen Blutnacht ihrer Mutter beraubt wurde, beim Stocktraining in ihrem Dorf. Diese besagte Nacht haben zum Glück ihr Bruder Tzain, der ein angehender Star unter den Agbön-Spielern ist, und ihr damals schwerverletzter Baba gerade so überlebt. Überhaupt wird die Familie und das Zusammengehörigkeitsgefühl hier sehr groß geschrieben. Zélie ist stolz auf ihren Bruder und sorgt sich um ihren kranken Vater. Sie hat eine negative Eigenschaft, unüberlegt zu handeln und sich und ihre Familie immer wieder in Gefahr zu bringen. Da die Steuern und Abgaben durch den König immer weiter in die Höhe getrieben werden, müssen Zélie und Tzain ihren Fischfang in die Hauptstadt Lagos bringen, um diesen dort meistbietend an einen der Adeligen zu verkaufen. Dort trifft Zélie unerwartet auf Prinzessin Amari, die ein Artefakt aus dem Königspalast gestohlen hat und nun auf der Flucht vor ihrem Bruder und den Palastwachen ist. Zélie wird nun die Aufgabe zuteil, diese Flucht aus der Stadt zu gewährleisten.


Zélie gefiel mir, da sie unerschrocken die Dinge angeht, schlagfertig ist (verbal wie körperlich) und dadurch fast kein Fettnäpfchen auslässt. Trotzdem muss man ihren Mut und ihre Aufopferung gegenüber der ihr entgegen gebrachten Verantwortung, honorieren. Dabei wächst sie an dieser Aufgabe und kam mir im weiteren Verlauf der Handlung immer erwachsener und selbstbewusster vor.

 

Ein weiterer großer Teil der Geschichte wird aus der Sicht von Prinzessin Amari erzählt. Diese hatte keine schöne Kindheit, da sie eine sehr strenge Erziehung durch ihre Mutter erfahren hat, welche durch Wutausbrüche von Seiten ihres Vaters begleitet wurden, was sie prägte. So ist Binta, eine Sklavin und sogenannte "Made" (ein Schimpfwort für Menschen, die früher die Fähigkeit besaßen, Magie zu wirken), ihre einzige Verbündete und Freundin. Amari hasst das Leben im Palast und würde dem Ganzen am liebsten entfliehen. Diese Chance bietet sich ihr, als sie zufällig ein Gespräch ihres Vaters mit seiner Kommandantin Kaea belauscht. Darin ist die Rede von einem magischen Artefakt, welches die Fähigkeit besitzen soll, die Magie bei einer "Made" zu aktivieren. Kurzer Hand stiehlt Amari diesen Gegenstand und flieht mit Hilfe von Zélie aus der Stadt. Amari gefiel mir gerade im Hinblick auf ihre tiefe Verbundenheit und Freundschaft zu Binta sehr gut. Ich konnte ihre Gefühle zu Binta und ihre Angst in diesem Palast zu leben sehr gut nachvollziehen. Zwar erscheint sie auf den ersten Blick wie die erwartete Prinzessin, doch der Schein trügt. Mit weiterem Fortschreiten der Story wächst sie an ihren Aufgaben und den bewältigten Schwierigkeiten und sogar weit darüber hinaus. Amari hat für mich hier die größte Entwicklung erfahren, die ich sehr gerne gelesen habe. Auch ihre Zuneigung zu Tzain konnte ich nachvollziehen. 

 

Tzain ist ein wahrer Beschützer, groß, kräftig und gutaussehend. Für ihn kommen sein Vater und Zélie immer an erster Stelle. Ein großer Bruder, auf den man sich verlassen kann und den einfach mögen muss.


Amaris Bruder Inan erhält den Auftrag, gemeinsam mit Kaea und einem Trupp Soldaten, die Verfolgung aufzunehmen und unbedingt zu verhindern, dass die Magie zurück nach Orïsha gelangt. Inan war mir unsympathisch, da er unbedingt versucht, seinem Vater alles recht zu machen und alles glaubt, was man ihm sagt. Durch ein Ereignis während der Flucht seiner Schwester, wird ihm sein Auftrag zusätzlich erschwert, da er plötzlich ein Geheimnis vor allen bewahren muss. Leichte Zweifel beschleichen ihn, ob dass, was er seit seiner Kindheit eingebläut bekommen hat, der Wahrheit entspricht und doch konnte ich seine Taten und Beweggründe nicht verstehen, geschweige denn gutheißen. 

 

Zwar ist die Idee einer Reise quer durch das Land auf der Suche nach wichtigen Gegenständen und der damit einhergehenden Verfolgungsjagd, nicht neu, aber dank den vielfältigen Arten der Magie, die die Menschen in Orïsha besitzen, den gut ausgearbeiteten Charakteren, den beeindruckenden Tieren sowie der immer größer werdenden Spannung, fesselten mich diese Punkte regelrecht an das Buch. Ich wollte unbedingt wissen, ob es Zélie, Amari und Tzain gelingen würde, Inan und den König zu besiegen.  

 

Alles gipfelt in einer beindruckenden Szenerie, die mir schier den Atem raubte. In letzter Zeit konnte mich kein Ende so in meiner Gefühlswelt hin und her schütteln, wie dieses Buch. Völlig geflasht verfolgte ich diesen Showdown, ohne zu wissen, wie alles enden wird.

 

 

Mit Children of Blood and Bone. Goldener Zorn (Fischer FJB) hat Tomi Adeyemi für mich eine äußerst spannende und mitfiebernde Geschichte in einer beeindruckenden Welt geschrieben, der ich verfallen bin. Dank vielschichtigen und toll ausgearbeiteten Charakteren, den magischen Fähigkeiten jedes Einzelnen und den unterschwelligen Themen wie Rassismus, Unterdrückung und Völkermord, welche für mich sehr gut verarbeitet wurden, hinterlässt diese Story bei mir einen prägenden Eindruck.

 

Ich bin mehr als gespannt, wie es weitergehen wird und kann es kaum erwarten, wieder an die Seite von Zélie und ihren Freunden zurückzukehren.

 

 

 

 

 

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Eine spannende und harte Story, die zu überzeugen weiß

Titel: Schwarzer Engel

Übersetzerin: Claudia Franz

Verlag: Piper

Ausgabe: Klappbroschur

Seiten: 480

ISBN: 978-3-492-06114-8

Preis: 16,99 €

 

Quelle des Covers: Piper Verlag

 


 

 

In einem Schnellzug von Mailand nach Rom werden die Leichen von mehreren Personen in einem Luxusabteil gefunden. Sämtliche Türen waren verriegelt, was die Polizei vor ein Rätsel stellt. Fieberhaft ermittelt die Kommissarin Colomba Caselli, die gerade erst wieder in den Polizeidienst zurückgekehrt ist, in alle Richtungen. 

 

Schnell kommt die Vermutung auf, dass es sich hier um den bereits länger befürchteten Terroranschlag handeln könnte. Da Colomba und ihr Team nicht wirklich Fortschritte bei diesem Fall machen, erhofft sie sich von ihrem Freund Dante Torre die dringend benötigte Hilfe. Aber kann der traumatisierte, wie auch geniale Dante ihr helfen?

 

Zumindest hält er die Theorie eines Terroranschlages für nicht realistisch. Bei ihren weiteren Ermittlungen kommen die Beiden einer Person auf die Spur, welche jahrelang unsichtbar war und dass, obwohl bei diesem Menschen das Blut von vielen Opfern an den Händen klebt.

 

 

 

Als ich vor längerer Zeit erfuhr, dass endlich der 2. Band des italienischen Autors, Sandrone Dazieri, erscheinen soll, war mir klar, dass ich diesen unbedingt lesen möchte. Dank dem außergewöhnlichen Ermittlerduo Colomba Casalli und Dante Torre, die in ihrem Leben bisher so vieles ertragen mussten, wollte ich unbedingt wissen, wie es den beiden ergangen ist.

 

Voller Vorfreude griff ich daher zu Schwarzer Engel (Piper) und bereits der Einstieg hat es in sich. Der Leser wird mit der Vergangenheit einer Person konfrontiert, die ich als äußerst eindringlich empfand und die mich sofort an die Seiten fesselte. Ich wollte unbedingt wissen, was es mit dieser Person auf sich hat, doch hierzu verrät uns Sandrone Dazieri zunächst nichts weiter.


In der Gegenwart bekommt es Kommissarin Colomba Caselli, die gerade erst wieder ihren Dienst angetreten hat, sogleich mit einem sehr mysteriösen Fall zu tun. In einem Schnellzug von Mailand nach Rom werden die Leichen von mehreren Personen in einem Luxusabteil gefunden. Sämtliche Türen waren verriegelt, was die Polizei vor ein Rätsel stellt. Recht zügig wird von höherer Stelle die Terrorwarnstufe ausgerufen und mehrere Hundertschaften an Polizisten und Spezialeinsatzkomandos nehmen islamistische Gruppierungen ins Visier, was schnell in Gewalt und Tod ausartet.

 

Colomba glaubt nicht so recht an einen Terroranschlag und erhofft sich deshalb Hilfe von ihrem Freund Dante Torre. Der eigenwillige und sonderbar erscheinende Dante wollte nach den Erlebnissen aus der jüngsten Vergangenheit eigentlich nichts mehr mit der Polizei zu tun haben, doch er freut sich, Colomba wiederzusehen. Obwohl er seine Panikattacken und kleineren Wahnvorstellungen noch immer nicht unter Kontrolle hat und diese nur dank starken Medikamenten und reichlich Alkohol bändigen kann, sagt er seiner Freundin zu.

 

Spannend und fesselnd wird die Story aus zwei Sichtweisen erzählt. Zum einen aus der Ich-Perspektive von Colomba und zum anderen liest man die Geschichte eines kleinen Mädchens, was zusätzlich jede Menge Fragen aufwirft. 

 

Obwohl Colomba wieder arbeitet, hat sie noch immer mit den Folgen ihrer Gefangenschaft zu kämpfen, was ihre Arbeit behindert. Trotzdem ist sie für mich eine starke Persönlichkeit, die alles für ihren Job gibt, um diesen so gut wie möglich auszuüben. Selbst wenn dies bedeutet, gewissen Kollegen oder gar Chefs auf die Füße zu treten. Sie hat sehr hohe Ansprüche an sich selbst und versucht sich in einer von Männern dominierten Arbeitswelt zu behaupten. Ich mag sie sehr gerne und finde ihre Herangehens- und Denkweise interessant.

 

Dante ist nach wie vor schwer traumatisiert und war zeitweilig sogar in stationären Behandlung. Geplagt von schweren Panikattacken und Verfolgungswahn, möchte er Colomba bei diesem mysteriösen Fall zur Seite stehen und obwohl zwischen ihnen keine körperliche Anziehung besteht, muss sich Dante eingestehen, dass er sie vermisst hat. Auch erfährt der Leser weitere Details aus dem Leben von ihm und dessen Schicksal, was so manche Frage bei mir beantwortet hat, aber ebenso viele neue mit sich brachte.

 

Die beiden Erzählstränge laufen unaufhaltsam aufeinander zu und ich fragte mich mehr als einmal, was beide miteinander zu tun haben sollten. Dies schürte meine Neugierde und dank der spannenden Handlung, musste ich unbedingt wissen, was hinter allem steckt. 

 

Als sich zum Ende hin die Ereignisse regelrecht überschlagen und sich diese zu einem richtigen Showdown entwickeln, blieb mir mehr als einmal der Mund offen stehen. Dies hat der Autor für mein Dafürhalten richtig gut ausgearbeitet und die daraus entstehenden Konsequenzen für Colomba und vor allem auch für Dante machen mich schon jetzt verdammt neugierig auf den 3. Band dieser außergewöhnlichen Thrillerreihe.

 

 

Mit Schwarzer Engel (Piper Verlag) gewährt uns Sandrone Dazierie wieder einmal tiefe Einblicke in die Abgründe der menschlichen Psyche. Dank der gewählten Erzählweise aus der Sicht von Kommissarin Casalli und einem jungen Mädchen, erzeugt der Autor eine unterschwellige Spannung die unaufhaltsam auf ein Ereignis hinaus läuft, mit welchem ich nicht gerechnet habe.

 

Daher habe ich sehr gute 4 von 5 Nosinggläser für diesen Thriller vergeben.

 

 

 

 

Reihe

 

In der Finsternis (1. Teil) - Rezension

 

 

 

 

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Phantasievoll und bildhaft, aber mir fehlte die Spannung

Titel: Der Weltenexpress (1)

Autor: Anca Sturm

Verlag: Carlsen

Ausgabe: Hardcover

Seiten: 384

ISBN: 978-3-551-65411-3

Preis: 14,99 €

 

Quelle des Covers: Carlsen Verlag

 


 

 

Immer wieder zieht es Flinn Nachtigall an den stillgelegten Bahnhof ihres Heimatortes Weidenborstel. An jenen Ort, an dem ihr Halbbruder Jonte vor zwei Jahren spurlos verschwunden ist. Alle Bemühungen von Seiten ihrer Mutter und der Polizei, ihn zu finden, blieben leider erfolglos. Einzig eine Postkarte ist Flinn geblieben, die sie drei Wochen nachdem Jonte nicht nach Hause kam, von ihm erhalten hatte.


Und gerade diese Postkarte lässt Flinn hoffen, dass sie Jonte finden wird, denn nur sie erkennt darauf eine Eisenbahn. Sie ist überzeugt, dass ihr Bruder sich an Bord befindet. Das Problem ist nur, gibt es diesen Zug wirklich, und falls ja, wie gelangt Flinn dorthin?


So sitzt Flinn Nacht für Nacht am Bahnhof und wartet. Und als tatsächlich eines Abends ein Zug in den Bahnhof einfährt, überlegt Flinn nicht lange und springt als blinder Passagier geradewegs in ein Abenteuer, welches ihre kühnsten Erwartungen übertreffen wird.

 


Alleine schon wegen dieses tollen Covers musste ich das Buch Der Weltenexpress von Anca Sturm (Carlsen Verlag) lesen. Darüber hinaus versprach der Klappentext ein fantastisch-magisches Leseerlebnis.


Die Idee eines fahrenden Internats in Verbindung mit Magie und außergewöhnlichen Jugendlichen gefiel mir. Die Landschaften der bereisten Städte mit ihren wunderbaren Bahnhöfen, hat die Autorin sehr atmosphärisch beschrieben und ich fühlte mich, als ob ich ein Teil dieser Reise wäre. Ebenso hatten es mir die vielen Details von magischen Gegenständen, wie zum Beispiel das Anzeigen des Ortes unterhalb der Fenster, wo sich der Zug gerade befand, angetan. Auch die bewegenden Bilder an der Zugdecke, woran man die Reiseroute erkennen kann, faszinierten mich und ließen mein Herz höher schlagen.

 

Als sich Flinn endlich die Möglichkeit bietet, auf den sagenumwobenen Welten-Express aufzuspringen, zögert sie zunächst, erinnert sich aber dann an das Motto ihres Bruders Jonte - "Sei furchtlos und kühn!". Nachdem es Flinn gelungen ist, die Tür des letzten Wagons zu öffnen, begibt sie sich auf die Suche nach einem Schaffner und stößt schon bald mit einem Jungen zusammen. Fedor, der von allen nur als der "Kohlenjunge" bezeichnet wird, arbeitet im Zug und versorgt diesen während der Fahrt mit eben jener Kohle. Fedor mochte ich sofort, da er das Herz am rechten Fleck hat und ihn ein Geheimnis umgab, welches ich unbedingt erfahren wollte. Schnell freunden sich die beiden an und er ist Flinn eine große Stütze bei der Suche nach Jonte.

 

Auch mit Pegs, einem pfiffigen Mädchen sowie dem Jungen Kasim, den etwas Mysteriöses umgibt, schließt Flinn schnell Freundschaft. Überhaupt kommen die Themen Freundschaft und Zusammenhalt in dieser Geschichte des Öfteren zum Ausdruck, was mir gut gefiel.

 

Flinn ist keine typische Jugendliche, schon alleine ihr Name Flinn Nachtigall macht ihr das Leben schwer. Für ihr Alter von 13 Jahren ist sie schon jetzt größer und schlanker, als ihre Mitschülerinnen. Auch kleidet sie sich eher wie ein Junge, was nicht gerade zu ihrer Beliebtheit bei ihren damaligen Klassenkameraden beigetragen hat. Ebenso ihre Schüchternheit und Traurigkeit, über das Verschwinden ihres Halbbruders Jonte, erschweren den Kontakt zu Gleichaltrigen. Darüber hinaus leidet sie unter der entgegengebrachten Kälte ihrer Mutter. Mutterliebe und Geborgenheit sind für Flinn daher Fremdwörter, die sie seit dem Verschwinden ihres Bruders nicht mehr erfahren hat. Das Verhalten der Mutter konnte ich absolut nicht nachvollziehen.

 

Eigentlich alles Attribute, bei denen man den Charakter mögen müsste, aber leider war mir Flinn nicht so sympathisch. Denn mit ihrer doch teilweise recht ruppigen Art und Ausdrucksweise gegenüber Pegs, Kasim oder Fedor stößt sie ihre Freunde häufiger vor den Kopf. Dabei hält sie es nicht einmal für nötig, sich danach bei ihnen zu entschuldigen, obwohl es ihr selbst aufgefallen ist, dass sie falsch reagiert hat. Doch ihre Freunde halten zu ihr und gemeinsam versuchen sie das Verschwinden von Jonte zu lüften und hinter die Geheimnisse, die sich um den Welten-Express ranken, zu kommen. 

 

Pegs ist eine verrückte und liebenswerte Person, die ich sofort in mein Herz geschlossen habe. Ihr Traum ist es, eine erfolgreiche Modedesignerin zu werden, was ihren Hang zu ausgeflippten Klamotten, die sie trägt, erklärt.


Kasim, ist geheimnisvoll, da man über seine Herkunft und seine Vergangenheit nur wenig erfährt, was mich umso neugieriger werden ließ. Auch er sticht durch seine blauen Haare und seinen ständigen Appetit aus der Masse der Schüler heraus. Sehr zum Leitwesen von Madame Florett.


Zwar haben mir die Grundidee und der Schreibstil gefallen, allerdings fehlte es mir an Spannung und das Mitfiebern im Hinblick auf den verschwundenen Jonte. Ebenso kamen mir die Lehrer recht seltsam und freaky vor. Ein Lehrer der sich mindestens 3-mal in der Woche vor Unterrichtsbeginn krank meldet, nur um dann letztlich doch seinen Kurs in Benehmen zu halten, entlockten mir ein kleines Stirnrunzeln. Fast kam es mir so vor, als ob er Angst vor seinen Schülern hätte. 


In vielerlei Hinsicht mehr als sonderbar ist Madame Florett. Ich empfand sie als sehr herrisch im Umgang mit den Schülern und darüber hinaus als äußerst egoistisch, da sie ihr Ziel eisern und ohne Rücksicht auf etwaige Konsequenzen verfolgte.

 

Der Schluß hielt noch die eine oder andere Überraschung parat, aber so wie alles endete, hat es mir insgesamt gut gefallen.

 


Die Idee und das Grundgerüst von Der Weltenexpress von Anca Sturm (Carlsen Verlag) konnten durchaus bei mir punkten, aber ich empfinde die Geschichte als ausbaufähig, gerade was die Spannung und das Miträtseln angehen. Zwar ist der Schreibstil recht bildhaft, aber des Öftern kam er mir ein wenig holprig vor. Nichtsdestotrotz konnte ich mir den Internatszug mit seinen magischen Elementen und den tollen Landschaftsbeschreibungen gut vorstellen. 

 

Mehr als 3 von 5 Nosinggläser kann ich für diesen Trilogieauftakt, aus den vorgenannten Gründen, leider nicht vergeben, was ich sehr schade finde. Das Potenzial der Autorin ist definitiv ersichtlich, weshalb ich hoffe, dass der zweite Band dies zum Ausdruck bringen wird. Trotzdem bin ich mir nicht sicher, ob ich die Reihe weiterlesen werde.

 

 

 

 

 

 

Gemäß § 2 Nr. 5 TMG kennzeichne ich diese Rezension als Werbung. In meinem Beitrag befindet sich (zu informativen Zwecken) eine Verlinkung zur Webseite des Verlags, in welchem das Buch erschienen ist. Ihr erhaltet somit auch weitere Informationen zum Buch, zum Autor sowie eventuell auch zu weiteren Romanen.

Quelle: http://uwes-leselounge.blogspot.com/2018/08/rezension-der-weltenexpress-von-anca.html

Meine Erwartungen wurden nur bedingt erfüllt...

Titel: Iron Flowers - Die Rebellinnen

Übersetzerin: Anna Julia Strüh

Verlag: Fischer Sauerländer

Ausgabe: Hardcover

ISBN: 978-3-73735-542-1

Preis: 16,99 €

 

Quelle des Covers: Fischer Verlag

 

 



Die Geschwister Serina und Nomi könnten unterschiedlicher nicht sein. Während Serina schön und grazil ist und auf das Leben als Grace von ihrer Mutter vorbereitet wird, ist Nomi eine Rebellin, die sich dem System von Armut und Unterdrückung zu widersetzen versucht. Auch ihre Rolle ist vorbestimmt und sie soll als Dienerin ihrer Schwester am Hofe des Thronfolgers leben und arbeiten.

Doch alles kommt anders als gedacht, denn der künftige Herrscher Malachi wählt auf dem extra dafür gegebenen Ball nicht Serina als künftige Grace aus, sondern Nomi. So ist die Welt der beiden Schwestern plötzlich auf den Kopf gestellt und beide können mit dieser Situation nur schwer umgehen.

 

Serina ist wütend und enttäuscht über die Handlung ihrer Schwester und Nomi wiederrum kann das alles einfach nicht begreifen. Aber auf die beiden Schwestern, wartet noch ein viel größerer Schicksalsschlag, als den der vertauschten Rollen.

 

 

Auf Grund des sehr neugierig machenden Klappentextes war ich äußerst gespannt, wie mir Iron Flowers - Die Rebellinnen gefallen würde. Gerade von Nomi, die als Rebellin beschrieben wird, erhoffte ich mir einiges.

 

Die Geschichte wird abwechselnd aus der Sicht der beiden Schwestern geschildert, was mir gefiel. Denn gerade so bekommt der Leser die jeweilige Gefühlswelt der Protagonistin oder dem Charakter hautnah mit. Obwohl es der Autorin gelungen ist, die Verunsicherung und Hilflosigkeit von Nomi sowie die Wut und Enttäuschung bei Serina gut rüber zu bringen, war mir Serina näher, als ihre Schwester.

 

Gerade der Aspekt, dass Nomi als Rebellin dargestellt wird, konnte ich mit ihren Taten und Gedanken nicht ganz in Einklang bringen. Sie kam mir recht naiv vor und war mir zu leicht zu manipulieren. Erst im weiteren Verlauf der Story kam ihr Wille, auch getrieben durch die Angst über das Leid ihrer Schwester, zum Vorschein. Trotzdem hätte ich sie mir etwas taffer und rebellischer gewünscht.

 

Die dargestellte Welt, in der die Frauen keinerlei Mitbestimmungsrecht haben, nicht lesen dürfen oder frei entscheiden können, wen sie lieben dürfen, empfand ich als recht heftig. So müssen die Frauen die Unterdrückung und Ausbeutung durch die Männer ertragen. Hier war ich neugierig, ob es ihnen gelingen würde oder ob die Strukturen innerhalb der Gesellschaft zu festgefahren sind.

 

Serinas Wut und Enttäuschung über das Verhalten ihrer Schwester konnte ich sehr gut nachempfinden und trotzdem ist ihre Liebe zu Nomi ungebrochen. So fügt sich Serina zunächst in ihre neue Rolle als Zofe. Als Serina mit einem Buch in der Hand von der obersten Grace Ines erwischt wird, wird sie verhaftet und zum Regenten gebracht. Dieser verurteilt sie zu einer Gefängnisstrafe auf der Insel der Verdammten - eine Fahrt ohne Widerkehr. 

 

Ich konnte mir nicht vorstellen, dass die wohlerzogene und sanftmütige Serina diese sehr harte Strafe lange überleben würde. Doch sie belehrte mich eines Besseren, denn Serina entwickelte sich zu einer wahren Kämpferin, die sich wehrt und Mitgefühl für ihre Mitgefangenen empfindet. Daher ist es nicht verwunderlich, dass mir der Part von ihr besser gefiel, als der von Nomi im Regentenpalast.

 
Die Handlung empfand ich als etwas zäh und vorhersehbar. Mir fehlte es an Tiefe und Spannung und obwohl das Ende mit einem Cliffhanger gipfelt, bin ich mir noch nicht sicher, ob ich weiterlesen werde.

 


Iron Flowers - Die Rebellinnen von Tracy Banghart (Fischer Sauerländer) ließ mich etwas zwiegespalten zurück. Ich hatte auf Grund des Klappentextes eine ganz andere Erwartungshaltung an die Geschichte. Auch fehlten mir die Spannung und der unbedingte Wille weiterzulesen.

 
Eine Welt, in der die Frauen kein Recht auf eine eigene Meinung haben, lassen mich dies in Zeiten der Emanzipation nur schwer in Einklang bringen. Leider wurden meine Erwartungen hinsichtlich der Zusammenfassung der Story nicht in Gänze erfüllt, weshalb ich das Buch letztlich mit 3 von 5 Nosinggläser bewertet habe.

 

 

 

 

 

 

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Die hier gewählte Thematik könnte nicht aktueller sein ...

 Titel: Fanatisch

Autor: Patricia Schröder

Verlag: Coppenrath

Ausgabe: Hardcover

ISBN: 978-3-6496-2454-7

Seiten: 380

Preis: 17,95 €

 

Quelle des Covers: Coppenrath Verlag

 


 

 

Als nach sechs Tagen der Ungewissheit die Familien ihre entführten Mädchen plötzlich wieder in die Arme schließen können, sind diese zunächst einmal überglücklich. Alle sechs Jugendlichen tragen einheitliche Kleidung, haben eine genähte Wunde an der Hand und reden weder mit den Eltern, den Freunden oder der Polizei. Da alle Opfer einen ausländischen Hintergrund haben, geht die Polizei davon aus, dass es sich um eine religiöse Tat handelt, jedoch gibt es keine Hinweise auf den oder die Täter.


Nara ist eine der Geiseln und trotz oder gerade wegen ihrer Angst, dass ihrem Bruder etwas zustoßen könnte, redet sie kein Wort. Immer wieder stellt sie sich die Frage, warum ausgerechnet sie entführt wurde. Was hat/haben der oder die Täter damit bezwecken wollen. So beginnt sie zu recherchieren und bei ihren Nachforschungen stößt Nara im Internet auf die "sechs biblischen Werke der Barmherzigkeit". 

 

Nara wird schnell bewusst, dass der Albtraum für sie und die fünf anderen Mädchen noch nicht zu Ende ist, denn das angekündigte Unheil steht unmittelbar bevor. Um dieses abzuwenden, muss sie sich wohl oder übel in die Gedankenwelt des Täters hineinversetzen. Viel Zeit bleibt ihr dafür nicht mehr.

 

 

Auf Grund der gewählten Thematik von Patricia Schröders neuestem Buch Fanatisch aus dem Coppenrath Verlag war ich zugleich neugierig, wie auch ein klein wenig skeptisch. Denn die Reizpunkte der Geschichte sind zum einen Fremdenfeindlichkeit, Hass, religiöse Ansichten aber auch Gewalt gegenüber Ausländern. Daher war ich sehr gespannt, wie und ob es der Autorin gelingen würde, diese Probleme unserer heutigen Gesellschaft zu erzählen.


Gebannt verfolgte ich die Handlung, die aus der Sicht von Nara, einem in Deutschland geborenen Mädchen, mit türkischen Eltern, erzählt wird. Die Familie hat sich hier ein Leben aufgebaut und obwohl sie ihre Traditionen und Gebräuche pflegen und nicht verleugnen, haben sie sich doch integriert. So ist es wenig verwunderlich, dass zwei Deutsche, Jamie und Charlotte, ihre besten Freunde sind. Als Nara Drohmails bekommt, vertraut sie sich nur Jamie an und dieser rät ihr, darauf nicht zu reagieren. Als sich mehrere Vorfälle ereignen und ihr Bruder ins Blickfeld der Drohungen gerät, bezweifelt Nara, dass dies eine gute Entscheidung war. Notgedrungen geht sie auf das Treffen des Erpressers ein und findet sich wenig später in einem völlig dunklen Raum wieder. Frierend, durstig, hungrig und starr vor Angst liegt sie gefesselt auf einer stinkenden Matratze. Warum war sie blöd, diesem Treffen zuzustimmen und was ist mit Jamie geschehen, der sie begleitet hat?


Durch die gewählte Ich-Perspektive konnte ich die verschiedenen Gefühlsregungen von Nara sehr gut nachvollziehen. Nara ist mir sehr schnell ans Herz gewachsen und ich rätselte mit ihr, wer und was hinter den Drohungen und Entführung stecken könnte. Mit zunehmender Dauer ihrer Gefangenschaft, regt sich Trotz und Wut gegenüber ihren Entführern und sie beginnt zu rebellieren.


Nach und nach erfährt der Leser, dass Nara nicht die Einzige ist, die entführt wurde. Denn ihr Schicksal teilen Tugce, Amy, Lilli, Laura und Corinne ebenso und dank des Fanatismus des Täters oder den Tätern, treffen die Mädchen des Öfteren aufeinander. Hier gefielen mir die unterschiedlichen Gefühle der einzelnen Mädchen sehr gut, da jeder mit einer solchen Situation anders umgeht. Dies hat Patricia Schröder wunderbar dargestellt.


Tugce mochte ich aus dieser Gruppe noch am ehesten, da sie auch eine etwas größere Rolle innerhalb der Story einnahm und man sie so ein wenig kennenlernt. Tugce ist eine recht taffe und wortgewandte Person, die anpackt und voran geht. Gemeinsam mit Nara versucht sie Licht in die Entführung zu bringen. Die Geschichte lebt durch die Spannung und den Nervenkitzel, dass alle entführten Mädchen beharrlich schweigen und auch untereinander so gut wie keinen Kontakt haben. Ein weiterer Aspekt, der mich neugierig machte war die Tatsache, dass neben der Sichtweise von Nara auch zwei nicht namentlich genannte Personen ihre Gedanken und Gefühle mitteilten. Diese sind jeweils mit ER oder DU betitelt und ich machte mir so meine Gedanken, wer hinter diesen Pseudonymen stecken könnte.


Das Schweigen der Opfer erschwert natürlich die Arbeit der Polizei, da sie so gut wie keine Hinweise oder gar Tatverdächtige haben. Als sich gewalttätige Übergriffe, verübt durch Jugendliche häufen, stößt Nara auf der Suche nach Antworten im Internet auf die "sechs biblischen Werke der Barmherzigkeit". Der Albtraum scheint kein Ende zu nehmen und als ihr das eigentliche Ziel bewusst wird, muss Nara erkennen, dass sie ihr Schweigen brechen muss, um zu retten, was noch zu retten ist.

 

Ich wusste zu keinem Zeitpunkt, wer oder was hinter alldem stecken könnte und so fieberte ich mit Nara mit, ob es ihr gelingen würde, die Tat zu verhindern.

 

 

Sehr geschickt und ebenso schonungslos geht Patricia Schröder in Fanatisch (Coppenrath Verlag) mit den Themen Ausländerfeindlichkeit, Hass, Religionszugehörigkeit und Integration zu Werke. Ich war sehr neugierig, ob ihr diese schwierige Umsetzung gelingen würde und ich muss sagen, Chapeau!


Spannend und realitätsnah hat sie hier eine Geschichte geschrieben, die die Missstände, aber auch die Wut und Ignoranz unserer Gesellschaft anprangert. Ein Thema, welches uns alle angeht und in Zeiten von Verfolgung und Vertreibung, sei es aus politischen oder fremdenfeindlichen Gründen, in meinen Augen sehr wichtig sind.

 

Und trotzdem findet sich in diesem Buch auch Raum für Freundschaft, Mut und Zusammenhalt. Ich denke, dass wir, egal welcher Glaubensgemeinschaft wir angehören, auf die Menschen zugehen sollten, um so Vorurteile abzubauen - 4 von 5 Nosinggläser.

 

 

 

 

 

 

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Wenig Spannung & blasse Charaktere

Titel: Bloody Weekend

Autor: M. A. Bennett

Übersetzer: Sonja Häußler

Verlag: Arena

Ausgabe: Hardcover

Seiten: 344

ISBN: 978-3-401-60399-5

Preis:  16,00 €

 

Quelle des Covers: Arena Verlag

 

 



Greer ist auf dem St. Aiden Internat eher eine Außenseiterin. Ihr ist bewusst, dass sie keine Chance hat jemals zur dominierenden Clique der Medivals zu gehören. Und dass, obwohl sie die Regeln befolgt und auf ein Handy, das Internet und sogar Plastik verzichtet. Auch Shafeen und Chanel ergeht es nicht anders.


All das ändert sich plötzlich, als sie eine der drei begehrten Einladungen für ein Jagdwochenende auf dem Landsitz von Henry de Warlencourts Eltern erhält. Zunächst geht Greer noch von einer Verwechslung aus, doch dieser Gedanke wird schnell zerstreut, als Esme, eine der Mädels aus dieser Gruppe, in der Nähe ihres Zimmers auf sie wartet.


Greer fühlt sich geschmeichelt und freut sich auf das Wochenende, auch wenn es bedeutet auf Tiere zu schießen. Kurz vor ihrer Abreise flüstert ihr eine Schülerin zu, sie solle die Einladung bloß nicht annehmen. Doch Greer lässt erst keine Zweifel aufkommen und fährt mit den anderen auf Longcross Hall. 

 


Der Klappentext von Bloody Weekend von M. A. Bennett (Arena) klang nach einer spannenden und fesselnden Story mit reichlich Nervenkitzel. Die ersten Seiten beginnen sogleich mysteriös, warten sie doch mit einer erschreckenden Tatsache auf. Erzählt wird die Handlung aus der Ich-Perspektive von Greer und so erfährt man, ihren Alltag am St. Aiden Internat, kurz genannt STAGS, und bekommt die Anfeindungen und verbalen Auseinandersetzungen zwischen den Außenseitern und der gefürchteten Clique, den Medivals, so hautnah mit. 

 

Greer wurde von ihrem Vater alleine großgezogen, da die Mutter kurz nach ihrer Geburt die Familie verlassen hat. Daher ist es wenig verwunderlich, dass sie ein sehr enges und liebevolles Verhältnis zu ihm hat. Dieses spiegelt sich auch in einem gemeinsamen Hobby der beiden wieder und zieht sich wie ein Faden durch die Story. Denn beide vergleichen Situationen, in die sie hineingeraten, gerne mit Filmen, wie zum Beispiel Indianer Jones, James Bond, Ritter aus Leidenschaft oder Stolz und Vorurteil. War dies zunächst noch ganz treffend, wurde es mir aber im weiteren Verlauf der Handlung ein wenig zu viel. Irgendwann störte es mich sogar, da die Gegenüberstellungen des Öfteren mit einer Frage endeten, ob man diesen oder jenen Film kennen würde.


Greer mochte ich zwar, aber sie lässt sich doch sehr leicht beeinflussen, gerade von Henry de Warlencourt. Denn dieser weiß nur allzu gut, welche Wirkung er auf Frauen hat und nutzt dieses auch immer wieder aus. 

 

Neben Greer lernt der Leser auch die beiden Personen Shafeen und Chanel, kurz Nel, die ebenfalls eine Einladung zu diesem Wochenende erhielten, kennen. Shafeen, ein junger indischer Prinz, war mir etwas zu undurchsichtig und ich war mir lange Zeit nicht sicher, was seine Beweggründe waren, dieser Einladung Folge zu leisten.


Auch bei Nel ging es mir ähnlich, sie ist sehr distanziert und verschlossen. Denn ihr Vater wurde durch eine revolutionäre Entwicklung, einer Kombination aus Handy und Tablet, von heute auf morgen sehr reich. Dabei würden beide Jugendliche in diese reiche und versnobte Welt der Medivals recht gut hineinpassen.

 

Die Handlung plätscherte zunächst etwas dahin. Spannender wurde es, als die drei ausgewählten Außenseiter zusammen mit den Medivals, in Person des Anführers und zugleich Gastgebers Henry de Warlencourt, seinem Stellvertreter Cooksen sowie Piers und den jungen Frauen Charlotte, Lara und Esme, auf dem Landsitz von Longcross Hall eintreffen. Das Wochenende steht unter dem Motto Jagen, Schießen und Fischen.

 

Die sechs jungen Männer und Frauen entstammen allesamt aus wohlhabenden englischen Aristokratenfamilien. So wird festlich diniert und das Dienstbotenpersonal entsprechend behandelt. Allesamt waren sie mir unsympathisch und besonders Henry war mir unheimlich. Ist er in der einen Situation noch charmant und zuvorkommend, kann er in der anderen Sekunde herzlos und gefühlskalt sein. Ein wahres Chamäleon.

 

Während des Aufenthaltes auf dem schönen Anwesen kommt es bei Chanel und Shafeen zu ominösen Zwischenfällen und in Greer erwacht ein ungutes Gefühl. Was führen Henry und seine Freunde im Schilde und wozu dient dieses Wochenende wirklich? Hat Greer die Warnung der Schülerin leichtfertig abgetan?

 

Kurz darauf müssen sie um ihr Überleben kämpfen, denn erst jetzt hat die Jagd wirklich begonnen...

 


Bloody Weekend von M. A. Bennett (Arena) lässt mich etwas zwiegespalten zurück. Gut zwei Drittel des Buches zog sich die Geschichte dahin und ich fragte mich, wann der Nervenkitzel und die Spannung einsetzen würden. Dies geschah leider erst im letzten Drittel.

 

Die gewählte Thematik versnobter Kinder aus wohlhabenden englischen Hochadelsfamilien, die eine eigene Interpretation des Jagens zelebrieren, gefiel mir, weshalb ich wissen musste, was dahinter steckte. Daher vergebe ich gute 3,5 von 5 Nosinggläser.

 

 

 

 

 

 

 

 

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Eine spannende Story, die mich begeistern und fesseln konnte.

Titel: Bernsteinstaub

Verlag: Loewe

Ausgabe: Hardcover

Seiten: 400

ISBN: 978-3-7855-8860-4

Preis: 19,95 €

 

Quelle des Covers: Loewe Verlag

 


 

 

Ophelia lebt zusammen mit ihrer Mutter und ihrem Stiefbruder in Berlin. Ihr Leben wurde seit dem Tod ihres Vaters vor acht Jahren nicht gerade leichter und als sie beginnt Sand zu sehen, der wie ein Rinnsal auf sie zuläuft, vermutet sie, dass sie nun verrückt wird. Während einer Diskussion mit ihrer Mutter in der Küche beginnt plötzlich überall grauer Sand zu rieseln und Ophelia versteht die Welt nicht mehr.


Doch ihre Mutter reagiert völlig gelassen und greift zum Handy und ruft die Großtante in Paris an. Als Tante und Onkel kurze Zeit später in Berlin eintreffen und Ophelia mit auf eine Fahrt durch die Kanalisation bis nach Paris mitnehmen, zweifelt sie immer mehr an ihrem Verstand. 

 

In Paris erfährt Ophelia endlich, was mit ihr nicht stimmt und sie dank einer Gabe, die Zeit sehen und auch die Zeitströme beeinflussen kann. Als immer mehr seltsame Vorkommnisse auf der Welt geschehen, versuchen der etwas seltsam anmutende Leander, Ophelia sowie Grete und Darius hinter das Geheimnis zu gelangen.

 

 

Ich muss glaube ich nicht mehr erwähnen, dass ich Geschichten über die Zeit und allem, was damit in Zusammenhang steht, sehr gerne lese. Deshalb war ich auch sofort davon angetan, als ich von Bernsteinstaub von Mechthild Gläser erfuhr.


Die Geschichte liest sich, dank des wunderbaren und bildlichen Schreibstils der Autorin sowie dem spanndenen und sehr interessanten Plot recht zügig. Ohne große Einleitung wird der Leser mehr oder weniger sofort in die Handlung hineingeworfen und rätselt gemeinsam mit Ophelia, was es mit diesem grauen Sand, den sie neuerdings überall sieht, auf sich hat. Gerade diese Idee des Sandes und der Zeitströme sowie das Reisen in Booten, die durch den Sand wie auf einem Fluß fahren, konnte mich begeistern.

 

Ophelia ist ein Mädchen im Teeanageralter. Vor acht Jahren hat sie bei einem Autounfall, in dem sie selbst im Fahrzeug gesessen hatte, ihren Vater verloren. Noch immer vermisst sie ihn sehr und ist davon überzeugt, dass bei diesem Unfall nicht alles mit rechten Dingen zugegangen sein kann. Doch niemand will ihr glauben. Da sie noch immer nach Hinweisen sucht, ist das Verhältnis zu ihrer Mutter und älteren Schwester Grete, die in Paris auf eine Musikschule geht, sehr schwierig. Als Ophelia immer häufiger den grauen Sand in ihrer Nähe sieht, beginnt sie zu glauben, dass sie verrückt wird. Als bei einem Streit mit ihrer Mutter überall Sand sichtbar wird, reagiert die Mutter völlig nüchtern und ruft die Großtante in Paris an. Ophelia versteht die Welt und erst recht ihre Mutter nicht mehr.


Kurzerhand findet sie sich in der Kanalisation auf einer Barke fahrend in einem Sandfluß wider, mit dem Ziel Paris. Was geschieht nur mit ihr und was hat es mit diesem ganzen Sand auf sich?


Ophelia machte es mir zu Beginn nicht ganz einfach, sie zu mögen, da ich sie als leicht egoistisch empfand. Doch im weiteren Verlauf der Story legte sich bei mir dieses Gefühl und als sich ihre Fragen beantworteten, regte sich ihr Mut und Gerechtigkeitssinn, was mir sehr gut gefiel.


Ihre Schwester Grete konnte mich nicht für sich einnehmen, da sie sehr herablassend gegenüber Ophelia war. Obwohl sie die Ältere ist, kam sie mir leicht unreif vor. Zu gute halten muss man ihr jedoch, dass sie ein großes Ziel verfolgt und alles dafür tun würde. Trotzdem fehlte mir die Geschwisterliebe.


Leander widerum mochte ich. Seine Gabe ist sehr belastend für ihn und ich konnte daher sein Handeln mehr als verstehen und nachvollziehen. Ich hätte genauso gehandelt, wäre ich an seiner Stelle gewesen. Das Zusammenspiel zwischen ihm und Ophelia gefiel mir ebenfalls.

 

Auf Grund des vorangeschrittenen Alters des Herrn der Zeit, ist es Tradition, dass innerhalb der vier Familien die jüngsten Nachkommen am sogenannten "Bernsteinturnier" teilnehmen. Die Gewinnerin oder der Gewinner wird die Pflichten des Herrn der Zeit übernehmen, dem eine äußerst wichtige Aufgabe zuteil wird. Als wäre dieses Turnier nicht schon schwierig genug, müssen zudem Leander, Ophelia, Grete und Darius die durcheinander geratenen Zeitströme wieder in Ordnung bringen.

 

 


Äußerst gespannt verfolgte ich den Wettstreit sowie die Reise der vier um die Welt, hoffte und bangte mit ihnen, ob es ihnen gelingen würde, die ihnen gestellten Aufgaben zu bewältigen.

 


Bernsteinstaub von Mechthild Gläser (Loewe) konnte mich mit der tollen Idee und dem bildlichen Schreibstil fast restlos begeistern. Die Geschichte ist spannend und fesselt den Leser regelrecht an die Seiten. 

 

Gerade die interessante Geschichte um die Themen wie den Wunsch nach Unsterblichkeit, Kontrolle der Zeit und so eventuell den Kreislauf der Welt zu bestimmen, finde ich mehr als gelungen, weshalb ich sehr gute 4,5 von 5 Nosinggläser vergebe.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Ein spannenden Plot, der Lust auf mehr macht.

 

 Titel: Das dunkle Herz

Autor: Lukas Hainer

Verlag: Piper/IVI

Ausgabe: Hardcover

Seiten: 384

ISBN: 978-3-492-70472-4

Preis: 16,00 €

 

Quelle des Covers: Piper/IVI Verlag

 

 

 


 

 

Bei der Gedenkfeier für ihren vor Jahren verschwundenen Bruder Ben, ist die Welt für Anna, den Umständen entsprechend, noch in Ordnung. Dies ändert sich plötzlich während einer Rede ihrer Mutter vor der Kirchengemeinde. Annas Blick trübt sich und alles scheint zu verschwimmen, bis ihr schließlich schwarz vor Augen wird. Obwohl sie direkt neben ihrem Vater steht, fällt diesem nichts auf. 

 

Als Anna kurze Zeit später zu sich kommt, findet sie sich in einer Wüstenlandschaft vor einer verlassenen Stadt wieder. Alle Versuche, ihren Vater mit dem Handy zu erreichen, scheitern, da sie kein Netz bekommt. So bleibt Anna nur eine Möglichkeit, sich in Richtung der Stadt auf zu machen, um hier nach Antworten zu suchen.

 

Dort trifft sie auf den Jungen Nick und gemeinsam versuchen die beiden Wasser und Nahrung zu finden. Als sie auf weitere Menschen treffen, die das gleiche Schicksal ereilt hat, entbrennt schon bald ein Kampf ums Überleben.

 

Und über allem schwebt die Frage, was dies mit dem "dunklen Herz" auf sich hat.

 

 

Bei Das dunkle Herz sprach mich nicht nur das außergewöhnliche und zugleich schöne Cover an, auch die Geschichte klang für mich spannend. Die Vorstellung in einer Wüste aufzuwachen und nicht zu wissen, wo genau man sich befindet, stelle ich mir schrecklich vor. So ergeht es auch der Teenagerin Anna. Steht sie zunächst noch in einer Kirche neben ihrem Vater, muss sie sich kurz darauf durch die Wüste schlagen. Als sie auf Nick trifft, hofft sie, gemeinsam mit ihm einen Weg nach Hause zu finden.

 

Den Schreibstil empfand ich als sehr gelungen, da Lukas Hainer diese fast schon unwirkliche Umgebung, mit ihrer Trockenheit, den Entbehrungen von Nahrung und Wasser sowie die daraus resultierenden Spannungen innerhalb einer Gruppe von Überlebenden eindrucksvoll beschrieben hat. Gebannt verfolgte ich die Ereignisse und musste einfach wissen, was sich hinter dem "dunklen Herz" verbirgt.


Auf ihrer Suche nach Antworten treffen Anna und Nick auf weitere Menschen. Schnell schließen sich Jelena, der Russe Lev sowie das Geschwisterpaar Chloé & Arthur den beiden an. Gemeinsam verbringt die Gruppe die erste Nacht in einer halb verfallenen Kirche, die ein wenig Schutz bietet.


Anna mochte ich, da ich ihren Schmerz über den Verlust bzw. die Ungewissheit, was mit ihrem Bruder Ben vor ein paar Jahren geschehen ist, gut nachvollziehen konnte. Durch gewisse Ereignisse, denen ich nicht vorweg greifen möchte, wurde dieses Gefühl noch zusätzlich verstärkt, was mir gut gefiel, da Anna hierdurch noch etwas authentischer auf mich wirkte. Auf Grund der Erlebnisse, reift sie und durchläuft eine Entwicklung, die ich ihr so nicht zugetraut habe. Sie gewinnt an Stärke und Selbstvertrauen, was in dieser Umgebung sicherlich nicht von Nachteil ist. 

 

Nick fand ich ebenfalls großartig. Er war mir mit seiner etwas frechen Art sofort sympathisch und wird schnell ein Rückhalt für Anna. Zwischen den beiden entwickelt sich eine tiefe Freundschaft und im späteren Verlauf entspinnt sich auch eine kleine Romanze. Diese empfand ich als recht glaubwürdig und ich spürte die Zuneigung und Verbundenheit der beiden zueinander.

 

In Alvaro steckt ein kleiner Diktator und er spiegelt sehr gut den Antagonisten in dieser Story wider. Unterstützt wird er tatkräftig durch den "Speichellecker" Enzo. Beide mochte ich nicht wirklich. Alvaro ist herablassend, sehr brutal und stets nur auf seinen Vorteil bedacht. Enzo ist einfach nur widerlich und ein Ekelpaket sondergleichen. So eine Antipathie hatte ich bisher noch gegen keinen Charakter.


Der Geschichte haftet etwas Mystisches an und dies wird durch Erzählungen und Einschätzungen aus der Sicht eines älteren Mannes verstärkt, der die gestrandeten Personen beobachtet. Hier war ich sehr neugierig, was es mit diesem Herrn auf sich hat und in welchem Zusammenhang er mit dem Schicksal der "neuen Bewohner" dieser Stadt und dem dunklen Herzen steht. Es war sehr spannend zu lesen und die Auflösung finde ich mehr als gelungen.


Das Ende deutet daraufhin, dass es noch einen Folgeband geben wird, den ich auf jeden Fall auch lesen möchte. Das Ganze bietet noch einiges an Potenzial und Handlungsspielraum, worauf ich mich schon jetzt freue.

 

 

Das dunkle Herz von Lukas Hainer (Piper IVI) behandelt Themen, wie Zusammenhalt, Freundschaft und Kampf für Gerechtigkeit. Dank einem tollen Schreibstil und einer spannenden Handlung, mit einigen überraschenden Wendungen, konnte mich das Buch begeistern.

 

Die Auflösung, was hinter allem steckt, ließ mich zufrieden die letzten Seiten zuschlagen. Und doch lässt es Raum für Spekulationen und macht neugierig auf den zweiten Band - 4 von 5 Nosinggläser.


 

 
 
 


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Die Story klang nach Spannung und Nervenkitzel, leider suchte ich dies vergeblich

Titel: Höllenjazz in New Orleans

 

Autor: Ray Celestin

Übersetzer: Elvira Willems

Verlag: Piper

Ausgabe: Klappenbroschur

Seiten: 512

ISBN: 978-3-492-06086-8

Preis: 16,00 €

 

Quelle des Covers: Piper Verlag

 


 

Im Jahr 1919 versetzte der sogenannte "Axeman" die Stadt und deren Bewohner von New Orleans in Angst und Schrecken. Seine Merkmale waren eine Axt sowie die am Tatort zurückgelassenen Tarotkarten. Die Polizei, um den ermittelnden Detective Michael Talbot, tappt völlig im Dunkeln und hat kaum Anhaltspunkte, um dem Mörder habhaft zu werden.


Ebenfalls wird der ehemalige Polizist Luca D`Andrea von der Mafia beauftragt, den Gewaltverbrecher zur Strecke zu bringen, da dies die Geschäfte massiv stört.


Auch die farbige Ida, die als Sekretärin bei der bekannten und berüchtigten Pinkerton-Agentur arbeitet, und ihr bester Freund Louis, ermitteln auf eigene Faust in diesem Fall.


Alle drei Ermittler-Teams stellen sich die Frage, was sind die Motive des "Axeman" und vor allem wer oder was verbirgt sich hinter diesen brutalen und kaltblütigen Morden. 

 

Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt, denn der Killer hat seine neueste Tat bereits in der örtlichen Zeitung angekündigt.

 

"Spielt Jazz - oder ich komme und töte euch"

 

 

Auf Höllenjazz in New Orleans war ich sehr neugierig, da die Taten und der "Axeman" auf einer wahren Begebenheit beruhen. Auch der Schauplatz der Geschichte und die Zeit, in der das Ganze spielt, hatte meine Neugierde geweckt. Meine Erwartungen waren entsprechend hoch, leider zu hoch!


Die Handlung wird abwechselnd aus der Sicht von Detective Michael Talbot, dem korrupten und vorbestraften Ex-Polizisten Luca D`Andrea sowie von der farbigen Sekretärin Ida und ihrem besten Freund Louis, erzählt. Michael und Luca haben zudem eine gemeinsame Vergangenheit und treffen nach 8 Jahren bei ihren Ermittlungen zum ersten Mal wieder aufeinander. 

 

Michael hat kein gutes Standing bei seinen Kollegen und nur sein Vorgesetzter hält noch seine schützende Hand über ihn. Die "Axeman"-Morde sind daher die letzte Gelegenheit seinen Job zu behalten. Auch sein Privatleben ist alles andere als einfach, da er unbedingt ein Geheimnis bewahren muss, welches eigentlich schon längst keines mehr ist. 

 

Sein Ex-Partner und Mentor Luca hat seine Haftstrafe endlich abgesessen und versucht sein Leben mehr schlecht, als recht auf die Reihe zu bekommen. So verspricht er sich ausgerechnet Hilfe von dem Mann, der eigentlich dafür verantwortlich ist, dass er im Gefängnis war. 

 

Ida ist eine farbige junge Frau, die als Sekretärin bei der berühmt berüchtigten Privatagentur Pinkerton arbeitet. Sie fühlt sich allerdings zu Höherem berufen und beginnt, gemeinsam mit ihrem besten Freund Louis, zu ermitteln.


Ebenso lernt der Leser den etwas abgehalfterten und wenig erfolgreichen Journalisten John Riley kennen, dem zufällig ein Brief des angeblichen "Axeman" in die Hände fällt. 

 

Die Story hat zwar eine unterschwellige Spannung, doch gerade die hätte für mein Dafürhalten etwas mehr sein dürfen. Auch zu den Charakteren fand ich keine wirklich Bindung. Zwar waren sie interessant, aber trotzdem blieben sie mir zu kühl und distanziert. 

 

Mit Abstrichen fand ich Ida und Louis noch am interessantesten, da beide Farbige sind und die damalige Zeit doch recht schwierig war. Die Probleme und Umgangsformen hat der Autor für meine Begriffe recht gut ausgearbeitet und ich konnte mir die Lebensumstände recht gut vorstellen. Auch die Stimmung rund um das Thema Jazz und der Einstellung zur Musik selbst, gefielen mir.

 

Zwar wollte ich wissen, wer hinter den Morden steckt und wie alles zusammenhängt, aber wirklich fesselnd wurde es leider erst im letzten Drittel des Buches. Die Beweggründe des Killers konnte ich nachvollziehen, trotzdem überwiegt leider bei mir die Enttäuschung über dieses Buch.

 

 

Höllenjazz in New Orleans von Ray Celestin (Piper) ließ mich leider ernüchternd zurück. Ich weiß nicht, ob es an meinen hohen Erwartungen oder am Aufbau durch die Erzählung aus den drei verschiedenen Perspektiven, lag.

 

Für mich fehlte es an Spannung und Tiefe der einzelnen Charaktere. Daran konnte auch das letzte Drittel der Geschichte nichts mehr ändern - 3 von 5 Nosinggläser.

 

 

 

 

 

 

Gemäß § 2 Nr. 5 TMG kennzeichne ich diese Rezension als Werbung. In meinem Beitrag befindet sich (zu informativen Zwecken) eine Verlinkung zur Webseite des Verlags, in welchem das Buch erschienen ist. Ihr erhaltet somit auch weitere Informationen zum Buch, zum Autor sowie eventuell auch zu weiteren Romanen.

Quelle: http://uwes-leselounge.blogspot.com/2018/07/rezension-hollenjazz-in-new-orleans-von.html

Eine supersüße Geschichte, die ich nur empfehlen kann!

 

Titel: Die Sockenfresser 

Autor: Pavel Šrut

Illustriert: Galina Miklínová 

Übersetzer: Alexander Kratochvil & Andreas Tretner

Verlag: Fischer KJB

Ausgabe: Hardcover

Seiten: 304

ISBN: 978-3-7373-4116-5

Preis: 14,99 €

 

Quelle des Covers: Fischer Verlag KJB

 


 


Kicher ist ein junger Sockenfresser, der bei seinem Großvater lebt, da seine Eltern in Afrika sind. Gemeinsam wohnen die beiden bei Herrn Lorbeer, in einer Wand zwischen Badezimmer und Küche. Wovon dieser allerdings nichts ahnt. Ihr Eingang ist hinter einer Urkunde des Wohnungsinhabers versteckt. 


Als die beiden Cousins Ramses und Tulamor jun. Kicher besuchen, wird es sogleich turbulent, da die Zwillinge nur Blödsinn im Kopf haben. So kommt es, wie es kommen muss und Kicher bricht die oberste Regel der Sockenfresser, er zeigt sich Herrn Lorbeer. Aus diesem Erstkontakt entspinnt sich eine Freundschaft, die beide nicht für möglich gehalten hätten. 


Die Zwillinge selbst leben, zusammen mit ihrem Vater, dem Big Boss oder Dem Paten, wie ihn viele nennen, in einer schmucken Stadtvilla auf dem Dachboden bei Professor Krausekopf. Dieser glaubt an die Existenz der Sockenfresser und setzt alles daran, diese der Welt zu präsentieren. Da passt es gut, das Ramses und Tulamor jun. nur wieder Unsinn im Kopf haben.

 


Jeder von uns kennt es, du sucht die zweite Socke eines Paares und sie ist einfach nicht auffindbar! Oftmals wird die böse Waschmaschine beschuldigt, aber dem ist leider nicht so. Denn verborgen in unseren Häusern und Wohnungen, mitten unter uns, leben Sie - Die Sockenfresser!


Eine seltene, wie scheue Gattung, deren oberstes Sockenfressergesetz es ist, immer nur EINE Socke eines Paares zu verspeisen. Für uns Menschen sind sie unsichtbar, da sie die Eigenschaften eines Chamäleons besitzen und so mit ihrer Umgebung verschmelzen können. Sie mögen kein Wasser und keine Hunde, denn diese können die Sockenfresser leider riechen und auch sehen. Meist sind sie vorsichtige und schüchterne Wesen, aber es gibt auch übermütige und draufgängerische Typen, wie zum Beispiel die Zwillinge Rames und Tulamor jun..


Die Beiden haben nur Blödsinn im Kopf und treiben in der Stadtvilla von Professor Krausekopf, was zugleich ihre Wohnstätte ist, jede Menge Streiche. Einer dieser Ausflüge in die Wohnung des Professors endet leider in einem Fiasko, da Tulamor jun. in einem ehemaligen Aquarium gefangen genommen wird. Schlecht für ihn und gut für den Hausbesitzer, denn dieser ist überzeugt von der Existenz der Sockenfresser und schreibt aktuell sogar an einem Buch. Da trifft es sich doch gut, wenn man ein lebendes Exemplar näher studieren kann. Ramses und sein Vater, ein ehemaliger Mafiaboss setzen alles daran, Tulamor jun. zu befreien. So werden kurzerhand die ehemaligen Handlanger des Paten reaktiviert. Einfach nur göttlich.


Die Geschichte ist einfach nur zuckersüß. Die Sockerfresser von Pavel Šrut lässt sich sehr flott lesen, da die Buchstaben zum einen recht groß geschrieben und darüber hinaus mit vielen tollen Illustrationen untermalt sind. Neben der lustigen und spannenden Handlung, ist das Buch mit sehr viel Liebe zum Detail gestaltet, was den Lesespaß sehr unterstützt und mir angenehme Lesestunden bescherte.


Kicher ist einfach nur zum Knuddeln. Ist er zunächst noch schüchtern und hört auf seinen Großvater, merkt er doch recht bald, dass in ihm ein kleiner Abenteurer steckt. Als ihn Ramses, wegen der Befreiung seines Bruders, um Hilfe bittet, zögert dieser nicht lange.


Die Story handelt von Freundschaft, Vertrauen, Zusammenhalt und einer großen Portion Mut sowie für andere Gefahren in Kauf zu nehmen. Die Charaktere sind allesamt wunderbar gezeichnet und der Leser kann nicht anders, als jeden davon in sein Herz zu schließen.

 

 

Die Sockenfresser von Pavel Šrut (Fischer KJB) ist eine zuckersüße und tolle Geschichte, die sehr gut unterhält und mir viel Freude bereitet hat. Eine Lektüre für junge und junggebliebene Leser und Leserinnen. Auch wurde das Buch mit viel Liebe zum Detail gestaltet, da die Handlung durch schöne Illustrationen untermalt wird.


Ich kann hier nur eine klare Leseempfehlung aussprechen und vergebe 5 von 5 Nosinggläser.

 

 

 

 

 

 

 

Gemäß § 2 Nr. 5 TMG kennzeichne ich diese Rezension als Werbung. In meinem Beitrag befindet sich (zu informativen Zwecken) eine Verlinkung zur Webseite des Verlags, in welchem das Buch erschienen ist. Ihr erhaltet somit auch weitere Informationen zum Buch, zum Autor sowie eventuell auch zu weiteren Romanen.

Quelle: http://uwes-leselounge.blogspot.com/2018/07/rezension-die-sockenfresser-von-pavel.html

Eine spannende Fortsetzung die fesselt und begeistert.

Titel: Overworld

(Teil 2 der Mirador-Trilogie)

Autor: Dan Wells

Übersetzer: Jürgen Langowski

Verlag: Piper

Ausgabe: Taschenbuch

Seiten: 432

ISBN: 978-3-492-28022-8

Preis: 13,00 €

 

Quelle des Covers: Piper Verlag

 


 

Marisa und ihre Freundinnen erhalten eine exklusive Einladung zum Overworld-Turnier "Forward Motion". Dies ist für die jungen Frauen die große Chance, sich als professionelle Spielerinnen zu etablieren und finanziell unabhängig zu werden, damit sie ihre Familien unterstützen können. Denn als Profi kann man richtig gutes Geld verdienen. 

 

Währenddessen versucht Marisa noch immer hinter das Geheimnis ihres Unfalls aus Kindertagen zu kommen und hofft, über den Hacker Grendel, der allem Anschein nach bei KT Siang arbeitet, mehr in Erfahrung zu bringen. Da trifft es sich gut, dass gerade diese Firma das Turnier ausrichtet.

 

Aber es gibt auch eine dunkle Seite, denn die Spiele werden beherrscht von Machtkämpfen und Korruption. Als Marisa auf den mysteriösen Alain trifft, muss sie einsehen, dass nur der Gewinn des Tuniers das Leben ihrer Freundinnen und das ihrige retten kann.

 

 

Overworld von Dan Wells (Piper) ist der zweite Band der Mirador-Trilogie und ich war neugierig, was sich der Autor wieder alles hat einfallen lassen. Der Einstieg fiel mir leicht, da ich die Geschehnisse aus dem ersten Teil noch recht gut in Erinnerung hatte.

 

Die Story spielt in Los Angelos im Jahre 2050. Die Menschen haben Implantate, sogenannte Djinnis, im Kopf. Darüber läuft die gesamte Kommunikation, wie Telefon und Internet. Sprichwörtlich ist jeder mit jedem vernetzt, was schon eine etwas gruselige Vorstellung ist, wie ich finde. Denn ich möchte so eine Technik nicht in meinem Kopf haben. Doch für die Jugendlichen ist dies Alltag und ohne geht fast gar nichts mehr. Das Leben selbst, ist geprägt von ständiger Angst ums Überleben. Denn mit dem wenigen Geld, welches man zur Verfügung hat, muss man gut haushalten und über die Runden zu kommen. Besonders hart trifft es Marisas Eltern, die in einem ärmlichen Viertel von L. A. leben und ein mexikanisches Restaurant betreiben. Es ist ein wahrer Existenzkampf und Marisa spürt die Ängste ihrer Eltern immer mehr.


Im Mittelpunkt der Handlung aber stehen die fünf "Overworld"-Spielerinnen Marisa, Sahara, Anja, Jaya und Fang. Die jungen Frauen haben die einmalige Chance bekommen am "Forward Motion"-Turnier teilzunehmen, welches von KT Siang, einem der größten Kommunikationsunternehmen der Welt, ausgetragen wird. Als Marisa in einer prekären Lage von dem mysteriösen Untergrundkämpfer Alain gerettet wird, geraten die "Cherry Dogs", so ihr Gruppenname, in einen Kampf um Macht und Korruption von Großunternehmen. 

 

Ich mag Marisa nach wie vor, denn sie ist willensstark und hat das Herz am rechten Fleck. Ihre Familie ist ihr sehr wichtig und Marisa bekommt die Sorgen und Nöte ihrer Eltern immer häufiger mit. Weshalb sie sich geschworen hat, sollten die "Cherry Dogs" das Turnier gewinnen, würde sie mit dem anteiligen Preisgeld ihre Familie unterstützen. Auch ist Marisa die Freundschaft zu den Mädchen sehr wichtig und sie würde für jede Einzelne alles tun.


Auch Sahara, die Anführerin und zugleich Marisas beste Freundin, die hilfsbereite und finanziell unabhängige Anja sowie die schüchterne Fang und die draufgängerische Jaya mag ich, denn alle haben ein mitfühlendes und freundliches Wesen. Sie sind immer füreinander da und das will in dieser Zeit, wo aller spielt, schon etwas heißen.

 

Den Widerstandskämpfer Alain konnte ich zunächst nicht wirklich einschätzen, da er mir etwas unheimlich und zugleich undurchschaubar war. So fragte ich mich, für wen er wirklich kämpft und was seine Ziele sind.

 

Es war spannend zu lesen, mit welchen Ideen die Frauen versucht haben, sich aus teilweise schier ausweglosen Situationen zu befreien. Dabei helfen ihnen zum einen die angesprochene Freundschaft zueinander und zum anderen das blinde Verständnis untereinander. Dank der virtuellen Welt und den Spielen, ist die Geschichte sehr actiongeladen und es passiert ständig etwas. Der Schreibstil ist flüssig und wegen der computer animierten Welt auch sehr techniklastig, was mich aber nicht gestört hat.

 

Die gewählte Thematik der Megakonzerne, die mehr oder weniger die Städte und fast die gesamte Welt regieren, tun und lassen können, was sie wollen, reizen mich bei diesem Buch nach wie vor sehr. Dan Wells ist hier absolut selbstkritisch und hält dem Leser einen Spiegel vor das Gesicht. Denn je mehr wir uns von Technik und den Konzernen abhängig machen, umso mehr Macht haben sie schließlich über uns. Die Vorstellung, dass Geld, die Nutzung von Elektronik oder gar des Internets, einmal einen größeren Mehrwert haben könnte, als Wasser und Nahrungsmittel, finde ich sehr erschreckend.

 

 

Overworld von Dan Wells (Piper Verlag) gibt einen Ausblick, wie unsere Zukunft aussehen könnte. Themen wie Unterdrückung, Ausbeutung und Armut, aber auch die Gier nach Macht und Geld sowie Korruption finden sich in der Geschichte wieder. Ich bin nach wie vor von der Idee, dass vieles online bzw. in einer virtuellen Welt spielt begeistert, finde es aber zugleich auch verstörend und es macht mir auch irgendwie ein klein wenig Angst.

 

Die Story ist dabei spannend, fesselnd und auch recht actionlastig, weshalb sich das Buch recht flott lesen lässt. Dank dem Cliffhanger, der durchaus fies ist, bin ich schon jetzt neugierig, wie alles enden wird. 

 

Daher vergebe ich sehr gute 4 von 5 Nosinggläser.

 

 

 

 

Meine Meinung:

 

 

 

 

 

 

Gemäß § 2 Nr. 5 TMG kennzeichne ich diese Rezension als Werbung. In meinem Beitrag befindet sich (zu informativen Zwecken) eine Verlinkung zur Webseite des Verlags, in welchem das Buch erschienen ist. Ihr erhaltet somit auch weitere Informationen zum Buch, zum Autor sowie eventuell auch zu weiteren Romanen.

Quelle: http://uwes-leselounge.blogspot.com/2018/06/rezension-overworld-von-dan-wells.html

Eine geniale Fortsetzung!

Titel: Nevernight. Das Spiel

Autor: Jay Kristoff

Übersetzerin: Kirsten Borchardt

Verlag: Fischer Tor

Ausgabe: Hardcover

Seiten: 704

ISBN: 978-3-596-29759-7

Preis: 22,99 €

 

Quelle des Covers: Fischer Tor Verlag

 



Nachdem Mia einen der drei Männer, die für den Tod ihrer Familie verantwortlich sind, getötet hat, treibt sie die Ermordungen von Kardinal Duomo und Konsul Scaeva weiterhin mit großem Ehrgeiz voran. Allerdings sind beide Männer sehr gut bewacht und so ist ein Herankommen an sie nur schwer möglich. Doch Mia wäre nicht Mia, wenn sie nicht schon einen Plan entsponnen hätte, der sie ihrem Ziel näherbringen könnte.

 

So kehrt sie der Roten Kirche den Rücken und begibt sich in die Sklaverei, mit dem Ziel, als Gladiatorin an den Großen Spielen von Gottesgrab teilzunehmen. Aber Mia wird nur allzu schnell bewusst, dass sie dieses Mal vielleicht ein wenig zu weit gegangen ist und sich dadurch selbst in Gefahr gebracht hat. Denn in der Arena gibt es keine Gnade und es zählt nur eines: Ruhm und Ehre oder der Tod.

 


Eine meiner heiß ersehnten Neuerscheinungen in diesem Jahr ist Nevernight. Das Spiel von Jay Kristoff. Denn bereits mit dem ersten Band Nevernight. Die Prüfung konnte er mich für sich gewinnen. Daher waren meine Erwartungen extrem hoch. 

 

Auch wenn Mia die Prüfung zur Klinge nicht geschafft hat, wurde sie auf Grund der Geschehnisse zum Ende von Teil 1 nachträglich zur Klinge ernannt und verübt im Auftrag der Roten Kirche nun Morde. Dabei verliert sie ihr Ziel, die Tötung von Kardinal Duomo und Konsul Scaeva, die Schuld an der Ermordung ihrer Familie haben, nicht aus den Augen. 


Der Einstieg in dieses Buch fiel mir sehr leicht, da Jay Kristoff in Form einer Vorstellung der handelnden Personen Bezug auf die vorranggegangen Ereignisse genommen hat. Zwar hätte ich diese nicht unbedingt benötigt, aber die Idee dahinter gefällt mir.


Zunächst wird die Geschichte aus zwei Zeitebenen erzählt. So begleitet der Leser Mia bei den zu erledigenden Morden im Auftrag der Roten Kirche, aber auch ihren Weg in die Sklaverei und die Ausbildung zu einer Gladiatii-Kämpferin. Beide Erzählstränge wechseln sich ab und laufen unaufhaltsam aufeinander zu, was äußerst spannend zu lesen war. Gerade die Ausbildung und die damit verbundene Aufopferung sowie Qualen und Erniedrigungen wurden hier für mich sehr gut vermittelt. Dabei muss sich Mia die Frage stellen, ob es möglich ist, in einer so feindlichen Umgebung Freundschaften zu schließen.

 

Mia ist eine taffe junge Frau, die sich nach außen hin stahlhart gibt und auch entsprechend auftritt, doch in ihrem Inneren sieht es schon ganz anders aus. Hier herrschen oftmals Angst und Unsicherheit. Nur gut, dass Mia Herr Freundlich die Nicht-Katze und den Nicht-Wolf Eclipse an ihrer Seite hat, die ihre Angst trinken. Mit ihren Dialogen bringen die beiden Dämonen richtig genialen Sarkasmus und schwarzen Humor in die Geschichte hinein, was mir richtig gut gefiel. Von Mia bin ich sehr beeindruckt und dank ihrer Dunkellin-Fähigkeiten, die sie immer besser lernt zu beherrschen, löst sie so manch brenzlige Situation für sich.

 

Unterstützung bekommt Mia bei ihrer Rache durch eine Feindin, der sie nicht wirklich vertrauen darf. Doch Ash hat überzeugende Argumente und doch ist sich Mia lange nicht sicher, wie viel sie ihr anvertrauen kann. Für mich war Ash schon immer undurchschaubar und ich war neugierig, was ihre Ziele und Pläne sind.

 

Der Schreibstil ist, wie zu erwarten war, wieder mehr als bildlich, dabei sehr brutal und blutig. Zartbesaitete dürften, gerade was die Arenakämpfe angeht, an ihre Grenzen kommen. Auch die Ausdrucksweise ist stellenweise recht derb, was allerdings zur Geschichte und dem Setting passt. Abgerundet wird das Ganze von den Anmerkungen/Fußnoten, die man auf der einen oder anderen Seite findet.

 

Das Ende brachte mich fast zum Verzweifeln, denn ich bangte und fieberte mit Mia mit, ob es ihr gelingen würde, Rache an den mächtigsten Männern von Gottesgrab zu nehmen. Aber was dann passiert ist, habe ich nicht erwartet...

 

 

Was für eine geniale Fortsetzung! Nevernight. Das Spiel von Jay Kristoff (Fischer Tor) ließ mich mitleiden und mitkämpfen. Ich habe, wie Mia, geblutet, wurde gebrochen, nur um noch gestärkter daraus hervorzugehen. Der Roman ist an Spannung und Dramatik kaum zu überbieten und der Leser muss einfach immer weiterlesen. Was für eine Story!!


Wer die Bücher noch nicht gelesen hat, sollte dies unbedingt bald tun, denn Suchtpotenzial ist hier absolut gegeben. Die Reihe gehört schon jetzt zu meinen Lieblingsbüchern und so kann es von mir nur 5 von 5 Nosinggläser + Zigarre geben.

 

 

Meine Meinung zu:

 

Nevernight. Die Prüfung

 

 

 

Gemäß § 2 Nr. 5 TMG kennzeichne ich diese Rezension als Werbung. In meinem Beitrag befindet sich (zu informativen Zwecken) eine Verlinkung zur Webseite des Verlags, in welchem das Buch erschienen ist. Ihr erhaltet somit auch weitere Informationen zum Buch, zum Autor sowie eventuell auch zu weiteren Romanen.

Quelle: http://uwes-leselounge.blogspot.com/2018/06/rezension-nevernight-das-spiel-von-jay.html

Überaus spannend, fesselt und gespickt mit überraschenden Wendungen

Titel: Scythe. Der Zorn der Gerechten

Übersetzer: Kristian Lutze & Pauline Kurbasik

Verlag: Fischer Sauerländer

Ausgabe: Hardcover

Seiten: 544

ISBN: 978-3-7373-5507-0

Preis: 19,99 €

 

Quelle des Covers: Fischer Sauerländer Verlag

 


 

Citra hat ihr Ziel erreicht und den Wettstreit während ihrer Ausbildung gegenüber Rowan gewonnen. Als Scythe Anastasia darf sie nun entscheiden, wer leben darf und wer sterben muss. Hierfür hat sie eine sehr humane Art des Sterbens ausgewählt. Aber gerade diese von ihr gewählte Art der Nachlese stößt nicht unbedingt auf viel Wohlwollen innerhalb des Scythetums, doch das, ist Citra egal.

 

Auch Rowan kämpft gegen die Korruption innerhalb der Scythe und schwingt sich zum Rächer auf.

 

Als Scythe Curie und Citra zur Zielscheibe von mehreren Attentaten werden, beginnt ein Kampf um Gerechtigkeit und Macht, der die aufgestellten Regeln schwer ins Wanken bringt. Nur gemeinsam können die drei den Untergang aufhalten.

 

 

Bereits mit dem ersten Band seiner Trilogie konnte mich Neal Shusterman von seinen Ideen und dem Schreibstil begeistern, weshalb ich große Erwartungen an Scythe. Der Zorn der Gerechten hatte. Und diese wurden mehr als übertroffen, denn die Geschichte zog mich völlig in ihren Bann und ich konnte einfach nicht mehr aufhören zu lesen.


Die Fortsetzung setzt nahtlos an das Ende des ersten Teils an und der Leser begleitet zum einen Rowan bei seinem "Kreuzzug" gegen korrupte Scythe und zum anderen Citra sowie Curie bei ihrer Arbeit. Die Art der Nachlese, welche sich Sycthe Anastasia, wie sich Citra nun nennt, ausgedacht hat, gefiel mir. Da diese für mich sehr human gewählt wurde. So darf die betreffende Person innerhalb eines Monats bis zum Tode ihre Angelegenheiten regeln und darüber hinaus die Todesart bestimmen. Doch diese Nachlese stößt bei den Scythe der neuen Ordnung auf wenig Gegenliebe und so brodelt hinter den Kulissen ein Machtkampf um die Vorherrschaft innerhalb des Scythetums. 

 

Citra/Anastasia bewundere ich für ihren Mut und unbändigen Willen, den von ihr eingeschlagenen Weg, trotz vieler Hinternisse und Vorurteile, fortzuführen. Unterstützung erfährt sie dabei von ihrer Freundin Scythe Curie und auch Rowan.


Rowan musste ja bereits in Scythe. Die Hüter des Todes viel einstecken und ertragen. Und dies führt sich hier nahtlos fort. Er ist überzeugt, dass nur er den korupten Scythe das Fürchten lehren kann und setzt alles daran, um sich einen Namen zu machen. Durch eine Wendung, auf die ich nicht näher eingehen möchte, gerät Rowan in die Hände von Scythe Rand, die er während seiner Ausbildung bei Scythe Goddard kennengelernt hatte.

 

Als die beiden Scythe Curie und Anastasia Ziel von mehreren versuchten Attentaten werden, wird der Kommandant der BladeGuard, Scythe Constantine, beauftragt, dies zu untersuchen, um herauszufinden, wer hinter den Anschlägen steckt. Constantine wirkte auf mich sehr kühl und distanziert und so konnte ich ihn nicht wirklich einschätzen. Auch fragte ich mich, auf welcher Seite er steht. 

 

Ein ebenfalls neuer Charakter ist Greyson, der ohne Eltern aufwachsen musste. Der Thunderhead beobachtet und lenkt ihn ein wenig, nimmt sich ihm an und verhilft Greyson zu einem ordentlichen Leben. Denn Greyson scheint zu höherem berufen zu sein und er sieht in den Anweisungen des Thunderhead einen höheren Plan. Ich mochte ihn und empfand ihn als sehr sympathisch, aber durch seine Gutgläubigkeit und Naivität wurde ihm übel mitgespielt, was mir sehr leid getan hat. Aber ich bewundere ihn für seinen Mut und sein Durchsetzungsvermögen sehr und bin gespannt, wie es mit Greyson weitergehen wird.


Auch Der Thunderhead kommt innerhalb der Handlung mehrfach zu Wort und der Leser erfährt mehr über seine Entstehung und die Beweggründe der Menschen für dessen Erschaffung. Beim Lesen der Kapitel über den Thunderhead, welche überaus interessant sind, hatte ich immer mehr den Eindruck, dass hier ein lebendes Wesen spricht, was Gefühle und eigene Gedanken hat. Ein gutes Beispiel für diese Vermutung ist Greyson. Neal Shusterman hat dieser künstlichen Intelligenz wahrlich Leben eingehaucht.


Innerhalb der Geschichte passieren so unglaublich viele Dinge, die durch geschickte Wendungen herbei geführt werden, dass ein wahrer Lesesog bei mir entstand. Ich konnte das Buch einfach nicht aus den Händen legen. Das Ende habe ich zu keinem Zeitpunkt erwartet, denn der Cliffhanger ist mega fies. Nach dem Zuschlagen des Buches, fragte ich mich, wie der Autor dies alles zu einem guten Ende bringen will.

 


Mit diesem zweiten Band Scythe. Der Zorn der Gerechten ist Neal Shusterman (Fischer Verlag) ein wahres Meisterwerk gelungen, welches in meinen Augen sogar den ersten Band übertrifft. 


Überaus spannend und mit absolut überraschenden Wendungen wird der Leser hier regelrecht an die Seiten gefesselt. Die Geschichte ist großes Kino und ich kann es kaum erwarten, wie alles enden wird. Ich liebe diese Trilogie schon jetzt, weshalb ich 5 von 5 Nosinggläser plus Zigarre vergebe.

 

 

 

Rezension:

 

 

 

 

Gemäß § 2 Nr. 5 TMG kennzeichne ich diese Rezension als Werbung. In meinem Beitrag befindet sich (zu informativen Zwecken) eine Verlinkung zur Webseite des Verlags, in welchem das Buch erschienen ist. Ihr erhaltet somit auch weitere Informationen zum Buch, zum Autor sowie eventuell auch zu weiteren Romanen.

Quelle: http://uwes-leselounge.blogspot.com/2018/06/rezension-scythe-der-zorn-der-gerechten.html

Ein toller Schreibstil mit bemerkswerten Botschaften

 

Titel: Dumplin´Go Big or go Home

Autor: Julie Murphy

Übersetzerin: Kattrin Stier

Verlag: Fischer FJB

Ausgabe: Hardcover

Seiten: 400

ISBN: 978-3-8414-2242-2

Preis: 18,99 €

 

Quelle des Covers: S. Fischer Verlage

 


 

Die 16-jährige Schülerin Willowdean ist übergewichtig und ein großer Fan der Sängerin Dolly Parton. Von ihrer Mutter hat sie den Spitznamen "Dumplin" (Knödel) bekommen, was sie aber nicht sonderlich stört, da sie sich im Prinzip in ihrem Körper wohlfühlt.

 

Mit ihrer besten Freundin Ellen an ihrer Seite ist sie glücklich und es stört sie daher nicht, dass sie fülliger ist, als andere. Erste Gedanken über sich und ihren Körper macht sich Will, als sie den attraktiven und sportlichen Bo kennenlernt, mit dem sie bei einer Fastfood-Kette arbeitet. Die beiden freunden sich schnell an und Will verknallt sich in Bo. Als dieser sie eines Abends, nach Ende ihrer Schicht, auf dem Parkplatz küsst, spielen Wills Gedanken und Gefühle verrückt. 

 

Zunächst denkt Will, dass das Ganze nur ein Traum ist, aber als Bo seine Bemühungen intensiviert, ist es ihr plötzlich nicht mehr egal, dass sie dick ist. Was für weitere Probleme und Verwirrungen in Wills Leben sorgt.


Durch einen bestimmten Umstand beschließt Willowdean, sich zu einem verdammt mutigen Schritt. Sie meldet sich beim alljährlichen "Miss Teen Blue Bonnet"-Schönheitswettbewerb, dem ausgerechnet ihre Mutter als Vorsitzende vorsteht, an und möchte beweisen, dass Schönheit relativ ist.

 

 

Schon bei der Verlagsvorstellung war ich sehr neugierig auf Dumplin´- Go big or go home von Julie Murphy, da mich die Thematik ansprach. 

 

In dem Buch geht um die 16 Jahre alte Willowdean, die etwas mit den Pfunden zu kämpfen hat, sich aber trotz alledem wohl in ihrem Körper fühlt. Aber auch mit den damit verbundenen Ängsten, Sorgen und Problemen, die eine größere Körperfülle mit sich bringen. Um Selbstzweifel, die erste Liebe, aber auch um Freundschaft und Zusammenhalt. 

 

Der Schreibstil ist kurzweilig, unterhaltsam und die Geschichte lässt sich gut lesen. Die Handlung wird aus der Sicht von Will erzählt, was ich sehr passend fand, da man so die Gefühlswelt der Protagonistin jederzeit nachvollziehen kann.

 

Ich mochte Will, da sie zwar nach außen hin sehr selbstbewusst auftritt, aber im Inneren mit ihrem Körper hadert. Zudem muss sie einen schweren Schicksalsschlag verkraften, was häufiger zu Spannungen zwischen Will und ihrer Mutter führt. Auch die Vorbereitungen anlässlich des bald statt findenden Schönheitswettbewerbs, dem ihre Mutter als Vorsitzende vorsteht, machen das Zusammenleben nicht gerade einfach. Zum Glück gibt es ihre beste Freundin, Ellen, die ihr ein starker Rückhalt ist und den attraktiven und gutaussehenden Bo, für den Will heimlich schwärmt. 


Ellen konnte ich zunächst nicht ganz so gut einschätzen. Zwar nahm ich ihr die Freundschaft zu Will ab und doch störte mich etwas an ihrem Verhalten.


Als Bo sein Werben um sie intensiviert und es zum ersten Kuss kommt, beginnen bei Will die ersten Selbstzweifel zu keimen. Gedanken wie, "Was findet Bo an ihr" oder "Was sagen die anderen, wenn man sie zusammen sehen würde" stellen sich zwangsläufig bei ihr ein.

 

Bo mochte ich sofort, denn der er zeigt auf, dass es in einer Beziehung auf die inneren Werte eines Menschen ankommt und nicht nur auf das Äußere. Ich nahm ihm seine Gefühle für Will ab und konnte seine Beweggründe gut nachvollziehen.

 

Als sich Will durch einen gewissen Umstand entschließt, an dem Schönheitswettbewerb teilzunehmen, wird sie dadurch unbewusst zum Vorbild von Mädchen mit Handicaps, was mir gut gefiel. Der daraus resultierende Kontakt zwischen Will, Millie, Amanda und Hannah ist lustig und doch tiefgreifend. Er zeigt auf, dass niemand perfekt ist und darüber hinaus jeder sein Päckchen zu tragen hat. Zwischen den jungen Frauen wächst eine tolle Freundschaft heran, die getragen wird von Aufopferung und Zusammenhalt.

 

Gerade die vorgenannten Botschaften, hat die Autorin für mich richtig gut in die Handlung eingewoben. Wie oft erwischt man sich dabei, vorschnell einen anderen Menschen in eine bestimmte Schublade zu stecken, ohne diesen wirklich zu kennen. Man sollte eine Person niemals nach ihrem Äußeren beurteilen, sondern diese erst einmal kennenlernen. Doch dies wird in unserer heutigen, so schnelllebigen Gesellschaft, viel zu oft vernachlässigt.

 

 

Mit sehr viel Einfühlungsvermögen und einem lockeren Schreibstil konnte mich Julie Murphy mit ihrem Buch Dumplin´- Go big or go home (Fischer FJB) begeistern, da mich die Botschaft hinter dieser Geschichte sehr bewegt hat.

 

Es regt definitiv zum Nachdenken an, da es gesellschaftskritisch ist und deshalb kann ich nur jedem empfehlen, das Buch zu lesen - 4,5 von 5 Nosinggläser.

 

 

 

 

 

Gemäß § 2 Nr. 5 TMG kennzeichne ich diese Rezension als Werbung. In meinem Beitrag befindet sich (zu informativen Zwecken) eine Verlinkung zur Webseite des Verlags, in welchem das Buch erschienen ist. Ihr erhaltet somit auch weitere Informationen zum Buch, zum Autor sowie eventuell auch zu weiteren Romanen.

Quelle: http://uwes-leselounge.blogspot.com/2018/05/rezension-dumplin-go-big-or-go-home-von.html