Uwes-Leselounge

Auf meinem Blog UWES-LESELOUNGE findet Ihr Bücher aus den Bereichen Jugenbuch, Dystopie, Fantasy, Krimi & Thriller und Horror. Ich freue mich auf euren Besuch :)

Eine gelungene Geschichte im typischen Marie Lu Stil

Übersetzerin: Anja Galic

Verlag: dtv

Ausgabe: Hardcover

Seiten: 320

ISBN:  978-3-423-76228-1

Preis: 17,95 €

 

Quelle des Covers: dtv Verlag

 


 

 

Bei einer Probefahrt mit seinem neuen Sportwagen gerät der junge Millionär Bruce Wayne mitten in einen Polizeieinsatz. Dabei kann der Täter flüchten und Bruce nimmt kurz entschlossen die Verfolgung auf. Mit seinem hochtechnisierten Fahrzeug gelingt es ihm schließlich, nach einer wilden Hetzjagd quer durch Gotham City, den Flüchtenden zu stellen und übergibt ihn der Polizei.


Was zu diesem Zeitpunkt noch niemand ahnt ist, dass der Verbrecher den berüchtigten Nightwalkern angehört, die schon seit längerem die reichen Einwohner der Stadt terrorisieren. Die Polizei ist von Bruce Einmischung nicht gerade angetan. Deshalb verdonnert ihn ein Gericht zu einer Bewährungsstrafe mit Sozialstunden, die er ausgerechnet im Hochsicherheitsgefängis Arkham Asylum ableisten soll.


Dort sitzt seit kurzer Zeit ein weiteres Mitglied der Nightwalker ein. Aber die junge Frau schweigt beharrlich. Deshalb beschließt Detective Draccon Bruce in die Ermittlungen mit einzubinden.

 

 

Auf Batman. Nightwalker von Marie Lu (dtv Verlag) habe ich mich wahnsinnig gefreut. Ich hatte hohe Erwartungen an die Geschichte und ich wurde nicht enttäuscht. Die Handlung empfand ich als spannend, temporeich und witzig, weshalb es wenig verwunderlich sein dürfte, dass ich das Buch innerhalb von zwei Tagen gelesen habe. Ich liebe den Schreibstil von Marie Lu und bin richtig begeistert.

 

In der Story dreht sich alles um die Anfänge der späteren Heldenfigur Batman. So lernt der Leser den gerade 18 Jahre alt gewordenen und jetzt mehrere Millionen Dollar schweren Erben Bruce Wayne kennen. Nachdem seine Eltern bei einem Raubüberfall getötet wurden, ist Bruce in der Obhut von Alfred, seinem Freund, Butler und Vormund aufgewachsen. Viele Menschen sehen in Bruce nur einen typischen, versnobten und reichen Sohn, der aller Wahrscheinlichkeit nach, sein Erbe schnell verpulvert haben dürfte.


Aber auch wenn sich Bruce um Geld keine großen Sorgen machen muss, so ist er doch ein besonnener und rechtschaffender junger Mann, der früh gelernt hat, worauf es ankommt. Trotzdem genießt er das Leben und feiert mit seinen beiden besten Freunden Harvey und Dianne gerne Partys. Dabei vergisst er aber nicht, sich für die Stiftung seiner Mutter einzusetzen und mit Hilfe von Wohltätigkeitsbällen ihr Vermächtnis sowie für die Bewohner von Gotham City, aufrecht zu erhalten. Ebenso steht ihm der Vorstandsvorsitzende und zugleich ein großer Freund der Familie Wayne, Lucius Fox, zur Seite. 

 

Unterstützung erfährt Bruce auch von Harvey und Dianne, die immer für ihn da sind und ihm in vielen Dingen zur Seite stehen. Beide mochte ich sehr, da sie ein hohes Maß an Loyalität gegenüber Bruce an den Tag legen und für ihn durchs Feuer gehen würden. Gerade Harvey durchläuft während der Story eine enorme Entwicklung, die ich ihm so nicht zugetraut hätte. Dianne hingegen ist eine taffe, junge Frau, die im wahrsten Sinne des Wortes ihren Mann steht. Dafür bewunderte ich sie.


Gotham City versinkt immer mehr im Chaos. Die Reichen und Mächtigen der Stadt vertreten nur ihre Bedürfnisse und Interessen, was dazu führt, dass der Korruption Tür und Tor geöffnet ist. Gleichzeitig bedeutet das aber für viele Einwohner der Stadt ein Leben in Armut und Dreck. Auch die Verbrechensrate ist dem zufolge natürlich sehr hoch und die Polizei ist mehr als überfordert. Daher ist es wenig verwunderlich, als sich eine Bande von Gesetzlosen, mit Namen Nightwalker, die wohlhabenden Menschen für ihr Handeln bestrafen.


Der ohnehin schon recht hohe Gerechtigkeitssinn von Bruce, wird durch seine Einmischung während einer polizeilichen Ermittlung sowie seiner Verurteilung zu einer Bewährungsstrafe mit abzuleistenden Sozialstunden, nun noch mehr geweckt. Denn ausgerechnet diese Sozialstunden muss er im berüchtigten Hochsicherheitsgefängis Arkham Asylum ableisten. Zudem wird er unter die Aufsicht von Detective Draccon sowie der Direktorin des Gefängnisses, Dr. James, gestellt. Seine tägliche Aufgabe umfasst das Putzen der Flurböden vor den Zellen der gefährlichsten Verbrecher von Gotham.


Dabei lernt Bruce die junge, attraktive Madeleine kennen, an der sich Detective Draccon bisher die Zähne ausgebissen hat. Madeleine, der diverse Einbrüche und Morde vorgeworfen werden und die ein Mitglied der berüchtigten Nightwalker sein soll, schweigt zu den Vorwürfen beharrlich. Als Madeleine Bruce bei dessen Arbeit plötzlich anspricht, ist dieser völlig perplex und zugleich von ihr fasziniert. Diesen Umstand möchte sich Detective Draccon zu Nutze machen und sie beschließt, Bruce in ihre Ermittlungen einzubinden, um eventuell so an Informationen über die Nightwalker zu gelangen.


Madeleine mochte ich sofort. Sie ist charmant wie manipulativ, liebreizend wie gefährlich und sie weiß, welche Knöpfe man bei einem Mann drücken muss. Madeleine ist klug und ein wahres Genie, wenn es um Technik und Computer geht. Geprägt wurde sie durch den frühen Tod ihres Bruders, den das System im Stich gelassen hat.

 

Bruce ist, bedingt durch sein noch recht junges Alter, leicht zu manipulieren und er kam mir, gerade in Bezug auf Madeleine und seiner Gefühlen zu ihr, zu Beginn ein wenig naiv vor. Dies ist wohl auch seiner offenen Art gegenüber Menschen sowie seiner großen Hilfsbereitschaft und Nächstenliebe geschuldet. Trotzdem konnte man im weiteren Verlauf der Handlung schon in Ansätzen den späteren Bruce bzw. Batman erkennen.


So beginnt zwischen Madeleine, Bruce und der Polizistin Draccon ein Katz und Maus Spiel, welches sehr kurzweilig und spannend zu lesen war. Ich war neugierig, wie weit sich Bruce von Madeleine beeinflussen lassen würde und was hinter den Überfällen und Diebstählen der Nightwalker stecken mag.

 

 

Batman. Nightwalker von Marie Lu (dtv Verlag) ist für mich eine sehr gelungene Geschichte über die jungen Jahre von Bruce Wayne. Gerade das Spiel zwischen Madeleine und Bruce konnte mich überzeugen und ließ bei mir die Seiten nur so fliegen. Die Story ist temporeich und bietet viel Action, weshalb ich nur schwer aufhören konnte zu lesen.


Für mich bisher der beste Band der DC-Reihe, dies ist auch dem flüssigen und an den richtigen Stellen humorvollen Schreibstil der Autorin geschuldet. Für Fans von Gotham City, Batman und den DC-Helden ein absolutes Must-Have Buch - 4,5 von 5 Nosinggläser.

 

 

 

 

DC-Reihe:

 

Wonder Woman. Kriegerin der Amazonen - Leigh Bardugo (Rezension)

Catwoman. Diebin von Gotham City - Sarah J. Maas (Rezension)

Batman. Nightwalker - Marie Lu

Superman - Matt de la Peña (ET noch nicht bekannt)

 

 

 

 

 

Gemäß § 2 Nr. 5 TMG kennzeichne ich diese Rezension als Werbung. In meinem Beitrag befindet sich (zu informativen Zwecken) eine Verlinkung zur Webseite des Verlags, in welchem das Buch erschienen ist. Ihr erhaltet somit auch weitere Informationen zum Buch, zum Autor sowie eventuell auch zu weiteren Romanen.

Quelle: http://uwes-leselounge.blogspot.com/2019/03/rezension-batman-nightwalker-von-marie.html

Spannend, mysteriös und brandaktuell

 

Titel: I Can See U

Verlag: Coppenrath

Ausgabe: Hardcover

Seiten: 304

ISBN: 978-3-6496-3190-3

 Preis: 16,00 €

 

Quelle des Covers: Coppenrath Verlag

 


 

 

Mit der Ankunft des neuen Schülers Ben, der in Marie´s Klasse kommt, fühlt sie sich endlich wahrgenommen. Ben sieht nicht nur gut aus, er ist auch immer freundlich gegenüber Marie und den Mitschülern. Darüber hinaus scheint es fast so, als wenn er allen ihre Wünsche von den Lippen ablesen würde. Marie ist sichtlich fasziniert und schwebt, bezüglich Ben, auf Wolke 7.

 

Als dann immer merkwürdigere Dinge, wie Fake-Bilder oder Geheimnisse, sich wie ein Lauffeuer innerhalb der Klasse verbreiten, ahnen Marie und die anderen Schüler noch nicht, was hinter allem steckt.

 

 

Der Klappentext zu I Can See U von Matthias Morgenroth (Coppenrath) klang aufregend, weshalb ich sehr neugierig war, wie mir das Buch letztlich gefallen würde. 

 

Ich fand es spannend zu lesen, wie hier die Themen Mobbing, Schuldzuweisungen zwischen Schülern und Lehrern sowie die technischen Möglichkeiten, die heute jeder kennt und nutzt, behandelt wurden. Matthias Morgenroth schildert an Hand alltäglicher Situationen, wie schnell man jemandem vertraut und z. B. eine Nachricht anklickt, ohne sich über die möglichen Konsequenzen Gedanken zu machen. Dabei ist der Schreibstil flüssig und die Story lässt sich, dank der gewählten Erzählperspektive, nämlich rückblickend aus der Sicht von Marie, zügig lesen.

 

Zunächst beginnt alles recht harmlos, als Ben in die Klasse kommt. Er ist gegenüber seinen neuen Mitschülern freundlich und aufgeschlossen und versucht sich mit ihnen anzufreunden. Dabei ist er recht kommunikativ und so sendet er allen eine Nachricht. In dieser bittet er seine Klassenkameraden mehr über sich zu erzählen.

 

Diese Idee gefällt Marie sehr gut, hofft sie so vielleicht die Aufmerksamkeit von Ben gewinnen zu können. Nichtsahnend sendet sie deshalb die gewünschten Informationen, inklusive einem Foto, an ihn zurück. Viele aus der Klasse folgen dieser Aufforderung, da auch sie neugierig sind, wer Ben ist.

 

Marie ist nicht gerade das hübscheste Mädchen an der Schule und auch ihre Figur ist nicht so, wie sie es sich wünschen würde. Auf Jungs zuzugehen traut sie sich nicht, obwohl sie schon gerne einen Freund hätte. Ich mochte Marie, auch wenn mir ihre Verliebtheit hinsichtlich Ben doch recht blauäugig vorkam. Hier hätte ich sie des Öfteren am liebsten wachgerüttelt.


Ben ist sportlich, schlank, gutaussehend und immer gut gelaunt. Er ist hilfsbereit und hat fast immer einen Tipp für seine Mitschüler. Und ein Blick in seine strahlenden Augen, lassen Marie alles vergessen.

 

Josh mochte ich, da er die Geschehnisse hinterfragte und gemeinsam mit Marie und Elli versuchte, hinter die Geheimnisse zu kommen.

 

Auch Elli gefiel mir gut, da sie überlegt handelte. So versucht sie ihre beste Freundin Marie immer wieder mit der Realität zu konfrontieren, ihr zu helfen und so nicht alles für bare Münze zu nehmen.

 

So rätselte und fieberte ich mich den dreien mit, stellte Vermutungen an, wer hinter den Fake-Bildern, Beschuldigungen und Diffamierungen stecken könnte. Diese Art von Geschichten mag ich sehr gerne, da sie die Fantasie anregen und oftmals packend sind, so auch hier. Das Ende überraschte mich dann doch ein wenig und mit ein bisschen Abstand, ergibt es aber durchaus Sinn.

 

 

Mir gefiel die Idee, die hinter I Can See U von Matthias Morgenroth (Coppenrath) steckte. Gleichzeitig lief mir immer wieder ein kalter Schauer über den Rücken, denn dieses Szenario könnte faktisch Realität sein.

 

Die Handlung ist mysteriös, erschreckend und leider mehr als alltäglich, was die Themen Mobbing, Social Media und Missbrauch angehen. Das alles regt zum Nachdenken an und ich finde es schon erschreckend, wie es mittlerweile an unseren Schulen zugeht - 4 von 5 Nosinggläser.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 Gemäß § 2 Nr. 5 TMG kennzeichne ich diese Rezension als Werbung. In meinem Beitrag befindet sich (zu informativen Zwecken) eine Verlinkung zur Webseite des Verlags, in welchem das Buch erschienen ist. Ihr erhaltet somit auch weitere Informationen zum Buch, zum Autor sowie eventuell auch zu weiteren Romanen.

Quelle: http://uwes-leselounge.blogspot.com/2019/03/rezension-i-can-see-u-von-matthias.html

Eine klare Leseempfehlung !!!!

Titel: Offline. Ist es nass, wenn´s regnet

Autor: Jessi Kirby

Übersetzer: Anne Brauner 

Illustrationen: Imke Sönnichsen

Verlag: Loewe

Ausgabe: Klappenbroschur

Seiten: 336

ISBN 978-3-7432-0377-8
Preis: 14,95 €

 

Quelle des Covers: Loewe Verlag

 


 

 

Mari´s Leben ist geprägt von Instagram, YouTube, Twitter & Co. Ständig schaut sie nach, wie viele Follower sie hat, wie viele Likes ein Bild erhalten hat oder welche Kommentare zu ihren Beiträgen geschrieben wurden. Kurzum Mari´s Dasein dreht sich fast nur um ihre Social Media Kanäle. Dabei bleibt das wahre Leben auf der Strecke.


Als sie an ihrem 18. Geburtstag ein Paket ihrer Tante vor der Haustür in Empfang nimmt und dieses schließlich auspackt, findet sie darin einen riesigen Wanderrucksack mit allen wichtigen Dingen sowie ein Trailtagebuch ihrer Cousine Bri. Dies wirft sie völlig aus der Bahn und löst in ihr eine tiefe Traurigkeit aus.

 

Der Traum von Mari und Bri war es einmal, gemeinsam den John Muir Trail, zu durchwandern. Völlig überwältigt von ihren Gefühlen, bricht Mari kurzerhand alle Verbindungen zu ihren Social Media Kanälen ab und nimmt die Herausforderung Yosemite Nationalpark an.

 


Als ich von Offline. Ist es nass, wenn´s regnet von Jessi Kirby (Loewe) erfahren habe, sprach mich die Thematik rund um Facebook, Instagram und Co., das Leben einer Influencerin sowie die erwähnte Wanderung durch den Yosemite Nationalpark, sehr an. Allerdings habe ich nicht mit einer so traurigen, bewegenden und zugleich lockeren Geschichte gerechnet.

 

Mari´s Leben besteht zu großen Teilen aus Likes und Kommentaren. Ständig prüft sie, ob ihre Followerzahlen gestiegen sind, wie viele Likes ein Bild erhalten hat oder welche Kommentare zu ihren Beiträgen geschrieben wurden. Kurzum in Mari´s Dasein sind ihre Social Media Kanäle der Dreh- und Angelpunkt ihrer Existenz. Mit der Konsequenz, dass sie immer weniger Zeit damit verbringt, sich mit Freunden zu treffen und etwas zu unternehmen.


Angetrieben durch Kooperationen mit Firmen kann sie Stunden damit verbringen, das jeweilige Produkt in Szene zu setzen, bis DAS perfekte Foto entstanden ist. Selbst ihr Freund Ian, mit dem sie viele Fotos für Waren "stellt", ist mehr Schein, als Sein. So entwickelte sich über Jahre hinweg ein Lügengebilde, welches nach außen hin eine junge aufstrebende Influencerin darstellt, aber im Inneren sieht es bei ihr ganz anders aus.

 

Denn durch einen gewissen Umstand innerhalb ihrer Familie belastet sie ein Vorfall sehr. Wenn Mari könnte, würde sie am liebsten die Zeit zurückdrehen und gewisse Dinge anders machen. Als an ihrem 18. Geburtstag ein großes Paket geliefert wird, ahnt Mari noch nicht, auf welche emotionale Achterbahnfahrt sie sich gerade eingelassen hat.

 

Das besagte Geschenk besteht aus einem großen Wanderrucksack mit allen wichtigen Utensilien für eine längere Wanderung sowie einem Trailtagebuch ihrer Cousine Bri. Der größte Traum der beiden Mädchen war es, mit 18 Jahren den John Muir Trail im Yosemite Nationalpark zu durchwandern.

 

Von jetzt auf gleich tauscht Mari Smartphone und Social Media gegen schneebedeckte Berge, reißende Flüsse und traumhafte Sonnenaufgänge sowie warmherzige Begegnungen, ein. Dabei muss sie mutige Entscheidungen treffen – denn der Yosemite verändert jeden.


Ich mochte Mari sofort und durch die gewählte Erzählweise aus der Ich-Perspektive, konnte ich mich in ihre Gefühlswelt super hineinfühlen und sie so gut verstehen. Dass das Leben als Influencerin nur Fassade ist, merkt man schnell, da es Mari eigentlich zu wider ist und doch kommt sie gegen diese Art der "Sucht" nicht wirklich an.

 

Auf ihrer Wanderung begegnet Mari vielen Herausforderungen, muss sich ihren Ängsten stellen und oft über sich hinauswachsen. Für die von ihr getroffene Entscheidung, von jetzt auf gleich alles stehen und liegen zu lassen, sich völlig unvorbereitet in ein großes Abenteuer zu stürzen, ziehe ich meinen imaginären Hut. Ich glaube, dass ich dafür nicht den Mut hätte. Während dem Lesen des Buches lösten die Ereignisse, rund um Mari´s Wanderung, eine Flut von Emotionen bei mir aus. Von Freude, über Traurigkeit und Verzweiflung, bis hin zu Frustration und Hilflosigkeit, waren alle Facetten von Gefühlen, zu denen wir Menschen fähig sind, dabei.

 

Etwas leichter fallen Mari die an sie gestellten Aufgaben, als sie auf eine Gruppe von fünf Jugendlichen trifft und sie fortan gemeinsam auf dem Trail wandern. Dabei freundet sie sich mit den Jugendlichen immer mehr an und im weiteren Verlauf der Handlung kristallisieren sich die unterschiedlichen Beweggründe der einzelnen Mitglieder dieser Gruppe heraus. So hat jeder sein "Päckchen" zu tragen, sei es um zu vergessen oder einen Neuanfang zu beginnen. 

 

Der Zusammenhalt und die Freundschaft untereinander hat die Autorin sehr gut dargestellt und ich empfand diese als authentisch und nachvollziehbar. Natürlich darf auch eine kleine Liebesgeschichte nicht fehlen, die ich zwar nicht unbedingt benötigt hätte, nichtsdestotrotz fand ich sie passend zur Handlung.

 

Der Schreibstil von Jessi Kirby ist sehr detailgetreu und bildhaft, was mich noch mehr in das Ganze hineinzog. Darüber hinaus regt die Geschichte absolut zum Nachdenken, über unser Verhalten hinsichtlich den sozialen Medien, an. Manchmal ist weniger mehr und es tut gut, sich auch mal etwas rauszunehmen. 

 

Auch die Gestaltung im Inneren des Buches, mit den Handlettering Zeichnungen von Bri zu den einzelnen Tagesetappen, runden diese Story wunderbar ab.

 

 

Ich kann für Offline. Ist es nass, wenn´s regnet von Jessi Kirby (Loewe) nur eine klare Leseempfehlung aussprechen. 

 

Themen wie Freundschaft, Zusammenhalt, Unvoreingenommenheit gegenüber anderen Menschen und die Suche nach sich selbst, stehen hier im Vordergrund. Dabei ist der Schreibstil locker und detailreich, ohne dabei die Ernsthaftigkeit der vermittelten Botschaften zu vergessen - 5 von 5 Nosinggläser.

 

 

 

 

 

 

  Gemäß § 2 Nr. 5 TMG kennzeichne ich diese Rezension als Werbung. In meinem Beitrag befindet sich (zu informativen Zwecken) eine Verlinkung zur Webseite des Verlags, in welchem das Buch erschienen ist. Ihr erhaltet somit auch weitere Informationen zum Buch, zum Autor sowie eventuell auch zu weiteren Romanen.

Quelle: http://uwes-leselounge.blogspot.com/2019/02/rezension-offline-ist-es-nass-wenns.html

Jede Menge Action und Nervenkitzel

Titel: Catwoman. Diebin von Gotham City

Autor: Sarah J. Maas

Übersetzer: Michaela Link

Verlag: dtv

Ausgabe: Hardcover

Seiten: 368

ISBN: 978-3-423-76227-4

Preis: 18,95 €

 

Quelle des Covers: dtv Verlag

 


 

 

Selinas Leben ist geprägt von Gewalt und ständiger Angst um ihre kleine Schwester Maggie, die gesundheitlich sehr angeschlagen ist. Als Diebin ist sie in den Straßen von Gotham City berühmt berüchtigt und als jüngste Kämpferin in der Arena des Gangsterbosses Falcone bislang unbesiegt. Durch ein bestimmtes Ereignis landet Selina schließlich im Gefängnis.


Zwei Jahre später kehrt Selina als High Society Girl und schwerreiche Holly Vanderhees in die Stadt zurück und bezieht, ausgerechnet neben dem attraktiven Luke Fox, eine freie Penthouse Wohnung. Während Selina tagsüber das Luxusleben genießt, begeht sie nachts immer wieder Einbrüche.

 

Diese Raubzüge bleiben Batwing, dem Beschützer von Gotham City, nicht verborgen und er hat alle Hände voll zu tun, um den Dieb zur Strecke zu bringen.

 

 

Da ich ein großer Fan der Batman Reihe bin, war mir sofort klar, dass ich Catwoman. Diebin von Gotham City von Sarah J. Maas (dtv Verlag) aus der DC-Reihe, unbedingt lesen muss.


Der Einstieg beginnt auch sogleich spannend, da man sofort an der Seite von Selina ist und sie bei ihren illegalen Wettkämpfen in der Unterwelt begleitet. Sie ist Mitglied der Leoparden, einer Straßengang, die für ihre Überfälle und Raubzüge bekannt ist. Dementsprechend dick ist auch ihre Strafakte bei der Polizei. Als Leopardin ist Selina verpflichtet, an den illegalen Fights des Gangsterbosses Carmine Falcone teilzunehmen. Bisher hat sie all ihre Matches gewonnen, denn nur so kann sie genügend Geld auftreiben, um ihrer schwerkranken Schwester, Maggie, die dringend notwendigen Untersuchungen und benötigten Medikamente zu bezahlen. Diese Last scheint sie des Öfteren zu erdrücken, doch all die Schmerzen und Strapazen sind, für ein Lächeln von Maggie, wie weg gewischt. 

 

Durch ein bestimmtes Ereignis landet Selina schließlich im Gefängnis, was ihr gemeinsames Leben völlig aus der Bahn wirft. Ich mochte Selina sofort und sie war mir auf Anhieb sympathisch. Sie gibt niemals auf und würde für ihre Schwester alles opfern. Da kommt ihr das Angebot einer unbekannten, attraktiven Frau, gerade recht. Auch wenn dies mit einem großen persönlichen Opfer verbunden ist.


Zwei Jahre später kehrt Selina Kyle als reiche und verwöhnte Holly Vanderhees nach Gotham City zurück und bezieht, ausgerechnet gegenüber des ebenfalls wohlhabenden und verdammt gutaussehenden Junggesellen Luke Fox, ihr neues Appartement. Selina/Hollys Ziel ist es, Rache zunehmen an der Stadt sowie den Schönen und Reichen. Verkleidet als Catwoman bricht sie in Museen ein, um hier die lukrativsten Wertgegenstände zu stehlen. Doch das ist nur der Anfang.

 

Tagsüber zeigt sich Holly auf jeder Wohltätigkeitsveranstaltung oder bei Abendveranstaltungen und trifft dort des Öfteren auch auf ihren Nachbarn Luke. Dass sich beide zunächst nicht wirklich mögen, merkt man an der distanzierten Art, wie beide miteinander umgehen. Doch je häufiger die beiden sich begegnen, umso mehr Gefallen finden sie an diesem Katz-und-Maus-Spiel. Gerade das erwähnte Versteckspiel zwischen Holly und Luke, mit dem trockenen Humor sowie den gegenseitigen Spitzen, mochte ich. Dies sorgte bei mir während dem lesen mehr als einmal für ein Schmunzeln.


Als sich die Raubzüge häufen, muss Luke/Batwing einschreiten, um schlimmeres zu verhindern. Doch dies ist leichter gesagt als getan. Erschwert wird seine Aufgabe, als sich Catwoman mit Poison Ivy und der verrückten Harley Quinn verbündet. Denn nun legt dieses Trio Infernale erst so richtig los.


Die Story war für mich von Beginn an sehr spannend und ich hatte sofort Bilder in meinem Kopf. Ich jagte gemeinsam mit Selina über die Dächer von Gotham. Hielt bei den, mehr als gewagten Einbrüchen, die Luft an, fieberte mit ihr und fragte mich, ob es ihr gelingen würde, Batwing ein weiteres Mal an der Nase herumzuführen.

 

Dabei ist die Handlung sehr actionreich, erst recht, als Poison Ivy und Harley Quinn, auf der Bildfläche erscheinen. Ich mag beide Charaktere sehr gerne und besonders Harley, mit ihrer leicht schizophrenen Art, finde ich genial. Aber auch der doch recht liebevolle Umgang von Poison Ivy mit Catwoman gefiel mir, gerade weil die Vergangenheit von Poison Ivy äußerst traurig ist.


Luke mochte ich zwar auch, aber ich muss gestehen, dass er mir etwas schwach rüber kam. Irgendwie nahm ich ihm den Beschützer der Stadt nicht ganz ab. Trotzdem fand ich ihn sympathisch und konnte seine Beweggründe fast alle nachvollziehen.

 

 

Mit Catwoman. Diebin von Gotham City ist Sarah J. Maas (dtv Verlag) eine spannende und fesselnde Geschichte gelungen. Schon auf den ersten Seiten konnte sie mich mit ihrem Schreibstil gefangen nehmen und es entstanden sofort Bilder in meinem Kopf, die für mich alles noch realistischer werden ließen.


Wer Batman und Co. liebt, witzige Dialoge, jede Menge Action und Nervenkitzel, gepaart mit vielschichtigen Charakteren mag, kommt an diesem Buch nicht vorbei - 4,5 von 5 Nosinggläser.

 

 

 

 

 

 

 

 Gemäß § 2 Nr. 5 TMG kennzeichne ich diese Rezension als Werbung. In meinem Beitrag befindet sich (zu informativen Zwecken) eine Verlinkung zur Webseite des Verlags, in welchem das Buch erschienen ist. Ihr erhaltet somit auch weitere Informationen zum Buch, zum Autor sowie eventuell auch zu weiteren Romanen.

Quelle: http://uwes-leselounge.blogspot.com/2019/01/rezension-catwoman-diebin-von-gotham.html

Habe mir mehr von der Geschichte erhofft

Titel: All of this is true. Ruhm kann tödlich sein

Übersetzer: Anne Markus
Verlag: Arena

Ausgabe: Klappbroschur

Seiten: 400

ISBN: 978-3-401-60451-0

Preis: 16,00 €

 

Quelle des Covers: Arena Verlag

 


 

 

Bei einer Signierstunde erhoffen sich die Freunde Miri, Soleil, Penny und Jonah ein paar Minuten mit der jungen Autorin Fatima Ro um über ihren Debütroman "Undertow" sprechen zu können. Ihr Vorhaben klappt und als die Veranstaltung beendet ist, fragt Fatima die vier Jugendlichen, ob sie noch Lust hätten, mit ihr in ein Café zu gehen und weiter über das Buch und ihre Arbeit als Autorin zu sprechen. Für die Clique geht ein Traum in Verfüllung.

 

Und es scheint so, als wären Fatima, Miri, Soleil, Penny und Jonah auf einer Wellenlänge. Die Beziehung zwischen ihnen wird immer intensiver und so teilen die vier schon bald ihre tiefsten Geheimnisse mit Fatima.


Als die Deadline für das zweite Buch immer näher rückt und ein Geheimnis ans Licht kommt, löst dies eine Tragödie aus, die fast nicht mehr aufzuhalten ist. Und so müssen sich Miri, Soleil, Penny und Jonah die Frage stellen, wer von ihnen, es innerhalb ihrer Freundschaft, jemals ehrlich gemeint hat.

 

 

Ich fand die Idee von All of this is true. Ruhm kann tödlich sein recht faszinierend, auch weil der Untertitel eine gewisse Tragik und Spannung vermuten ließ.


Der Einstieg gestaltete sich für mich jedoch etwas schwierig, da die Story anhand von Interviewprotokollen, Ausschnitten von Zeitungsartikeln sowie von Romanauszügen des neuen Buches von Fatima Ro, Die Lossprechung des Brady Stevenson, erzählt wird. Durch den gewählten Aufbau konnte ich die einzelnen Personen zunächst nicht ganz zuordnen. Hier hätte ich mir eine Art Einleitung gewünscht. Mit weiterem Fortschreiten der Handlung konnte ich mich jedoch mit dem Erzählstil arrangieren und mir so die einzelnen Charaktere auch etwas besser vorstellen.

 

Miri ist eine glühende Verehrerin von Fatima und hält sie für eine Art Inspirationsquelle. Auch Soleil, Penny und Jonah sind von der Autorin sehr angetan. Als Soleil die Idee hat, zu einer Signierstunde von Fatima Ro zu gehen, um sie so kennenlernen zu können, ahnen die vier Jugendlichen nicht, wohin dieses führen wird.


Nach dem Ende der Veranstaltung lädt Fatima die Clique zu einer Tasse Tee in ein nahegelegenes Café ein, um dort noch mehr über ihren Debütroman Undertow sowie ihre Gefühle und Gedanken während des Schreibens, zu sprechen. Daraus entwickelt sich doch recht schnell eine Art Freundschaft zu Fatima. Natürlich ist es cool, in der Schule damit angeben zu können, mit einer erfolgreichen Autorin befreundet zu sein. Und so kommt es, dass die Gruppe immer mehr Zeit miteinander verbringt und die Jugendlichen Fatima, fast beiläufig, ihre intimsten Geheimnisse erzählen. Als Miri einen Undertow-Fanclub gründet, um die Weisheiten von Fatima zu verbreiten, nimmt das Ganze immer größere Ausmaße an. 

 

Während Fatima versucht an ihrem zweiten Roman zu schreiben und der Abgabetermin immer näher rückt, kommt ein Geheimnis ans Tageslicht, was die Situation plötzlich für alle Personen verändert. Miri ist ein glühender Verehrer von Fatima, daher kann sie sich nicht vorstellen, dass Fatima das, was ihr unterstellt wird, getan haben soll.

 

Miri kam mir etwas blauäugig und zugleich einfältig vor, denn alles was Fatima sagt, ist für sie Gesetz. Sie fühlt eine tiefe Zuneigung zu Fatima und würde daher alles für sie tun. Für mich glich dieses Verhalten schon fast an Fanatismus und Hörigkeit.


Als sich Soleil und Jonah näher kommen, werden sie dabei von Fatima unterstützt. Soleil tat mir leid, da sie hintergangen wird und ihr übel mitgespielt wurde. Ich mochte sie und fühlte mit ihr, ob dem was ihr angetan wurde. 

 

Jonah war für mich geheimnisvoll, da ich lange Zeit nicht wusste, was mit ihm geschehen war. Ich konnte ihn zu keinem Zeitpunkt wirklich einschätzen.


Penny fühlt sich in der Gruppe unwohl. Sie sehnt sich nach Akzeptanz, Verständnis und Anerkennung. Deshalb versucht sie immer wieder die Aufmerksamkeit von Fatima zu gewinnen. 

 

Obwohl die Geschichte zugleich provokativ und manipulativ ist, zum Spekulieren einlädt und hier gekonnt mit den Gedanken des Lesers gespielt wird, hätte ich mir ein wenig mehr Spannung gewünscht. 

 

Die Grundidee zu dieser Story gefällt mir, jedoch fand ich die Umsetzung in Form von Interviews, Zeitungsaus- schnitten usw. nicht ganz so gelungen. Hier wäre in meinen Augen eine normale Schreibweise/Gestaltung, lediglich ergänzt durch die Romanauszüge, sinnvoller gewesen.

 


Zwar finde ich die Idee zu All of this is true. Ruhm kann tödlich sein von Lygia Day Penaflor (Arena Verlag) recht faszinierend, da die Geschichte stark von Verzweiflung, Verrat und Freundschaft geprägt ist.

 

Jedoch ist der gewählte Aufbau der Handlung etwas unglücklich gewählt, da dies meinen Lesefluss bremste. Darüber hinaus weist die Geschichte gewisse Längen auf. Ebenso hätten es etwas mehr Spannung und Dramatik sein dürfen, weshalb ich letztlich knappe 3 von 5 Nosinggläser vergebe.

 

 

 

 

 

 

 

Gemäß § 2 Nr. 5 TMG kennzeichne ich diese Rezension als Werbung. In meinem Beitrag befindet sich (zu informativen Zwecken) eine Verlinkung zur Webseite des Verlags, in welchem das Buch erschienen ist. Ihr erhaltet somit auch weitere Informationen zum Buch, zum Autor sowie eventuell auch zu weiteren Romanen.

Quelle: http://uwes-leselounge.blogspot.com/2019/01/rezension-all-of-this-is-true-ruhm-kann.html

Einfühlsame und fesselnde Story

Titel: Leben rückwärts Lieben

Verlag: Arena

Ausgabe: Hardcover

Seiten: 344

ISBN: 978-3-401-60386-5

Preis: 15,00 €

 

Quelle des Covers: Arena Verlag

 


 

 

Durch einen Unfall, bei dem sich Nina Trümmerbrüche in beiden Beinen zugezogen hat, erwacht sie nach längerer Zeit aus dem Koma. An das Unglück selbst, sowie die kurze Zeit davor, kann sich Nina kaum bis gar nicht erinnern. Während des Klinikaufenthalts und den damit verbundenen Reha Maßnahmen bekommt sie immer häufiger Flashbacks, in denen sie Bilder von einem Haus sowie Fotos von sich und einem Jungen sieht, diese aber nicht zuordnen kann.

 

Dabei ist sie sich sicher, dass sie diesen jungen Mann kennt und tiefe Gefühle für ihn empfindet und weiß, dass er Arthur heißt. So fragt sich Nina, woher diese Erinnerungen kommen und ob sie diesen wirklich trauen kann. Diese Überlegungen und Emotionen lösen in Nina Panikattacken und Atemnot aus, die die Ärzte versuchen, mit Medikamenten, in den Griff zu bekommen. Dabei mahnen der behandelnde Arzt, Dr. Kühnbach, und auch ihre Eltern sie immer wieder zu Geduld und Ruhe.

 

Doch als sich immer häufiger ihre Gedanken und die Realität überlagern, kann sich Nina diesem gefährlichen Sog nicht mehr entziehen.

 

 

Auf Leben rückwärts Lieben von Claudia Pietschmann (Arena Verlag) war ich sehr neugierig, da mich zum einen das Cover, wie auch der Klappentext angesprochen haben. 

 

Der Einstieg gelang mir gut und den Schreibstil empfand ich schon auf den ersten Seiten als einnehmend. Die Handlung wird dabei aus der Sicht der siebzehnjährigen Nina beschrieben, die durch einen zunächst nicht näher beschriebenen Unfall gerade aus dem Koma erwacht ist. Leicht orientierungslos, ob des Unglücks, welches ihr widerfahren ist, versucht sie durch Fragen an ihren behandelnden Arzt Dr. Kühnbach, der Krankenschwester Laura oder bei ihren Eltern, die Lücken in ihrem Gedächtnis zu schließen. Manche ihrer Fragen werden beantwortet, andere wiederum gar nicht, was Nina stutzig werden lässt. Auch ist es seltsam, dass sie außer von ihren Eltern, keinen Besuch von ihrer Freundin Selma oder ihrem Freund Arthur bekommt. Gerade was letztgenannten angeht, weicht ihre Mutter Nina immer wieder aus, dabei ist sie sich sicher, dass es Arthur gibt. 

 

Währenddessen schreitet der Heilungsprozess durch Phsyiotherapie und andere Maßnahmen immer weiter voran und Nina kann das Krankenhaus schon bald verlassen. Dabei schweigt sie sich über die sich häufenden Gedächtnislücken aus, um ihre Entlassung nicht zu gefährden. Ihr Ziel ist es, sobald wie möglich wieder in die Schule zu gehen, um so weitere Antworten zu finden.


Als sie endlich Arthur begegnet, verhält sich dieser zunächst etwas seltsam, gerade so, als würde er Nina nicht kennen. Doch sie setzt alles daran, ihn für sich zu gewinnen und so erblüht ihre Liebe ein weiteres Mal. Ich fragte mich, ob dies Schicksal oder gar eine Seelenverwandtschaft zwischen den beiden sein könnte.

 

Gerade durch die gewählte Art der Erzählung in der Ich-Perspektive konnte ich sofort eine Beziehung zur Protagonistin aufbauen. Ich spürte ihre Angst, ihre Unsicherheit und im weiteren Verlauf der Story auch ihre Wut sowie ihre Willensstärke. Dabei beschreibt Claudia Pietschmann dies sehr authentisch und erzeugte so bei mir einen Lesesog. Besonders gut hat mir die Idee mit dem Gedächtnispalast gefallen. Hierbei handelt es sich um eine Methode, bei der man seine Erinnerungen in Räumen katalogisiert, um diese so später schneller wiederfinden zu können.

 

Ninas Schicksal berührte mich und gemeinsam mit ihr rätselte ich, entwarf Szenarien, wie alles geschehen sein konnte, nur um dies wenige Seiten später komplett wieder über Bord zu werfen.

 

Während sich Realität und Erinnerungen immer mehr miteinander vermischen, ist sich Nina sicher, dass sie für eine bestimmte Aufgabe vorgesehen ist. Diese Vermutung scheint sich zu bewahrheiten, als sie mit Arthur einen Ausflug macht. Nina bekommt es mit der Angst zu tun und ist sich nicht mehr sicher, was sie glauben soll.

 

Auch Arthur ist ein Charakter, den man einfach gern haben muss. Er ist sehr aufmerksam und liebevoll gegenüber Nina. Bringt sehr viel Verständnis für ihre Situation auf und versucht ihr immer wieder zu helfen. Zwischen den einzelnen Worten und Zeilen spürte man die tiefe Zuneigung und Liebe der beiden, die ich als authentisch empfand und die mir richtig gut gefiel.

 

Obwohl ich nach 2/3 der Story eine Vermutung hatte, was mit Nina geschehen ist, wurde ich mit diesem Ende dann doch überrascht. Dabei ist dieses sehr bewegend und liebevoll gestaltet, was mich zufrieden das Buch zuschlagen ließ.

 

 

Mit Leben rückwärts Lieben (Arena Verlag) ist Claudia Pietschmann eine äußerst einfühlsame, fesselnde und herzerwärmende Geschichte gelungen, die ich mich sehr berührt hat. 

 

Die Idee, die Umsetzung und was hinter allem steckte, konnte mich begeisterten und gerade die überraschenden Wendungen sorgten bei mir für spannende Lesestunden. Daher kann ich dieses Buch nur weiterempfehlen, weshalb ich auch 5 von 5 Nosinggläser vergeben habe.

 

 

 

 

 

 

Gemäß § 2 Nr. 5 TMG kennzeichne ich diese Rezension als Werbung. In meinem Beitrag befindet sich (zu informativen Zwecken) eine Verlinkung zur Webseite des Verlags, in welchem das Buch erschienen ist. Ihr erhaltet somit auch weitere Informationen zum Buch, zum Autor sowie eventuell auch zu weiteren Romanen.

Quelle: http://uwes-leselounge.blogspot.com/2018/12/rezension-leben-ruckwarts-lieben-von.html

Langatmig und wenig Spannung

 

Titel: Undying - Das Vermächtnis

Übersetzer: Karin Will

Verlag: Fischer Sauerländer

Ausgabe: Hardcover

Seiten: 496

ISBN: 978-3-7373-5600-8

Preis: 19,00 €

 

Quelle des Covers: Fischer Verlag

 


 

 

Amelia hat, außer ihrer kleinen Schwester Evie, niemanden mehr, der ihr auf der Erde wichtig ist. Die Welt steht vor einem Kollaps. Fast alle Ressourcen sind aufgebraucht, die Wirtschaft ist zusammengebrochen und die Menschen leben am Existenzminium. Um einigermaßen über die Runden zu kommen, arbeitet Amelia, kurz Mia, als Plünderin für eine zwielichtige Frau namens Mink. Um genügend Geld zu verdienen, nimmt Mia die Chance wahr und reist auf den Planeten Gaia, um dort genügend Alienartefakte zu stehlen.


Jules, Sohn des berühmten Wissenschaftlers Dr. Eliott Addison, ist von der Vermutung seines Vaters überzeugt, dass mehr hinter der Botschaft der Außerirdischen steckt. Um dies zu beweisen, begibt auch er sich auf die Reise zum Planeten. 


Als sich Mia und Jules unfreiwillig auf der Erdoberfläche begegnen, wird ihnen schnell klar, dass sie eine Zweckgemeinschaft eingehen müssen, um ihr jeweiliges Ziel zu erreichen. Dabei ahnen beide noch nicht, auf welch gefährliche Mission sie sich eingelassen haben.

 

 

Selten hat es mir ein Buch so schwer gemacht, eine Rezension zu verfassen, wie Undying - Das Vermächtnis von Amie Kaufman & Meagan Spooner (Fischer Sauerländer Verlag), es tat. Dabei hatte ich mich auf ein großartiges Weltraumabenteuer mit viel Action und Spannung gefreut. Doch leider muss ich gestehen, dass dies nicht wirklich eintraf.


Erzählt wird die Handlung jeweils aus der Sicht von Amelia, kurz Mia, und Jules, in der Ich-Perfektive. Zwar sorgte diese gewählte Erzählweise bei mir dafür, dass ich die Gefühle und Gedanken der Protagonisten hautnah miterlebte, jedoch bekam ich nie wirklich einen Bezug zu ihnen.


Mia kam zwar taff und engagiert rüber, aber vieles für mich blieb hier Stückwerk. Denn nimmt man sich die Zeit und blickt etwas tiefer, so erkennt man, dass sie sich nur nach außen hin cool gibt, aber innerlich hat sie Angst und traut sich wenig zu. Obwohl sie mir in einigen Situationen, gerade was das Entschlüsseln von Rätseln anging, Hoffnung machte, dass ich einen besseren Zugang zu ihr finden würde, flaute dieses Gefühl leider wieder zu schnell ab.


Ähnlich erging es mir mit Jules, einem Oxford Studenten, der zwar viel über die Aliens weiß, aber kein Abenteurer oder Kämpfer ist. Zwar ist er clever, erkennt Zusammenhänge schneller, als andere, aber auch ihn empfand ich als zu oberflächlich. Darüber hinaus gefiel mir die sich anbahnende Liebesgeschichte zwischen den beiden Charakteren nicht, da sie viel zu konstruiert auf mich wirkte. Einzig die Dialoge zwischen Mia und Jules, sorgten ein paar Mal bei mir für ein Schmunzeln.


Da die Erde vor einem völligen Zusammenbruch steht, beschlossen die Nationen ihre Differenzen beizulegen und endlich zusammenzuarbeiten. So wurde die Internationale Allianz (IA) ins Leben gerufen. Diese soll eine Möglichkeit finden, wie die Menschen im Weltall oder auf einem anderen Planeten überleben können. So beginnt die Suche nach geeigneten Himmelskörpern. 

 

Als eine Weltraumbotschaft von einer außerirdischen Rasse, genannt Die Unsterblichen, aufgefangen wird, verspricht sich die IA von der fortschrittlichen Technologie der Aliens, die so dringend benötigte Hilfe. Deshalb wird eine Expedition zum Heimatplaneten Gaia gesandt, um die längst vergangene Zivilisation der Aliens zu erforschen. Ebenfalls versprechen sich die Führer der IA Antworten auf viele Fragen zu erhalten und geeignete Technologien zu finden, die das Leben auf der Erde verbessern könnte.


Als sich Mia und Jules eher unfreiwillig auf der Erdoberfläche von Gaia begegnen, wird ihnen schnell klar, dass sie eine Zweckgemeinschaft eingehen müssen, um zu überleben. Jules kann Mia davon überzeugen, ihm zu einer abgelegenen Tempelanlage zu folgen und nicht, wie viele andere, zum größten Bauwerk zu gehen. Und zunächst scheint die Kooperation von Erfolg gekrönt zu sein. Die erste gestellte Aufgabe Der Unsterblichen ist recht schnell gelöst, auch wenn es zum Ende hin recht knifflig und brenzlich wird. Hier ergänzen sich die beiden erstaunlich gut und dass, obwohl sie sich kaum kennen. Auch das zweite Rätsel ist kein Problem und so gestatten sich Mia und Jules eine Pause einzulegen, damit ihnen keine Fehler unterlaufen.

 

Doch beide werden im Schlaf von einer Söldnertruppe überrascht und gefangen genommen. Fortan müssen die beiden die Rätsel für die Gruppe lösen und hierbei ist äußerste Vorsicht geboten, denn jede falsche Bewegung oder ein unbedachter Schritt, kann einen das Leben kosten. Dieser Handlungsverlauf erinnerte mich stark an die Indiana Jones Filme, die ich gerne geschaut habe. Allerdings fehlte es mir hier an der nötigen Spannung und Dramatik. 

 

Des Öfteren fragte ich mich, worauf das Autorenduo hinaus möchte und was der Sinn hinter dieser Story sein sollte. Beim Lesen hatte ich ein paar Mal das Gefühl, dass sich hier Logikfehler eingeschlichen hatten, Handlungsfäden nicht bis zum Ende verfolgt wurden und die daher für mich kein schlüssiges Gesamtbild ergaben. So blieben mir einige Fragen unbeantwortet. Deshalb erschloss sich mir auch das Ende nicht wirklich und es kam mir so vor, als ob sich Ami Kaufman und Meagan Spooner über den Ausgang der Story selbst nicht ganz einig waren. 

 

So ließ mich die Auflösung, was hinter allem steckt, enttäuscht zurück. Ob ich den zweiten Teil dieser Dilogie lesen werde, weiß ich noch nicht.

 

 

Undying - Das Vermächtnis von Ami Kaufman & Meagan Spooner aus dem Fischer Sauerländer Verlag konnte meine Erwartungen an diese Geschichte leider nicht erfüllen. Die Handlung gestaltete sich für mich langatmig, bot dabei wenig Spannung und zu den blassen Protagonisten bekam ich kaum bis gar keine Bindung.


Auch die Ideen, wie verschiedene Elemente aus Indiana Jones, eine außerirdische Rasse und unsere aktuellen Probleme auf der Erde, in die Geschichte mit zu verweben, konnten leider bei mir nicht in Gänze punkten, weshalb es letztlich nur zu 2,5 von 5 Nosinggläser gereicht hat.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Spannende und fesselnde Story, die dem Leser ein wahres Kopfkino beschert

Titel: Warcross - Das Spiel ist eröffnet

Autor: Marie Lu

Übersetzerin: Sandra Knuffinke & Jessika Komina

Verlag: Loewe

Ausgabe: Hardcover

Seiten: 416

ISBN:  978-3-7855-8772-0

Preis: 18,95 €

 

Quelle des Covers: Loewe Verlag

 

 


 


Mit dem Videospiel Warcross ist dem Erfinder Hideo Tanaka ein ganz großes Wurf gelungen. Von vielen Menschen wird er fast wie ein Gott verehrt und die von seiner Firma, Henka-Games, durchgeführten Turniere füllen ganze Stadien. 


Nun steht das größte Event kurz bevor - die Weltmeisterschaft der besten Spieler in Warcross. Durch einen Zwischenfall, während des Eröffnungsspiels zur WM, bekommt die junge Kopfgeldjägerin Emika völlig unerwartet ein lukratives Angebot von Hideo. Sie soll für ihn als Spionin am Wettkampf teilnehmen und so den Hacker ausfindig machen, der Henka-Games und die Warcross-WM sabotieren will.


Dabei muss Emika alles auf eine Karte setzen, will sie hinter die Identität des Hackers, mit dem Namen Zero, kommen.

 

 

Ich mag es, wenn eine Geschichte sowohl in der realen, als auch in einer Computer generierten Welt spielt. So auch Marie Lu´s neuestes Werk Warcross - Das Spiel ist eröffnet aus dem Loewe Verlag. Daher war ich sehr neugierig, wie der Autorin die Umsetzung gelungen ist. Der Schreibstil ist locker und flüssig, was mir den Einstieg in die Handlung zusätzlich erleichterte. 

 

Emika ist eine kleine Rebellin, die nach dem Tod ihres Vaters auf der Suche nach dem rechten Weg ist. Die Mutter ist früh abgehauen und da sonst keine Familienmitglieder mehr vorhanden sind und sie noch minderjährig ist, landet sie deshalb im Heim. Auch in der Schule läuft es nicht so, wie es sollte und sie eckt mit ihrer Art überall an. So ist Emika eine Außenseiterin, die eher abseits steht und mit den anderen Jugendlichen nicht viel zu tun haben möchte.

 

Doch als eine Mitschülerin gemobbt wird, gewinnt ihr Gerechtigkeitssinn die Oberhand und so ergreift Emika für das Mädchen Partei, was ihr letztlich jedoch nur Ärger einbringt. So wird sie von einem Gericht wegen Hackerei verurteilt und ist nun vorbestraft. In dieser schweren Zeit steht ihr niemand zur Seite und das Heim kommt ihr vor, wie der Vorhof zur Hölle, weshalb sie kurzerhand abhaut. Mehr schlecht, als recht kämpft sie sich durchs Leben, immer auf der Suche nach einem Auftrag, der ihr Geld für Wohnung und Essen verspricht. So ist es wenig verwunderlich, dass Emika zu einer der besten Hacker in New York wird.

 

Neben dem jagen von Verbrechern, spielt sie leidenschaftlich gerne Warcross. Damit das Spielen nicht für Konflikte bei ihrer Arbeit als Kopfgeldjägerin sorgt, spielt sie anonym, was ihr mehr Sicherheit gibt. Als sie durch einen genialen, wie gefährlichen Hack im Eröffnungsspiel der Warcross-Weltmeisterschaft ihre Tarnidentität verliert, steht ihre Welt plötzlich Kopf. Jeder kennt ihren Namen, ihre Anschrift und für die Reporter ist das Auftauchen von Emika eine willkommene und lukrative Story.

 

Auch Hideo Tanaka, der Erfinder des Spiels Warcross und zugleich Chef von Henka-Games, wird durch diesen Hack auf Emika aufmerksam. Hideo unterbreitet Emika ein gefährliches, wie äußerst interessantes Angebot. So soll sie, getarnt als Spielerin, während der WM, den Cyperterroristen Zero ausfindig machen und so viele Beweise über ihn sammeln, wie es ihr möglich ist. 

 

Emika mochte ich sofort, da sie mir sehr sympathisch war und auch nicht unbedingt auf den Mund gefallen ist. Sie ist tough und scheut sich nicht, gewisse Risiken einzugehen, um ihr Ziel zu erreichen. Auch wenn dies bedeutet, sich in Gefahr zu bringen.


Hideo gefiel mir zwar auch, aber er blieb mir teilweise zu undurchsichtig. Seine Kindheit wurde durch ein Ereignis geprägt, was ihn dazu animierte das Computerspiel zu entwickeln. Allerdings konnte ich manchmal seine Beweggründe nicht ganz verstehen. Trotzdem finde ich, dass er ein interessanter Charakter mit Ecken und Kanten ist. Nur zögernd lässt er sich auf Emika ein, was mir gut gefiel, da sich ihre Gefühle füreinander langsam entwickelten und ich sie deshalb als authentisch empfand.

 

Gebannt verfolgte ich das Training und das Kennenlernen der Teamkameraden von Emika und hier zeigt sich, welche tollen und genialen Ideen Marie Lu hat. Da Emika trotz ihrer Erfahrungen in Warcross nach wie vor als Rookie gilt, muss sie sich gegenüber ihren Teamkollegen immer wieder beweisen. Dabei kann sie mit einigen gewagten Sprüngen und anderen Tricks aufwarten, was ihr schon bald Respekt innerhalb ihrer Mannschaft einbringt. Hierbei zeigt sich, dass Zusammenhalt und Vertrauen untereinander, ein wesentlicher Schlüssel zum Sieg sein kann. Beim Lesen entstanden bei mir sofort Bilder im Kopf, die das Ganze so realistisch zeichneten, dass ich alles um mich herum vergaß und mir vorkam, als wäre ich selbst in diesem Computerspiel.


Zwar hatte ich ab ungefähr der Hälfte des Buches eine Vermutung, wer hinter Zero stecken könnte, was mein Lesevergnügen aber eher beflügelte, als hemmte. Die Autorin wartet kurz vor Schluss nochmal mit einem Twist auf, mit dem ich nicht gerechtet habe, der mich aber nun umso neugieriger auf die Fortsetzung macht.

 

 

Marie Lu ist mit Warcross - Das Spiel ist eröffnet (Loewe Verlag) eine spannende und facettenreiche Geschichte gelungen, die mir beim Lesen ein wahres Kopfkino bescherte. Der Schreibstil ist sehr bildhaft, witzig und fesselte mich so regelrecht an die Seiten. 


Das Ende und auch die überraschende Wendung lassen mich auf die Fortsetzung hin fiebern - 4,5 von 5 Nosinggläser.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Gemäß § 2 Nr. 5 TMG kennzeichne ich diese Rezension als Werbung. In meinem Beitrag befindet sich (zu informativen Zwecken) eine Verlinkung zur Webseite des Verlags, in welchem das Buch erschienen ist. Ihr erhaltet somit auch weitere Informationen zum Buch, zum Autor sowie eventuell auch zu weiteren Romanen.

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Ein gelungener Abschluß dieser Trilogie

Titel: Eliminiert

Autor: Teri Terry

Übersetzerin: Petra Knese

Verlag: Coppenrath

Ausgabe: Hartcover

Seiten: 478

ISBN: 978-3-64962-601-5

Preis: 20,00 €

 

Quelle des Covers: Coppenrath Verlag

 

 


 

Shay konnte den Verursacher, Dr. 1, der für den tödlichen Ausbruch der Seuche verantwortlich ist, ausfindig machen. Um ihn jedoch endgültig zur Strecke zu bringen, muss sie mehr über seinen perfiden Plan herausfinden. Deshalb geht sie zum Schein auf sein Angebot ein und schließt sich den Anhängern des Multiversums an. Auch wenn sie den einzigen Menschen, den sie liebt, zu verlieren droht. Ein weiterer Grund für Shay, mit ihm zu gehen ist, dass sie noch immer auf der Suche nach Callie ist und sie sich von Xander den vielleicht entscheidenden Hinweis auf ihren Verbleib erhofft.


Während Kai enttäuscht von Shays Entscheidung ist, Xander zu folgen, und in ihr eine Verräterin sieht, ahnt er nichts von den wahren Absichten seiner Exfreundin. Gekränkt und wütend bleibt Kai und Freja nur die Flucht vor den Soldaten der ASR, denn diese sind ihnen auf den Fersen und so haben die beiden kaum eine Möglichkeit zu verschnaufen.

 

 

Auf den finalen Band Eliminiert der Dark Matter Trilogie von Teri Terry (Coppenrath Verlag) habe ich regelrecht hin gefiebert, da Manipuliert mit einem kleinen, aber fiesen Cliffhanger endete.


Nachdem Shay den Drahtzieher hinter dem tödlichen Virus ausfindig machen konnte, entschließt sie sich Dr. 1 bzw. Xander zu vertrauen und gemeinsam mit den Anderen vor dem Militär zu fliehen. Kai, der die Entscheidung von Shay nicht nachvollziehen kann, fühlt sich von seiner Freundin verletzt und hintergangen, sodass er gemeinsam mit Freja in eine andere Richtung flieht.


Shay hat noch immer die Hoffnung durch Xander Kais Schwester, Callie, ausfindig zu machen und sie so zu retten. Dieser Wunsch treibt sie an und ist mit ein Grund, weshalb Shay in den Helikopter zu Xander gestiegen ist. Als sie in der Kommune ankommen, fühlt sich Shay im Kreise der Überlebenden schnell sichtlich wohl und genießt diese neugewonnene Freiheit auch in gewissen Maßen. Alles fühlt sich irgendwie auf eine verdrehte Art und Weise richtig an und auch die Argumente des Oberhauptes, Xander, dringen langsam aber sicher immer mehr ins Bewusstsein von Shay vor. Doch als sie schließlich Callie findet, spürt sie, dass mit ihr etwas nicht stimmt und so geht sie dieser Vermutung nach. Immer mehr wachsen in Shay Zweifel, ob dass, was Xander sagt und vor hat, das Richtige ist. 

 

Ich konnte Shays Ängste und Gedankengänge absolut nachvollziehen. Endlich fühlt sie sich verstanden und unter ihresgleichen könnte fast wieder ein normales Leben stattfinden. Aber durch gewisse Umstände, spürt sie, dass noch mehr hinter dem Plan von Xander steckt, was sich für sie absolut falsch anfühlt. Shay ist willensstark und ist durchsetzungsfähig und eckt mit ihrer unerbittlichen Fragerei immer wieder an, was sie immer wieder ins Blickfeld der Führung der Kommune bringt. Ich mag Shay nach wie vor sehr, da sie nicht einfach alles glaubt, was man ihr erzählt, sondern die Dinge hinterfragt und aus mehreren Blickwinkeln betrachtet.


So reizvoll das Leben innerhalb dieser neuen Gemeinschaft auch erscheinen mag und man sich am liebsten darin verlieren möchte, so gefährlich ist das Ganze. Mir kam der Aufbau dieses Dorfes und seine Struktur sehr nah an eine Sekte heran, angeführt von einem Wahnsinnigen, dessen Streben nach Vollkommenheit über allem steht.


Wie bereits in den beiden Büchern zuvor, wird die Geschichte aus vier verschiedenen Sichtweisen erzählt. Zum einen aus der Sicht von Shay und Callie und zum anderen von Kai und Freja. Beide Erzählstränge haben so ihre eigenen Reize, wobei ich mir gewünscht hätte, dass Kai und Freja etwas früher in Erscheinung treten würden.


In den beiden bisherigen Büchern kannte ich Callie nur aus Erzählungen und Schilderungen von Kai. Nachdem Shay Callie endlich gefunden hatte, war ich neugierig, was Callie für ein Mensch ist. Sie wirkte auf mich, durch die Erlebnisse wie ein gebrochener Teenager, der sich fast schon aufgegeben hatte. Doch dank Shay und später auch Jenna, werden tief in ihr verschüttete Gefühle geweckt. Callie ist eine Kämpferin, die für ihre Freunde und Familie alles tun würde.

 

Kai ist ein sympathischer junger Mann, den man einfach mögen muss. Er ist gutmütig und manchmal etwas zu gutgläubig, was ihn des Öfteren in Gefahr bringt. Obwohl seine Gefühle für Shay nach wie vor vorhanden sind, ist er über Shays Entscheidung, mit Xander zu fliehen, wütend und enttäuscht. Und mehr als einmal stellt er sich die Frage, ob Shay ihn vielleicht nur benutzt hat und ob sie ihn jemals wirklich geliebt hat.


Freja machte es mir schwer, sie richtig einzuschätzen. Im Grunde ihres Herzens ist sie ein netter Mensch, der sich nach Liebe und Geborgenheit sehnt, dabei aber vergisst, diese Gefühle dem anderen mitzuteilen. So verschließt sie sich gegenüber jedem und merkt dabei nicht, wie sie von einigen wenigen manipuliert wird. Daher konnte ich ihr Handeln des Öfteren nicht nachvollziehen und hätte sie am liebsten geschüttelt.

 

Xander ist ein größenwahnsinniger Mensch, der sich zu höherem berufen fühlt. Seine Art, mit den Menschen zu sprechen und sie so zu manipulieren, fand ich faszinierend und zugleich erschreckend. Zwar sind seine Ansichten nicht völlig falsch, jedoch die Art und Weise, wie er sein Ziel erreichen möchte, ist absolut unmöglich.

 

Die Handlung ist zwar eher ruhig, aber zu keiner Zeit langatmig. Ganz im Gegenteil, denn es passiert ständig irgendetwas und unterschwellig war für mich immer der fortwehrende Wunsch da, weiterzulesen. Gerade die Idee der Entstehung des Virus, dessen Ausbreitung und den damit verbundenen Fähigkeiten der Überlebenden, gefällt mir richtig gut.


Unaufhaltsam nähern sich die beiden Handlungsstränge einander, während Xander sein Ziel fortwährend vorantreibt. Als das Militär in die Kommune eindringt, scheint ein Eingreifen fast schon nicht mehr möglich.

 


Mit Eliminiert ist Teri Terry (Coppenrath Verlag) ein toller Abschluss ihrer Trilogie gelungen. Zwar ist die Geschichte nicht durch viel Action geprägt, doch weiß sie, dank kurzer und prägnanter Kapitel zu fesseln und zu unterhalten.

 

Die Idee hinter dieser Story finde ich faszinierend, auch wenn es zum Ende hin ein wenig abgedreht wurde. Doch mit ein wenig Abstand passt dieses Szenario richtig gut ins Gesamtbild der Handlung - 4,5 von 5 Nosinggläser.

 

 

 

 

 

 

 Gemäß § 2 Nr. 5 TMG kennzeichne ich diese Rezension als Werbung. In meinem Beitrag befindet sich (zu informativen Zwecken) eine Verlinkung zur Webseite des Verlags, in welchem das Buch erschienen ist. Ihr erhaltet somit auch weitere Informationen zum Buch, zum Autor sowie eventuell auch zu weiteren Romanen.

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Spannung und Lesevergnügen pur

Titel: Verborgen

Autor: Anna Simons

Verlag: Penguin

Ausgabe: Taschenbuch

Seiten: 432

ISBN: 978-3-328-10289-2 

Preis: 10,00 €

 

Quelle des Covers: Penguin Verlag

 


 

 

Um ihre Vergangenheit hinter sich zu lassen, hat Eva Korell ihr Leben neu geordnet. So hat sie nicht nur ihren Job in der Notaufnahme einer Berliner Klinik gekündigt, sondern gleich noch ihren Umzug nach München vollzogen. 


Nach vier Wochen der Eingewöhnung beginnt heute ihre neue Arbeit als Anstaltsärztin in der Justizvollzugsanstalt München-Wiesheim. Auf dem Weg dorthin begegnet sie unfreiwillig Nicole Arendt, deren Mann Robert in besagter JVA seine Haft verbüßt. Nachdem Eva ihr Erste Hilfe geleistet hat, bittet Nicole sie um ihre Unterstützung, doch Eva weist diese zurück. 


Als am nächsten Tag Nicole spurlos verschwunden ist, macht sich Eva Vorwürfe und beginnt auf eigene Faust mit den Ermittlungen. Dabei lernt sie Hauptkommissar Lars Brüggemann kennen, der in diesem Vermisstenfall der leitende Ermittler ist. Während ihrer Recherchearbeiten, gerät Eva gefährlich nah in den Fokus des Täters und ohne dies zu ahnen, hat dieser sie bereits im Visier.

 

 

Einen Krimi deren Hauptperson eine Anstaltsärztin in einer JVA ist, habe ich bisher noch nicht gelesen, weshalb mich Verborgen von Anna Simons (Penguin Verlag) sehr interessiert hat. Dieses Buch ist der Auftakt zu einer neuen Ermittlerreihe mit einer starken, interessanten und sympathischen Protagonistin.


Bereits der Einstieg in die Geschichte machte mich neugierig, da man einen Einblick in das Leben von Nicole Arendt erhält. Nicole hat früh die Schule abgebrochen, ist von zu Hause ausgezogen und hat ihre Jugendliebe Robert geheiratet. Zunächst ist das junge Glück perfekt, doch als Robert aus Perspektivlosigkeit immer häufiger zum Alkohol greift und seine Wut nicht im Griff hat, hofft sie immer wieder, dass sich das Problem lösen lässt. Auch als Robert unter Alkoholeinfluss und ohne Fahrerlaubnis in eine Polizeikontrolle gerät und als Wiederholungstäter zu einer Gefängnisstrafe verurteilt wird, hält sie zu ihm. Zwar ist Nicole an ihrer Situation nicht ganz schuldlos, trotzdem tat sie mir leid, da ihr Leben überwiegend aus Demütigung und Gewalt besteht. Mehr schlecht als recht, versucht sie mit ihrem Job als Kellnerin in einem Café über die Runden zu kommen, nur um es Robert recht zu machen.

 

Als Nicole beim sauber machen im Keller eine Schmuckschatulle findet, bricht ihre Welt in sich zusammen. Völlig verzweifelt erhofft sie sich Hilfe von Eva Korell, doch diese lässt sie abblitzen. Am nächsten Tag ist Nicole spurlos verschwunden. Mit einem schlechten Gewissen begibt sich Eva daher Morgens, auf ihrem Weg zur JVA, ins Café von Nicole, um mit ihr zu sprechen. Dort erfährt sie, dass diese nicht zur Arbeit erschienen ist. Daher wendet sich Eva an den bereits vor Ort befindlichen Hauptkommissar Lars Brüggemann, der ihre Zeugenaussage aufnimmt. Konsterniert und sich schwere Vorwürfe machend, fährt Eva zur Gefängnisanstalt.


Robert kann seine Eifersucht und Wutausbrüche nur schwer kontrollieren. Zumindest zeigt er in den verordneten Therapiesitzungen, mit der Gefängnispsychologin Judith Herzog, Anzeichen von Reue. Er rechnet seiner Frau hoch an, dass diese ihn nicht verlassen hat und möchte sich ändern. Als er von Nicoles Verschwinden erfährt, brennen bei ihm alle Sicherungen durch und er versucht aus dem Gefängnis auszubrechen. Doch dieser Versuch scheitert kläglich und so findet er sich auf der Krankenstation von Eva Korell wieder.


Eva gefiel mir auf Anhieb, da ich sie als resolute und taffe Frau empfand, die sich im rauen Klima einer von Männern und Gewalt beherrschten Umgebung, gut zu behaupten weiß. Natürlich hat sie im Privatleben ihr Päckchen zu tragen, was sie aber nicht weniger uninteressant machte. Sie möchte sich und ihrem Umfeld beweisen, dass sie stark ist und diesen Job mit all seinen Herausforderungen, bewältigen kann. Dabei hilft ihr meistens nicht nur ihre gute Menschenkenntnis, sondern auch ihr Ehrgeiz und Mut weiter.

 

Neben einigen anderen Gründen, weshalb Eva von Berlin nach München gezogen ist, zählt auch ihre beste Freundin Ann-Kathrin zu diesen. Viel zu wenig Zeit haben die beiden in den letzten Jahren miteinander verbringen können, weshalb sie diese neu gewonnene Zweisamkeit nun genießen wollen. Doch die Freundschaft wird durch die Angst von Ann-Kathrin, bezüglich der neuen Arbeitsstelle von Eva, etwas getrübt. Ann-Kathrin kann nicht nachvollziehen, weshalb Eva ausgerechnet dieses Job antreten will und versucht daher alles, um es ihr doch noch auszureden, beisst jedoch bei ihrer Freundin auf Granit. Ann-Kathrin ist eine gute Seele und die beiden ergänzen sich perfekt, weshalb ich ihre Angst absolut nachvollziehen konnte. Dabei ist sie herzlich, freundlich und man merkt, dass ihr an Eva sehr viel liegt.

 

Einen Charakter über den ich gerne noch etwas mehr erfahren hätte, war der Häftling Georg Temme, der trotz seiner begangenen Tat, auf mich einen sehr sympathischen Eindruck gemacht hat. Ich hoffe, dass er im Folgeband noch eine größere Rolle einnehmen wird.

 

Durch die wechselnde Erzählweise aus der Sicht von Nicole und Eva, entstand beim Lesen eine Spannung, die mich an die Seiten fesselte. Ich musste einfach wissen, was mit Nicole geschehen ist und ob es Eva gelingen würde, die Wahrheit ans Licht zu bringen.

 

Anna Simons hat den Alltag und den rauer Umgang in einer Justizvollzugsanstalt sehr bildlich dargestellt. Der Tagesablauf der Häftlinge ist geprägt von viel Langeweile, was die Aggressivität und die Gewaltbereitschaft untereinander hochhält und sich in Kämpfen untereinander, aber auch mit den Gefängniswärtern, widerspiegelt. Auch der Umgang des Personals miteinander ist nicht gerade einfach, was man am Verhalten der Psychologin Judith Herzog gegenüber Eva Korell deutlich sieht. Denn auch hier finden Grabenkämpfe statt.


Als Eva selbst zum Opfer wird, spitzt sich die Geschichte immer mehr zu und ich war sehr neugierig, wie alles enden wird.

 

 

Mit Verborgen (Penguin Verlag) ist Anna Simons ein spannender und nervenaufreibender Krimi gelungen, der mich, dank starker und tiefgründiger Charakteren begeistern konnte und so an die Seiten fesselte. Die Story liest sich sehr zügig, ohne dabei an Nervenkitzel zu verlieren und ich habe das Buch innerhalb von zwei Tagen regelrecht inhaliert. Dies war bei einem Krimi schon lange nicht mehr der Fall, was auch an der sehr guten Recherche und dem einnehmenden Schreibstil der Autorin lag - 5 von 5 Nosinggläser.

 

 

 

 

 

 

 

 

 Gemäß § 2 Nr. 5 TMG kennzeichne ich diese Rezension als Werbung. In meinem Beitrag befindet sich (zu informativen Zwecken) eine Verlinkung zur Webseite des Verlags, in welchem das Buch erschienen ist. Ihr erhaltet somit auch weitere Informationen zum Buch, zum Autor sowie eventuell auch zu weiteren Romanen.

Quelle: http://uwes-leselounge.blogspot.com/2018/11/rezension-verborgen-von-anna-simons.html

Eine interessante Geschichte mit tollen Charakteren und einem fiesen Cliffhanger

Titel: Dark Palace. Zehn Jahre musst du opfern

Autor: Vic James

Übersetzerin: Franca Fritz & Heinrich Koop

Verlag: Fischer FJB

Ausgabe: Hardcover

Seiten: 448

ISBN: 978-3-8414-4010-5

Preis: 18,99 €

 

Quelle des Covers: S. Fischer Verlag

 


 

 

Alle in England lebenden Menschen, die kein Geschick haben, müssen 10 Jahre ihres Lebens als Sklave für den magischen Adel arbeiten. Die Ebenbürtigen, wie sie genannt werden, herrschen, unterdrücken und beuten die Menschen aus, während sie selbst im Luxus leben. 

 

Die Familie Hadley, bestehend aus den Eltern sowie ihren drei Kindern Daisy, Luke und Abi, möchten die sogenannten Sklavenjahre gemeinsam bewältigen und sollen in dieser Zeit ihren Dienst bei der mächtigsten Herrscherfamilie Jardine ableisten.


Aber es kommt anders, als geplant und so verschlägt es Luke in die berüchtigte und gefürchtete Fabrikstadt Millmoor, während seine restliche Familie an den prunkvollen Hof der Jardines gebracht wird.

 

 

Alleine der Gedanke, ich müsste 10 Jahre meines Lebens als Sklave arbeiten, finde ich schrecklich und doch reizte mich diese Thematik, weshalb ich Dark Palace. Zehn Jahre musst du opfern von Vic James unbedingt lesen wollte. 

 

Ebenso die Vorstellung einer Zweiklassengesellschaft, bestehend aus dem normalen Volk auf der einen Seite und den Ebenbürtigen und Reichen auf der anderen Seite, machten die Geschichte für mich interessant. Auch der Aspekt, dass die Sklaven den Ebenbürtigen als Arbeiter dienen müssen, damit diese jegliche körperliche Anstrengungen vermeiden und um sich so ganz aufs Regieren zu fokussieren, fand ich heftig. Das Setting hatte für mich etwas monarchenhaftes mit prunkvollen Bällen und einer High Society Gesellschaft an sich, die mit Intrigen und Machtspielen nur so gespickt ist.

 

Der Einstieg in die Story gestaltete sich jedoch für mich etwas schwierig, da die Autorin recht viele Charaktere einführte und die Handlung aus der Sicht von mehreren Personen erzählt. So verfolgt der Leser die Geschichte aus der Sicht von Abi, Luke, Silyen und Bouda, um nur einige zu nennen. Aber als ich mich damit arrangiert hatte, sorgte es bei mir für zusätzliche Spannung.

 

Als sich die Familie Hadley gemeinsam entschließt, ihre 10 Pflichtjahre als Sklaven in den Dienst der Aristokraten von England zu stellen, ahnen sie noch nicht, dass ihr Plan, eine friedliche Zeit auf dem herrschaftlichen Landsitz der Familie Jardine zu verbringen, zunichte gemacht wird. Denn für ihren Sohn Luke gibt es auf dem Anwesen keine Arbeit und so landet er in der von allen gefürchteten Sklaven- und Fabrikstadt Millmoor. 

 

Millmoor ist dreckig und trostlos, die Luft ist von den selbstproduzierten Abgasen aus den Fabrikschloten verschmutzt und durchsetzt mit Verwesungsgerüchen aus den Fleischfabriken. Der Umgang dort ist rau, brutal und gnadenlos. Die Sklaven müssen auf engstem Raum unter teilweise menschenunwürdigen Umständen zusammenleben. Auch die Verpflegung und die normalsten Dinge, wie Kleidung oder Hygieneartikel, sind knapp bemessen. Luke wird in eine Wohneinheit mit fünf anderen Männern, ohne Möglichkeit auf Privatsphäre, einquartiert und soll seinen Dienst in der Bauteilhalle im Maschinenpark von Montag bis Samstag ableisten. Ich traute Luke zu Beginn nur wenig zu, da er mir recht weich vorkam und ich daher die Befürchtung hatte, dass er an diesen schwierigen Bedingungen zerbrechen könnte. Doch er bewies mir das Gegenteil und dies äußerst glaubwürdig. Unterstützung findet er bei einem etwas schrägen und mir undurchschaubaren jungen Mädchen mit Namen Renie sowie ihren Freunden vom Widerstand. Auch die harte und anstrengende Arbeit "zahlt" sich für ihn aus, denn so wird sein Körper gestählt und durch "Botengänge" für Renie wächst sein Selbstvertrauen.


Ganz anders ist das Leben auf dem Landsitz Kyneston, wo die Eltern von Luke sowie seine beiden Geschwister Daisy (10) und Abi (18) untergebracht wurden. Dieser Ort ist auf den ersten Blick traumhaft schön, gesäumt von Wäldern, saftigen Wiesen und Blumen und der Betrachter ist geneigt zu denken, dass man sich im Paradies wähnt. Doch weit gefehlt, denn schaut man etwas genauer hin, so sieht man, dass die Familie Jardine nicht umsonst die meist gefürchtetsten Herrscher des Landes sind. Das Familienoberhaupt ist machtbesessen und für ihn steht fest, dass nur sein ältester Sohn Gavar der nächste Kanzler werden wird.

 

Ihre Macht beziehen die Ebenbürtigen durch ihr Geschick, einer Art magischen Begabung, die sich in verschiedenen Arten, wie die Kunst der Genesung, der Überzeugungskraft oder der Auffassungsgabe widerspiegelt. Keiner weiß, woher diese Fähigkeiten stammen oder wie sie entstanden sind. Auch zeigen sich diese nur bei wenigen Menschen innerhalb der Gemeinschaft. Diese Idee gefiel mir richtig gut und machte mich noch neugieriger auf die Geschichte. Ebenso sorgten die verschiedenen Sichtweisen der Protagonisten bei mir für zusätzliche Spannung.


Bei Gavar lief es mir eiskalt den Rücken herunter, er ist absolut gefühlskalt und behandelt die Sklaven wie den letzten Dreck, dies auch dank seiner ausgeprägten Kraft an Geschick. So vergreift er sich immer wieder an jungen Sklavinnen, die für sein Dafürhalten, sowieso ihm gehören. Als aus einer dieser "Liebschaften" ein Kind geboren wird, erwachen in ihm zum ersten Mal Gefühle, die ich bei ihm nicht für möglich gehalten hätte. Das Baby ist sein Ein und Alles und ausgerechnet Daisy wird die Aufgabe zu Teil, auf dieses Kind aufzupassen. Hier stellte ich mir die Frage, ob dies gutgehen würde. Denn Daisy ist selbst noch ein Kind und soll plötzlich Verantwortung für ein so kleines Lebewesen übernehmen. Ein gewagtes Unterfangen.


Silyen, der mittlere Bruder, der Familie Jardine, verfügt über ungeheuerliche magische Fähigkeiten und verfolgt ganz eigene Ziele. So faszinierend und sympathisch Silyen zunächst auf einen wirkt, so sprunghaft können seine Gefühle und Reaktionen sein. Bei ihm war ich mir zu keinem Zeitpunkt sicher, was er im Schilde führt, was mich nur umso neugieriger werden ließ.


Einzig der jüngste Sohn, Jenner, der keinerlei Geschick vorweisen kann und in den Augen seines Vaters das schwarze Schaf der Familie darstellt, mochte ich sofort. Seine Aufgabe auf Kyneston ist es, für einen reibungslosen Tagesablauf zu sorgen. Unterstützen soll ihn dabei Abi Hadley. Abi ist, durch die Trennung von Luke, traurig und macht sich Vorwürfe. Ihr Ziel ist es, ihn so schnell wie möglich aus Millmoor herauszuholen. Hilfe verspricht sie sich von eben jenem Jenner sowie ihren großen Talenten zu organisieren und zu delegieren, um ihren Plan Wirklichkeit werden zu lassen. Abi gefiel mir zunächst, da sie auf mich taff wirkte und sagt, was sie denkt und manchmal zu impulsiven Handlungen neigt. Als zwischen den beiden Gefühle entstehen, machte sie für mich eine Wandlung durch, die ich nicht ganz nachvollziehen konnte. Sie wirkte auf mich weicher und unentschlossener und nicht mehr ganz so fokussiert auf ihre Aufgabe.

 

 

Dark Palace. Zehn Jahre musst du opfern (Fischer FJB) von Vic James ist eine bewegende und aufwühlende Geschichte um Unterdrückung und Freiheit. Machtspiele und Intrigen sind allgegenwärtig und dies sorgt für tolle Lesestunden. Das Setting und die Charakter sind toll gezeichnet und der Schreibstil sehr bildhaft. 

 

Mit jeder weiteren gelesenen Seite rätselte ich mehr, die Story wurde immer mitreißender, da sich immer mehr lose Handlungsstränge miteinander verbanden, weshalb ich sehr neugierig war, wie die Autorin das alles auflösen würde. Aber mit diesem Ende habe ich so gar nicht gerechnet. Trotzdem bleiben für mich noch einige Fragen offen und auch der gemeine Cliffhanger sorgt dafür, dass ich am liebsten sofort weiterlesen möchte -  4 von 5 Nosinggläser.

 

 

 

 

 

 

 Gemäß § 2 Nr. 5 TMG kennzeichne ich diese Rezension als Werbung. In meinem Beitrag befindet sich (zu informativen Zwecken) eine Verlinkung zur Webseite des Verlags, in welchem das Buch erschienen ist. Ihr erhaltet somit auch weitere Informationen zum Buch, zum Autor sowie eventuell auch zu weiteren Romanen.

Quelle: http://uwes-leselounge.blogspot.com/2018/11/rezension-dark-palace-zehn-jahre-musst.html

Die Story ist bewegend und lässt den Leser wütend zurück

Titel: Du wolltest es doch

Übersetzerin: Katarina Ganslandt

Verlag: Carlsen

Ausgabe: Hardcover

Seiten: 368

ISBN: 978-3-551-58386-4

Preis: 18,00 €

 

Quelle des Covers: Carlsen Verlag

 


 


Emma ist 18 Jahre alt, sie ist attraktiv und beliebt bei Mädchen wie Jungen. Jede/Jeder möchte mit ihr befreundet sein und sie genießt die ihr entgegen gebrachte Aufmerksamkeit in vollen Zügen und kann gar nicht oft genug im Mittelpunkt stehen.

 

Dabei ist ihr fast jedes Mittel recht, um dieses Ziel zu erreichen. Sei es sich aufreizend anzuziehen, immer einen coolen Spruch auf den Lippen zu haben oder einfach mal die Sau rauszulassen, was ist schon dabei. Als Emma auf einer Party angetrunken und unter Drogeneinfluss gemeinsam mit Paul in einem Zimmer verschwindet und mit ihm schläft, ist ihre Welt am nächsten Tag völlig auf den Kopf gestellt. 


Plötzlich ist sie nicht mehr jedermanns Darling, sondern wird als Schlampe und noch weit schlimmeres beschimpft und gedemütigt. Sie ist selbst schuld, denn sie wollte es ja schließlich auch, oder vielleicht nicht?

 

 

Auf Du wolltest es doch (Carlsen Verlag) von Louise O´Neill war ich sehr neugierig, da es nicht unbedingt ein typisches Buch ist, welches ich normalerweise lese. Zudem interessierten mich die behandelten Themen, wie Feminismus, Vorverurteilung, Schuldzuweisungen und Mobbing. Allerdings habe ich nicht mit dieser Heftigkeit in der Geschichte gerechnet.


Der Einstieg in die Handlung fiel mir zunächst etwas schwer, da die Autorin sehr viele Charaktere auf den ersten Seiten untergebracht hatte. Der Leser lernt neben der attraktiven und nach außen hin selbstbewussten Emma auch ihre besten Freundinnen Jamie, Maggie und Ali kennen. Alle vier gehen gemeinsam auf eine Mädchenschule und unternehmen alles zusammen. Durch Emmas Bedürfnis nach Aufmerksamkeit zeigen sich jedoch schon bald erste Risse im zwischenmenschlichen Bereich der Gruppe.


Emma kam mir wie eine lebensfrohe junge Erwachsene vor, die alles spielend erreicht und von allen angehimmelt wird. Doch in ihrem Inneren sieht es ganz anders aus. Für sie ist es sehr anstrengend jeden Tag diese Rolle zu spielen, immer zu lächeln und auf "Best Friend" zu machen. Zwar schmeichelt es ihrem Ego, von so vielen Menschen geliebt zu werden, aber von einer bestimmten Person, wird ihr diese Liebe nicht entgegen gebracht - von ihrer Mutter. Ein wesentlicher Grund für die fehlende mütterliche Zuneigung ist ihr Bruder Bryan, der Liebling der Familie. Überhaupt waren mir die Eltern von Emma mehr als suspekt. Gerade die Handlungen der Mutter konnte ich zu keinem Zeitpunkt nachvollziehen und sie machte mich regelrecht wütend. Auch der Vater steht seiner Tochter nicht wirklich zur Seite, als diese dringend Hilfe benötigt.

 

Durch die Ereignisse auf der Party erfährt Emma nun die Schattenseiten des Lebens. Klar war es ein Fehler mit Paul unter Alkohol- und Drogeneinfluss zu schlafen und das er in einer festen Beziehung ist, macht die Situation auch nicht besser. Aber trifft diese Schuld nicht beide? Ebenso die weiteren Geschehnisse, die ihr in dieser Nacht widerfahren sind, bewegten mich sehr. Die Taten der beteiligten Jungen kann ich absolut nicht verstehen und erst recht nicht gutheißen. Selbst wenn sich Mädchen/Frauen aufreizend anziehen und heftig flirten, ist dies niemals ein Freifahrtschein für Jungen oder Männer, sich unter Gewaltanwendung alles zu nehmen! Klar könnte man nun sagen, dass es das weibliche Geschlecht doch so will und es regelrecht darauf anlegt, aber diese Ausrede ist mir definitiv zu einfach und stimmt nicht! "Nein" heißt "Nein". Ein weiterer Punkt, welcher mich schockierte, war die falsche Rollenverteilung zwischen Gut und Böse. Hier wird einem Opfer die Täterrolle zugesprochen, wie es im wahren Leben des Öfteren auch geschieht.


Emma kann sich an die Ereignisse der vergangenen Nacht nur bruchstückhaft erinnern. Nachdem sie sich von ihrem schweren Sonnenbrand einigermaßen erholt hat, geht sie wieder zur Schule und tut so, als wäre nichts Schlimmes geschehen. Jedoch schneller als ihr lieb ist, wird Emma nun Schadenfreude und Hass entgegen gebracht. Sie wird unverhohlen schikaniert und ausgelacht, was ihre Verzweiflung und Unwissenheit wachsen lassen. Als sich auch ihre Freundinnen gegen sie wenden, steht Emma plötzlich ohne Hilfe da. Obwohl ich den Grund von Maggie, Jamie und Ali verstand, konnte ich es nicht gutheißen.


Einzig ihr Bruder Bryan scheint bei klarem Verstand zu sein und bringt das Thema Vergewaltigung zur Sprache, sodass sich Emma dazu entschließt, Anzeige zu erstatten. Durch die gewählte Ich-Perspektive konnte ich die seelische und psychische Belastung von Emma nachempfinden und im weiteren Verlauf der Story wurde ich, ob der Handlungen der einzelnen Charaktere immer wütender.

 

Das Ende gefiel mir zunächst nicht und ich hätte mir ein anderes gewünscht, aber es ist leider durchaus realistisch und nicht selten geschieht dies im wahren Leben genauso. Auch im Hinblick auf das Nachwort der Autorin konnte ich diesen Ausgang letztlich nachvollziehen.

 

 

Mit einer starken Intensität beschreibt Louise O´Neill die Gefühlswelt der Protagonistin Emma in Du wolltest es doch (Carlsen Verlag). Die Story hat mich sehr bewegt, da sie zugleich bedrückend und realistisch ist. Das Schicksal von Emma machte mich unendlich wütend und ebenso traurig, da dieses leider kein Einzelfall ist. Die Geschichte stimmt mich nachdenklich und regt hoffentlich zum Diskutieren an - 4 von 5 Nosinggläser.

 

 

 

 

 

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Eine äußerst spannende und mitfiebernde Geschichte

 

Titel: Children of Blood and Bone

Goldener Zorn

Autor: Tomi Adeyemi

Übersetzerin: Andrea Fischer

Verlag: Fischer FJB

Ausgabe: Hardcover

Seiten: 624

ISBN: 978-3-8414-4029-7

Preis: 18,99 €

 

Quelle des Covers: Fischer FJB Verlag

 


 

Die Welt von Orïsha war einst voller Magie. Die Menschen hatten die unterschiedlichsten Fähigkeiten und beherrschten Elemente wie Feuer oder Wasser, andere schufen beeindruckende Träume oder geleiteten die Toten in den Himmel. So lebten alle in völliger Harmonie, bis einige ihre Kräfte für weniger gute Dinge missbrauchten und ein Kampf untereinander begann.


Der machthungrige König Saran, der bei diesen Kämpfen seine erste Familie verlor, schwor sich, die Magie aus ganz Orïsha zu vertreiben. Seine Armee wütete unter der Bevölkerung und verfolgte alle magisch begabten Menschen und tötete diese auf grausame Art und Weise. Weshalb die Magie letztlich verschwand.


Auch Zélie, Tochter einer der stärksten Seelenfängerinnen, hat bei diesem Krieg ihre Mutter sterben sehen. Das Land lebt in ständiger Angst und leidet unter Unterdrückung und Armut. Als sich für Zélie unerwartet die Chance bietet, die Magie wieder zurückzubringen, zögert sie nicht lange. Ihre Aufgabe führt sie, gemeinsam mit ihrem Bruder Tzain und Prinzessin Amari, auf eine gefährliche und bedrohliche Reise durch heiße Wüstenlandschaften und mysteriöse Tempelanlagen. Verfolgt wird die kleine Gruppe von Kronprinz Inan, der vom König den Auftrag erhalten hat, mit allen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln zu verhindern, dass die Magie wieder zurückkehrt. 

 

 

"Mut kann im Verborgenen wachsen" (Seite 30)

 

"Tapferkeit in der Dunkelheit erblühen" (Seite 30)

 

 

Die Gestaltung und der Klappentext von Children of Blood and Bone. Goldener Zorn von Tomi Adeyemi (Fischer FJB) gefielen mir auf Anhieb, weshalb ich sofort wusste, dass ich dieses Buch unbedingt lesen muss.


Die Autorin hat sich rund um die Menschen, den Tieren, der Magie und dem Land Orïsha sehr viele Gedanken macht und so befindet sich jeweils am Anfang und Ende des Buches eine Karte, was bei mir immer punkten kann. Der Beginn der Story lies mich noch ein wenig neugieriger werden, denn dank der Einleitung über die einzelnen Fähigkeiten der Menschen, gewann ich noch mehr Einblicke in die Vielfältigkeit der Magie. Ein weiteres Plus für diese Geschichte.


Die Handlung wird abwechselnd aus der Ich-Perspektive von Zélie, Amari und Inan erzählt. So begleitet der Leser zunächst Zélie, die in der damaligen Blutnacht ihrer Mutter beraubt wurde, beim Stocktraining in ihrem Dorf. Diese besagte Nacht haben zum Glück ihr Bruder Tzain, der ein angehender Star unter den Agbön-Spielern ist, und ihr damals schwerverletzter Baba gerade so überlebt. Überhaupt wird die Familie und das Zusammengehörigkeitsgefühl hier sehr groß geschrieben. Zélie ist stolz auf ihren Bruder und sorgt sich um ihren kranken Vater. Sie hat eine negative Eigenschaft, unüberlegt zu handeln und sich und ihre Familie immer wieder in Gefahr zu bringen. Da die Steuern und Abgaben durch den König immer weiter in die Höhe getrieben werden, müssen Zélie und Tzain ihren Fischfang in die Hauptstadt Lagos bringen, um diesen dort meistbietend an einen der Adeligen zu verkaufen. Dort trifft Zélie unerwartet auf Prinzessin Amari, die ein Artefakt aus dem Königspalast gestohlen hat und nun auf der Flucht vor ihrem Bruder und den Palastwachen ist. Zélie wird nun die Aufgabe zuteil, diese Flucht aus der Stadt zu gewährleisten.


Zélie gefiel mir, da sie unerschrocken die Dinge angeht, schlagfertig ist (verbal wie körperlich) und dadurch fast kein Fettnäpfchen auslässt. Trotzdem muss man ihren Mut und ihre Aufopferung gegenüber der ihr entgegen gebrachten Verantwortung, honorieren. Dabei wächst sie an dieser Aufgabe und kam mir im weiteren Verlauf der Handlung immer erwachsener und selbstbewusster vor.

 

Ein weiterer großer Teil der Geschichte wird aus der Sicht von Prinzessin Amari erzählt. Diese hatte keine schöne Kindheit, da sie eine sehr strenge Erziehung durch ihre Mutter erfahren hat, welche durch Wutausbrüche von Seiten ihres Vaters begleitet wurden, was sie prägte. So ist Binta, eine Sklavin und sogenannte "Made" (ein Schimpfwort für Menschen, die früher die Fähigkeit besaßen, Magie zu wirken), ihre einzige Verbündete und Freundin. Amari hasst das Leben im Palast und würde dem Ganzen am liebsten entfliehen. Diese Chance bietet sich ihr, als sie zufällig ein Gespräch ihres Vaters mit seiner Kommandantin Kaea belauscht. Darin ist die Rede von einem magischen Artefakt, welches die Fähigkeit besitzen soll, die Magie bei einer "Made" zu aktivieren. Kurzer Hand stiehlt Amari diesen Gegenstand und flieht mit Hilfe von Zélie aus der Stadt. Amari gefiel mir gerade im Hinblick auf ihre tiefe Verbundenheit und Freundschaft zu Binta sehr gut. Ich konnte ihre Gefühle zu Binta und ihre Angst in diesem Palast zu leben sehr gut nachvollziehen. Zwar erscheint sie auf den ersten Blick wie die erwartete Prinzessin, doch der Schein trügt. Mit weiterem Fortschreiten der Story wächst sie an ihren Aufgaben und den bewältigten Schwierigkeiten und sogar weit darüber hinaus. Amari hat für mich hier die größte Entwicklung erfahren, die ich sehr gerne gelesen habe. Auch ihre Zuneigung zu Tzain konnte ich nachvollziehen. 

 

Tzain ist ein wahrer Beschützer, groß, kräftig und gutaussehend. Für ihn kommen sein Vater und Zélie immer an erster Stelle. Ein großer Bruder, auf den man sich verlassen kann und den einfach mögen muss.


Amaris Bruder Inan erhält den Auftrag, gemeinsam mit Kaea und einem Trupp Soldaten, die Verfolgung aufzunehmen und unbedingt zu verhindern, dass die Magie zurück nach Orïsha gelangt. Inan war mir unsympathisch, da er unbedingt versucht, seinem Vater alles recht zu machen und alles glaubt, was man ihm sagt. Durch ein Ereignis während der Flucht seiner Schwester, wird ihm sein Auftrag zusätzlich erschwert, da er plötzlich ein Geheimnis vor allen bewahren muss. Leichte Zweifel beschleichen ihn, ob dass, was er seit seiner Kindheit eingebläut bekommen hat, der Wahrheit entspricht und doch konnte ich seine Taten und Beweggründe nicht verstehen, geschweige denn gutheißen. 

 

Zwar ist die Idee einer Reise quer durch das Land auf der Suche nach wichtigen Gegenständen und der damit einhergehenden Verfolgungsjagd, nicht neu, aber dank den vielfältigen Arten der Magie, die die Menschen in Orïsha besitzen, den gut ausgearbeiteten Charakteren, den beeindruckenden Tieren sowie der immer größer werdenden Spannung, fesselten mich diese Punkte regelrecht an das Buch. Ich wollte unbedingt wissen, ob es Zélie, Amari und Tzain gelingen würde, Inan und den König zu besiegen.  

 

Alles gipfelt in einer beindruckenden Szenerie, die mir schier den Atem raubte. In letzter Zeit konnte mich kein Ende so in meiner Gefühlswelt hin und her schütteln, wie dieses Buch. Völlig geflasht verfolgte ich diesen Showdown, ohne zu wissen, wie alles enden wird.

 

 

Mit Children of Blood and Bone. Goldener Zorn (Fischer FJB) hat Tomi Adeyemi für mich eine äußerst spannende und mitfiebernde Geschichte in einer beeindruckenden Welt geschrieben, der ich verfallen bin. Dank vielschichtigen und toll ausgearbeiteten Charakteren, den magischen Fähigkeiten jedes Einzelnen und den unterschwelligen Themen wie Rassismus, Unterdrückung und Völkermord, welche für mich sehr gut verarbeitet wurden, hinterlässt diese Story bei mir einen prägenden Eindruck.

 

Ich bin mehr als gespannt, wie es weitergehen wird und kann es kaum erwarten, wieder an die Seite von Zélie und ihren Freunden zurückzukehren.

 

 

 

 

 

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Eine spannende und harte Story, die zu überzeugen weiß

Titel: Schwarzer Engel

Übersetzerin: Claudia Franz

Verlag: Piper

Ausgabe: Klappbroschur

Seiten: 480

ISBN: 978-3-492-06114-8

Preis: 16,99 €

 

Quelle des Covers: Piper Verlag

 


 

 

In einem Schnellzug von Mailand nach Rom werden die Leichen von mehreren Personen in einem Luxusabteil gefunden. Sämtliche Türen waren verriegelt, was die Polizei vor ein Rätsel stellt. Fieberhaft ermittelt die Kommissarin Colomba Caselli, die gerade erst wieder in den Polizeidienst zurückgekehrt ist, in alle Richtungen. 

 

Schnell kommt die Vermutung auf, dass es sich hier um den bereits länger befürchteten Terroranschlag handeln könnte. Da Colomba und ihr Team nicht wirklich Fortschritte bei diesem Fall machen, erhofft sie sich von ihrem Freund Dante Torre die dringend benötigte Hilfe. Aber kann der traumatisierte, wie auch geniale Dante ihr helfen?

 

Zumindest hält er die Theorie eines Terroranschlages für nicht realistisch. Bei ihren weiteren Ermittlungen kommen die Beiden einer Person auf die Spur, welche jahrelang unsichtbar war und dass, obwohl bei diesem Menschen das Blut von vielen Opfern an den Händen klebt.

 

 

 

Als ich vor längerer Zeit erfuhr, dass endlich der 2. Band des italienischen Autors, Sandrone Dazieri, erscheinen soll, war mir klar, dass ich diesen unbedingt lesen möchte. Dank dem außergewöhnlichen Ermittlerduo Colomba Casalli und Dante Torre, die in ihrem Leben bisher so vieles ertragen mussten, wollte ich unbedingt wissen, wie es den beiden ergangen ist.

 

Voller Vorfreude griff ich daher zu Schwarzer Engel (Piper) und bereits der Einstieg hat es in sich. Der Leser wird mit der Vergangenheit einer Person konfrontiert, die ich als äußerst eindringlich empfand und die mich sofort an die Seiten fesselte. Ich wollte unbedingt wissen, was es mit dieser Person auf sich hat, doch hierzu verrät uns Sandrone Dazieri zunächst nichts weiter.


In der Gegenwart bekommt es Kommissarin Colomba Caselli, die gerade erst wieder ihren Dienst angetreten hat, sogleich mit einem sehr mysteriösen Fall zu tun. In einem Schnellzug von Mailand nach Rom werden die Leichen von mehreren Personen in einem Luxusabteil gefunden. Sämtliche Türen waren verriegelt, was die Polizei vor ein Rätsel stellt. Recht zügig wird von höherer Stelle die Terrorwarnstufe ausgerufen und mehrere Hundertschaften an Polizisten und Spezialeinsatzkomandos nehmen islamistische Gruppierungen ins Visier, was schnell in Gewalt und Tod ausartet.

 

Colomba glaubt nicht so recht an einen Terroranschlag und erhofft sich deshalb Hilfe von ihrem Freund Dante Torre. Der eigenwillige und sonderbar erscheinende Dante wollte nach den Erlebnissen aus der jüngsten Vergangenheit eigentlich nichts mehr mit der Polizei zu tun haben, doch er freut sich, Colomba wiederzusehen. Obwohl er seine Panikattacken und kleineren Wahnvorstellungen noch immer nicht unter Kontrolle hat und diese nur dank starken Medikamenten und reichlich Alkohol bändigen kann, sagt er seiner Freundin zu.

 

Spannend und fesselnd wird die Story aus zwei Sichtweisen erzählt. Zum einen aus der Ich-Perspektive von Colomba und zum anderen liest man die Geschichte eines kleinen Mädchens, was zusätzlich jede Menge Fragen aufwirft. 

 

Obwohl Colomba wieder arbeitet, hat sie noch immer mit den Folgen ihrer Gefangenschaft zu kämpfen, was ihre Arbeit behindert. Trotzdem ist sie für mich eine starke Persönlichkeit, die alles für ihren Job gibt, um diesen so gut wie möglich auszuüben. Selbst wenn dies bedeutet, gewissen Kollegen oder gar Chefs auf die Füße zu treten. Sie hat sehr hohe Ansprüche an sich selbst und versucht sich in einer von Männern dominierten Arbeitswelt zu behaupten. Ich mag sie sehr gerne und finde ihre Herangehens- und Denkweise interessant.

 

Dante ist nach wie vor schwer traumatisiert und war zeitweilig sogar in stationären Behandlung. Geplagt von schweren Panikattacken und Verfolgungswahn, möchte er Colomba bei diesem mysteriösen Fall zur Seite stehen und obwohl zwischen ihnen keine körperliche Anziehung besteht, muss sich Dante eingestehen, dass er sie vermisst hat. Auch erfährt der Leser weitere Details aus dem Leben von ihm und dessen Schicksal, was so manche Frage bei mir beantwortet hat, aber ebenso viele neue mit sich brachte.

 

Die beiden Erzählstränge laufen unaufhaltsam aufeinander zu und ich fragte mich mehr als einmal, was beide miteinander zu tun haben sollten. Dies schürte meine Neugierde und dank der spannenden Handlung, musste ich unbedingt wissen, was hinter allem steckt. 

 

Als sich zum Ende hin die Ereignisse regelrecht überschlagen und sich diese zu einem richtigen Showdown entwickeln, blieb mir mehr als einmal der Mund offen stehen. Dies hat der Autor für mein Dafürhalten richtig gut ausgearbeitet und die daraus entstehenden Konsequenzen für Colomba und vor allem auch für Dante machen mich schon jetzt verdammt neugierig auf den 3. Band dieser außergewöhnlichen Thrillerreihe.

 

 

Mit Schwarzer Engel (Piper Verlag) gewährt uns Sandrone Dazierie wieder einmal tiefe Einblicke in die Abgründe der menschlichen Psyche. Dank der gewählten Erzählweise aus der Sicht von Kommissarin Casalli und einem jungen Mädchen, erzeugt der Autor eine unterschwellige Spannung die unaufhaltsam auf ein Ereignis hinaus läuft, mit welchem ich nicht gerechnet habe.

 

Daher habe ich sehr gute 4 von 5 Nosinggläser für diesen Thriller vergeben.

 

 

 

 

Reihe

 

In der Finsternis (1. Teil) - Rezension

 

 

 

 

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Phantasievoll und bildhaft, aber mir fehlte die Spannung

Titel: Der Weltenexpress (1)

Autor: Anca Sturm

Verlag: Carlsen

Ausgabe: Hardcover

Seiten: 384

ISBN: 978-3-551-65411-3

Preis: 14,99 €

 

Quelle des Covers: Carlsen Verlag

 


 

 

Immer wieder zieht es Flinn Nachtigall an den stillgelegten Bahnhof ihres Heimatortes Weidenborstel. An jenen Ort, an dem ihr Halbbruder Jonte vor zwei Jahren spurlos verschwunden ist. Alle Bemühungen von Seiten ihrer Mutter und der Polizei, ihn zu finden, blieben leider erfolglos. Einzig eine Postkarte ist Flinn geblieben, die sie drei Wochen nachdem Jonte nicht nach Hause kam, von ihm erhalten hatte.


Und gerade diese Postkarte lässt Flinn hoffen, dass sie Jonte finden wird, denn nur sie erkennt darauf eine Eisenbahn. Sie ist überzeugt, dass ihr Bruder sich an Bord befindet. Das Problem ist nur, gibt es diesen Zug wirklich, und falls ja, wie gelangt Flinn dorthin?


So sitzt Flinn Nacht für Nacht am Bahnhof und wartet. Und als tatsächlich eines Abends ein Zug in den Bahnhof einfährt, überlegt Flinn nicht lange und springt als blinder Passagier geradewegs in ein Abenteuer, welches ihre kühnsten Erwartungen übertreffen wird.

 


Alleine schon wegen dieses tollen Covers musste ich das Buch Der Weltenexpress von Anca Sturm (Carlsen Verlag) lesen. Darüber hinaus versprach der Klappentext ein fantastisch-magisches Leseerlebnis.


Die Idee eines fahrenden Internats in Verbindung mit Magie und außergewöhnlichen Jugendlichen gefiel mir. Die Landschaften der bereisten Städte mit ihren wunderbaren Bahnhöfen, hat die Autorin sehr atmosphärisch beschrieben und ich fühlte mich, als ob ich ein Teil dieser Reise wäre. Ebenso hatten es mir die vielen Details von magischen Gegenständen, wie zum Beispiel das Anzeigen des Ortes unterhalb der Fenster, wo sich der Zug gerade befand, angetan. Auch die bewegenden Bilder an der Zugdecke, woran man die Reiseroute erkennen kann, faszinierten mich und ließen mein Herz höher schlagen.

 

Als sich Flinn endlich die Möglichkeit bietet, auf den sagenumwobenen Welten-Express aufzuspringen, zögert sie zunächst, erinnert sich aber dann an das Motto ihres Bruders Jonte - "Sei furchtlos und kühn!". Nachdem es Flinn gelungen ist, die Tür des letzten Wagons zu öffnen, begibt sie sich auf die Suche nach einem Schaffner und stößt schon bald mit einem Jungen zusammen. Fedor, der von allen nur als der "Kohlenjunge" bezeichnet wird, arbeitet im Zug und versorgt diesen während der Fahrt mit eben jener Kohle. Fedor mochte ich sofort, da er das Herz am rechten Fleck hat und ihn ein Geheimnis umgab, welches ich unbedingt erfahren wollte. Schnell freunden sich die beiden an und er ist Flinn eine große Stütze bei der Suche nach Jonte.

 

Auch mit Pegs, einem pfiffigen Mädchen sowie dem Jungen Kasim, den etwas Mysteriöses umgibt, schließt Flinn schnell Freundschaft. Überhaupt kommen die Themen Freundschaft und Zusammenhalt in dieser Geschichte des Öfteren zum Ausdruck, was mir gut gefiel.

 

Flinn ist keine typische Jugendliche, schon alleine ihr Name Flinn Nachtigall macht ihr das Leben schwer. Für ihr Alter von 13 Jahren ist sie schon jetzt größer und schlanker, als ihre Mitschülerinnen. Auch kleidet sie sich eher wie ein Junge, was nicht gerade zu ihrer Beliebtheit bei ihren damaligen Klassenkameraden beigetragen hat. Ebenso ihre Schüchternheit und Traurigkeit, über das Verschwinden ihres Halbbruders Jonte, erschweren den Kontakt zu Gleichaltrigen. Darüber hinaus leidet sie unter der entgegengebrachten Kälte ihrer Mutter. Mutterliebe und Geborgenheit sind für Flinn daher Fremdwörter, die sie seit dem Verschwinden ihres Bruders nicht mehr erfahren hat. Das Verhalten der Mutter konnte ich absolut nicht nachvollziehen.

 

Eigentlich alles Attribute, bei denen man den Charakter mögen müsste, aber leider war mir Flinn nicht so sympathisch. Denn mit ihrer doch teilweise recht ruppigen Art und Ausdrucksweise gegenüber Pegs, Kasim oder Fedor stößt sie ihre Freunde häufiger vor den Kopf. Dabei hält sie es nicht einmal für nötig, sich danach bei ihnen zu entschuldigen, obwohl es ihr selbst aufgefallen ist, dass sie falsch reagiert hat. Doch ihre Freunde halten zu ihr und gemeinsam versuchen sie das Verschwinden von Jonte zu lüften und hinter die Geheimnisse, die sich um den Welten-Express ranken, zu kommen. 

 

Pegs ist eine verrückte und liebenswerte Person, die ich sofort in mein Herz geschlossen habe. Ihr Traum ist es, eine erfolgreiche Modedesignerin zu werden, was ihren Hang zu ausgeflippten Klamotten, die sie trägt, erklärt.


Kasim, ist geheimnisvoll, da man über seine Herkunft und seine Vergangenheit nur wenig erfährt, was mich umso neugieriger werden ließ. Auch er sticht durch seine blauen Haare und seinen ständigen Appetit aus der Masse der Schüler heraus. Sehr zum Leitwesen von Madame Florett.


Zwar haben mir die Grundidee und der Schreibstil gefallen, allerdings fehlte es mir an Spannung und das Mitfiebern im Hinblick auf den verschwundenen Jonte. Ebenso kamen mir die Lehrer recht seltsam und freaky vor. Ein Lehrer der sich mindestens 3-mal in der Woche vor Unterrichtsbeginn krank meldet, nur um dann letztlich doch seinen Kurs in Benehmen zu halten, entlockten mir ein kleines Stirnrunzeln. Fast kam es mir so vor, als ob er Angst vor seinen Schülern hätte. 


In vielerlei Hinsicht mehr als sonderbar ist Madame Florett. Ich empfand sie als sehr herrisch im Umgang mit den Schülern und darüber hinaus als äußerst egoistisch, da sie ihr Ziel eisern und ohne Rücksicht auf etwaige Konsequenzen verfolgte.

 

Der Schluß hielt noch die eine oder andere Überraschung parat, aber so wie alles endete, hat es mir insgesamt gut gefallen.

 


Die Idee und das Grundgerüst von Der Weltenexpress von Anca Sturm (Carlsen Verlag) konnten durchaus bei mir punkten, aber ich empfinde die Geschichte als ausbaufähig, gerade was die Spannung und das Miträtseln angehen. Zwar ist der Schreibstil recht bildhaft, aber des Öftern kam er mir ein wenig holprig vor. Nichtsdestotrotz konnte ich mir den Internatszug mit seinen magischen Elementen und den tollen Landschaftsbeschreibungen gut vorstellen. 

 

Mehr als 3 von 5 Nosinggläser kann ich für diesen Trilogieauftakt, aus den vorgenannten Gründen, leider nicht vergeben, was ich sehr schade finde. Das Potenzial der Autorin ist definitiv ersichtlich, weshalb ich hoffe, dass der zweite Band dies zum Ausdruck bringen wird. Trotzdem bin ich mir nicht sicher, ob ich die Reihe weiterlesen werde.

 

 

 

 

 

 

Gemäß § 2 Nr. 5 TMG kennzeichne ich diese Rezension als Werbung. In meinem Beitrag befindet sich (zu informativen Zwecken) eine Verlinkung zur Webseite des Verlags, in welchem das Buch erschienen ist. Ihr erhaltet somit auch weitere Informationen zum Buch, zum Autor sowie eventuell auch zu weiteren Romanen.

Quelle: http://uwes-leselounge.blogspot.com/2018/08/rezension-der-weltenexpress-von-anca.html

Meine Erwartungen wurden nur bedingt erfüllt...

Titel: Iron Flowers - Die Rebellinnen

Übersetzerin: Anna Julia Strüh

Verlag: Fischer Sauerländer

Ausgabe: Hardcover

ISBN: 978-3-73735-542-1

Preis: 16,99 €

 

Quelle des Covers: Fischer Verlag

 

 



Die Geschwister Serina und Nomi könnten unterschiedlicher nicht sein. Während Serina schön und grazil ist und auf das Leben als Grace von ihrer Mutter vorbereitet wird, ist Nomi eine Rebellin, die sich dem System von Armut und Unterdrückung zu widersetzen versucht. Auch ihre Rolle ist vorbestimmt und sie soll als Dienerin ihrer Schwester am Hofe des Thronfolgers leben und arbeiten.

Doch alles kommt anders als gedacht, denn der künftige Herrscher Malachi wählt auf dem extra dafür gegebenen Ball nicht Serina als künftige Grace aus, sondern Nomi. So ist die Welt der beiden Schwestern plötzlich auf den Kopf gestellt und beide können mit dieser Situation nur schwer umgehen.

 

Serina ist wütend und enttäuscht über die Handlung ihrer Schwester und Nomi wiederrum kann das alles einfach nicht begreifen. Aber auf die beiden Schwestern, wartet noch ein viel größerer Schicksalsschlag, als den der vertauschten Rollen.

 

 

Auf Grund des sehr neugierig machenden Klappentextes war ich äußerst gespannt, wie mir Iron Flowers - Die Rebellinnen gefallen würde. Gerade von Nomi, die als Rebellin beschrieben wird, erhoffte ich mir einiges.

 

Die Geschichte wird abwechselnd aus der Sicht der beiden Schwestern geschildert, was mir gefiel. Denn gerade so bekommt der Leser die jeweilige Gefühlswelt der Protagonistin oder dem Charakter hautnah mit. Obwohl es der Autorin gelungen ist, die Verunsicherung und Hilflosigkeit von Nomi sowie die Wut und Enttäuschung bei Serina gut rüber zu bringen, war mir Serina näher, als ihre Schwester.

 

Gerade der Aspekt, dass Nomi als Rebellin dargestellt wird, konnte ich mit ihren Taten und Gedanken nicht ganz in Einklang bringen. Sie kam mir recht naiv vor und war mir zu leicht zu manipulieren. Erst im weiteren Verlauf der Story kam ihr Wille, auch getrieben durch die Angst über das Leid ihrer Schwester, zum Vorschein. Trotzdem hätte ich sie mir etwas taffer und rebellischer gewünscht.

 

Die dargestellte Welt, in der die Frauen keinerlei Mitbestimmungsrecht haben, nicht lesen dürfen oder frei entscheiden können, wen sie lieben dürfen, empfand ich als recht heftig. So müssen die Frauen die Unterdrückung und Ausbeutung durch die Männer ertragen. Hier war ich neugierig, ob es ihnen gelingen würde oder ob die Strukturen innerhalb der Gesellschaft zu festgefahren sind.

 

Serinas Wut und Enttäuschung über das Verhalten ihrer Schwester konnte ich sehr gut nachempfinden und trotzdem ist ihre Liebe zu Nomi ungebrochen. So fügt sich Serina zunächst in ihre neue Rolle als Zofe. Als Serina mit einem Buch in der Hand von der obersten Grace Ines erwischt wird, wird sie verhaftet und zum Regenten gebracht. Dieser verurteilt sie zu einer Gefängnisstrafe auf der Insel der Verdammten - eine Fahrt ohne Widerkehr. 

 

Ich konnte mir nicht vorstellen, dass die wohlerzogene und sanftmütige Serina diese sehr harte Strafe lange überleben würde. Doch sie belehrte mich eines Besseren, denn Serina entwickelte sich zu einer wahren Kämpferin, die sich wehrt und Mitgefühl für ihre Mitgefangenen empfindet. Daher ist es nicht verwunderlich, dass mir der Part von ihr besser gefiel, als der von Nomi im Regentenpalast.

 
Die Handlung empfand ich als etwas zäh und vorhersehbar. Mir fehlte es an Tiefe und Spannung und obwohl das Ende mit einem Cliffhanger gipfelt, bin ich mir noch nicht sicher, ob ich weiterlesen werde.

 


Iron Flowers - Die Rebellinnen von Tracy Banghart (Fischer Sauerländer) ließ mich etwas zwiegespalten zurück. Ich hatte auf Grund des Klappentextes eine ganz andere Erwartungshaltung an die Geschichte. Auch fehlten mir die Spannung und der unbedingte Wille weiterzulesen.

 
Eine Welt, in der die Frauen kein Recht auf eine eigene Meinung haben, lassen mich dies in Zeiten der Emanzipation nur schwer in Einklang bringen. Leider wurden meine Erwartungen hinsichtlich der Zusammenfassung der Story nicht in Gänze erfüllt, weshalb ich das Buch letztlich mit 3 von 5 Nosinggläser bewertet habe.

 

 

 

 

 

 

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Quelle: http://uwes-leselounge.blogspot.com/2018/08/rezension-iron-flowers-die-rebellinnen.html