Uwes-Leselounge

Auf meinem Blog UWES-LESELOUNGE findet Ihr Bücher aus den Bereichen Jugenbuch, Dystopie, Fantasy, Krimi & Thriller und Horror. Ich freue mich auf euren Besuch :)

Phänomenal, atemberaubend und einfach fantastisch

Titel: Das Reich der sieben Höfe (2) -

Flammen und Finsternis

Autor: Sarah J. Maas

Übersetzerin: Alexandra Ernst

Verlag: dtv

Ausgabe: Hardcover

Seiten: 720

ISBN: 978-3-423-76182-6

Preis: 19,95 €

 

Quelle des Covers: dtv Verlag

 


 

 

Nachdem Feyre Amarantha unter dem Berg besiegt hat, gilt sie als Retterin des Fae Reiches. Doch für diese Freiheit hat sie einen sehr hohen Preis bezahlen müssen. Gemeinsam mit Tamlin ist Feyre an den Frühlingshof zurückgekehrt und alles könnte wunderbar sein. Doch dies täuscht, denn innerlich ist Feyre am Boden zerstört. Sie plagen immer wieder Albträume mit anschließendem Erbrechen. Feyre spürt keine Liebe, Hoffnung oder Glück mehr, vielmehr frisst sie ihre Tat von innen heraus auf. Dazu trägt auch das Verhalten von Tamlin bei, der Feyre in ihrem Freiraum sehr einengt.


Wäre dies nicht alles schon schlimm genug, ist da ja auch noch die Vereinbarung mit Rhys. Denn Feyre ist gezwungen monatlich eine Woche am Hof der Nacht zu leben. Wird sie stark genug sein oder wird sie an ihrem Schicksal zerbrechen?

 

"Ich hatte keine Angst, aus den Schatten zu treten, fürchtete mich nicht in der tiefsten Dunkelheit, solange er bei mir war. Mein Freund in vielen Gefahren, der für mich gekämpft hatte, als es sonst niemand hatte tun wollen, selbst ich nicht."

Seite 504

 "Sie wird ihre Liebe nie freimütig jedem schenken, der ihren Weg kreuzt. Aber für die, die sie liebt ... für die würde Nesta die Welt aus den Angeln heben."

Seite 638



Nachdem mich der erste Band von Das Reich der sieben Höfe - Dornen und Rosen von Sarah J. Maas absolut begeistern konnte und zu einem meiner Lieblingsbücher aufgestiegen ist, war ich sehr gespannt, ob der zweite Band hier mithalten kann. Neugierig begann ich die ersten Seiten von Das Reich der sieben Höfe - Flammen und Finsternis zu lesen und sogleich nahm mich die Welt von Prythian wieder gefangen.

Dieser zweite Band übertrifft den ersten nochmals um Längen. So viele Superlative könnte ich aufzählen und doch würde keines ausreichend sein, um diese Geschichte zu beschreiben. Ich bin einfach nur überwältigt vom Ideenreichtum, diesem bildgewaltigen Schreibstil und den überraschenden Wendungen, die sich die Autorin hat einfallen lassen - einfach phänomenal.

Zunächst beginnt die Handlung recht ruhig und ich verfolgte, wie sich Feyre mit ihren Erinnerungen und Albträumen herumplagt. Jede Nacht wacht sie schweißgebadet auf und muss sich anschließend übergeben. Sie kommt mit ihren Schuldgefühlen über die begangenen Taten unter dem Berg und im Kampf gegen Amarantha nicht hinweg. Zweifel, Angst und fehlendes Verständnis von Seiten Tamlins schüren diese Panikattacken. Auch das Tamlin sie immer mehr in ihren Bewegungen einschränkt und einen "Aufpasser" an ihre Seite stellt, machen ihr das Leben zusätzlich schwer. Ebenso fühlt sie sich überfordert, was die bevorstehende Hochzeit mit ihm betrifft. Feyre´s Gefühlswelt konnte ich sehr gut nachvollziehen und doch fehlte mir hier ihre Stärke und ihr Kampfgeist, die sie im ersten Band auszeichnete. Nichtsdestotrotz konnte ich ihre Beweggründe dafür verstehen. Denn zum Glück hat sie dieses Trotzverhalten nicht verloren und das bekommt Rhys zu spüren, als dieser sie zum ersten Mal an den Hof der Nacht entführt. Hier war nun endlich meine Feyre. Explosiv, temperamentvoll und nicht auf den Mund gefallen, präsentierte sie sich mir in den Dialogen mit Rhys. Diese Sticheleien zwischen den beiden brachten mich des Öfteren zum Schmunzeln und sind einfach nur toll zu lesen.

Überhaupt sind der Hof der Nacht und der Ort Velaris buchstäblich ein Traum. Alleine die detailreichen Beschreibungen machten diese Orte für mich so bildlich, dass ich am liebsten sofort dorthin gereist wäre. 

Sehr gekonnt stellt die Autorin zum einen den Hof der Nacht sowie den Hof des Sommers vor. Ebenso dessen Bewohner und weitere Charaktere. So lernte ich den "Inneren Kreis" von Rhys kennen, wie die geheimnisvolle Amren, die beiden Waffenbrüder Cassian und Azriel sowie die schöne Morrigan, kurz Mor, kennen. Gerade Mor gefiel mir ausgesprochen gut und wer die Serie "Lucifer" kennt, wird Mace ebenfalls kennen. Denn bei der Beschreibung von Mor, hatte ich Mace sofort vor meinem geistigen Auge, da die beiden sich gleichen.

 

Zu keinem Zeitpunkt kam mir die Geschichte langatmig vor, denn es passiert so unfassbar viel, was das Weiterlesen einfach zu einem Genuss machte. Gerade das Entwickeln der Kräfte von Feyre und die allgegenwärtige Angst vor dem bevorstehenden Krieg gegen den König von Hybern waren unheimlich spannend zu verfolgen. 

Rhys mochte ich ja schon im ersten Band und ich hoffte, noch mehr über ihn zu erfahren, was sich auch erfüllte. Seine Art, mal geheimnisvoll, mal angsteinflößend oder erbarmungslos gegenüber seinen Feinden, nahm ich ihm jederzeit ab. Aber er kann auch zärtlich, liebevoll und verständnisvoll gegenüber seinen Freunden oder Feyre sein. Ein sehr toll gezeichneter Charakter, den man einfach lieben muss. Auch empfand ich die sich entwickelnde Liebesgeschichte zwischen den beiden als sehr authentisch.

Tamlins Beweggründe konnte ich zu Beginn des Buches nicht ganz nachvollziehen. Zwar liebt er Feyre wirklich und doch tut er alles dafür, dass sie ihn nicht mehr lieben kann. Im weiteren Verlauf klärt sich sein Verhalten zwar auf, doch ich konnte über diese Gründe nur den Kopf schütteln. Denn er hat aus seinen Fehlern von früher nicht wirklich gelernt. Selbst Lucien kommt nicht an ihn heran und fügt sich schließlich in sein Schicksal.

Das Ende ist so genial wie bombastisch und bietet noch so viel Potential für den dritten Band, auf welchen ich nun sehnsüchtig hinfiebere.


Intrigen, Machtspiele und viel Leidenschaft spielen in Das Reich der sieben Höfe - Flammen und Finsternis eine große Rolle. Überaus spannend, detailreich und bildgewaltig erzählt uns Sarah J. Maas die Geschichte von Feyre und ihren Gefährten. Die hier entworfene Welt ist so bombastisch und facettenreich, dass man am liebsten dort leben möchte. Doch zugleich ist sie brutal und grausam.

Ich kann auch für den zweiten Band nur eine absolute Leseempfehlung aussprechen und so vergebe ich für den zweiten Teil 5 von 5 Nosinggläser und den Zusatz Lieblingsbuch.

Quelle: http://uwes-leselounge.blogspot.com/2017/10/rezension-das-reich-der-sieben-hofe.html

Geniale Grundidee, allerdings mit einigen Schwächen

Titel: Cloud

Verlag: Arena

Ausgabe: Hardcover

Seiten: 368

ISBN: 978-3-401-60349-0

Preis:  15,00 €

 

Quelle des Covers: Arena Verlag

 


 


Für Emma ist die Welt, auf Grund des Unfalltodes ihres kleinen Bruders, nicht mehr so wie sie vorher war. Sie ist unglaublich traurig und vermisst ihn sehr. Ihre Eltern haben durch den Tod des Sohnes mit sich selbst zu tun und so muss Emma mit ihren Gefühlen und der Trauer alleine fertig werden. Auf einer Sozial Media Plattform hat sie eine Seite gefunden, wo man virtuell eine Kerze für den Toten anzünden und sich mit anderen über die Schmerzen, die Wut und die Traurigkeit austauschen kann. Als Emma eine Nachricht von Paul unter einem Beitrag, und kurze Zeit später auch eine Freundschaftsanfrage von ihm erhält, fühlt sie sich zum ersten Mal seit längerer Zeit verstanden. Daher nimmt sie seine Anfrage gerne an und es entsteht ein reger Nachrichtenaustausch zwischen den Beiden.


Der Kontakt tut Emma gut und sie fühlt sich seit längerer Zeit wieder verstanden. So teilt sie bereitwillig fast alles mit Paul und gibt leichtsinnig wichtige Daten von sich und ihrer Familie preis. Was ihre Eltern, vorrangig ihr Vater, nicht wissen dürfen, da sie nach dem tragischen Tod des Bruders in ein SmartHome Haus gezogen sind. Dieses Haus überwacht und bewacht die Familie, kennt die Vorlieben seiner Bewohner und vermittelt so einen gewissen Schutz. 


Ob sie Gefühle für Paul hat, darüber ist sie sich noch nicht ganz sicher. Nichtsdestotrotz wächst in Emma immer mehr der Wunsch, Paul endlich in realer Umgebung zu treffen. Doch wenn dieses Thema in ihren Chats zur Sprache kommt, weicht Paul diesem immer wieder aus. Aber warum geht dieser nicht darauf ein? Hat Paul etwas zu verheimlichen? Oder gibt es Paul in Wirklichkeit vielleicht gar nicht und jemand spielt mit Emmas Gefühlen?

 


Die in Claudia Pietschmanns neuestem Buch Cloud behandelten Themen, wie Trauer & Verlust, Internetbekanntschaften, den Umgang mit sensiblen Daten von sich und anderen sowie den daraus resultierenden Konsequenzen, haben mich sehr neugierig auf die Geschichte gemacht. 


Der Einstieg fiel mir leicht, da uns die Autorin die Gefühlswelt von Emma sehr bildlich beschreibt und ich die Trauer und Wut über den Verlust eines geliebten Menschen sehr gut nachvollziehen konnte. Daher konnte ich den Wunsch nach einer Person, die Emma zuhört, ihr Trost spendet und sich ihrer annimmt verstehen. Paul ist diese Person, denn wenn er eines kann, dann zuhören und die richtigen Worte finden. Emma vertraut Paul fast blind und gibt bereitwillig immer mehr von sich preis, ohne zu merken, welche Konsequenzen daraus entstehen können. Sie filmt das Haus in dem sie lebt, nimmt ihren Alltag mit dem Handy auf und stellt Paul das Video zur Verfügung, um ihm eine Freude zu machen. Von einem 17-jährigen Mädchen hätte ich mir eine andere Denkweise erhofft. Sie war mir zu gutgläubig, naiv und einfach noch nicht reif genug für ihr Alter. Daher konnte ich ihre Handlungsweise zu großen Teilen nicht nachvollziehen und hätte sie am liebsten des Öfteren wachgerüttelt. Ebenso ignoriert sie Meinungen von Anderen, wie zum Beispiel von ihrem Freund Matt, völlig.

 

Matt versucht auf seine Art, ihr in dieser schweren Zeit zur Seite zu stehen. So versucht er Emma wieder für das Laufen zu begeistern und erstellt einen Trainingsplan für sie. Denn Emmas Wunsch war es, an dem im nächsten Jahr in Rom stattfindenden Marathon teilzunehmen. Er tat mir fast schon leid, da Emma kaum auf seine Hilfe einging und ihn buchstäblich im Regen stehen lässt. Ich mochte Matt, da dieser niemals aufgab und sich nicht abschütteln ließ.


Paul war mir zunächst sympathisch und er konnte durch sein Einfühlungsvermögen nicht nur bei Emma, sondern auch bei mir punkten. Doch im weiteren Verlauf fielen mir Äußerungen und Handlungen von ihm negativ auf, was mich zum Nachdenken brachte. Schnell ahnte ich worauf das Ganze abzielte, doch diese Tatsache zu lesen, verschlug mir kurzzeitig die Sprache. Ich hoffe, dass dies reine Fiktion bleibt!


Die Story selbst lässt sich dank dem tollen Schreibstil gut und flüssig lesen, allerdings hätte ich mir zum Einen einen deutlichen Fingerzeig hinsichtlich der gewählten Thematik gewünscht und zum anderen ein Ende, welches keine Fragen offen lässt. Auch fand ich, dass dieses viel zu schnell kam. Weiterhin hätte es für mich etwas mehr Spannung sein dürfen.

 


Cloud von Claudia Pietschmann aus dem Arena Verlag lässt mich etwas zwiegespalten zurück. Zwar greift die Autorin ein sehr wichtiges Thema im Umgang mit unseren Daten auf, doch mir fehlte die Botschaft dahinter. Nämlich äußerst sensibel damit umzugehen und sie nicht leichtfertig weiterzugeben.

 

Obwohl ich Emma gut verstehen konnte, warum sie so gehandelt hat, war sie mir doch viel zu naiv und gutgläubig. Die Idee rund um Paul fand ich gelungen und hoffentlich bleibt diese reine Utopie. Ein wenig mehr Einsicht bei Emma und etwas mehr Spannung hätten der Geschichte meiner Meinung nach gut getan und daher vergebe ich - 3,5 von 5 Nosinggläser.

 

 

Quelle: http://uwes-leselounge.blogspot.com/2017/09/rezension-cloud-von-claudia-pietschmann.html

Ein düsterer, faszinierender und spannender Dystopieauftakt.

 

Titel: Scythe - Hüter des Todes (1)

Übersetzer: Pauline Kurbasik & Kristin Lutze

Verlag: S. Fischer / Sauerländer

Ausgabe: Hardcover

Seiten: 528

ISBN: 978-3-7373-5506-3

Preis: 19,99 €

 

Quelle des Covers: S. Fischer Verlag

 

 


 

 

Die Menschheit hat die Unsterblichkeit, unendliches Wissen und Wohlstand für alle erreicht. Man könnte denken, dass dies die perfekte Welt ist. Es gibt keine Politiker oder Staatsoberhäupter mehr und die Menschen werden von einer künstlichen Intelligenz mit dem Namen "Thunderhead" geführt. Und obwohl alle Krankheiten und auch der Tod besiegt und keine Kriege um Ressourcen mehr notwendig sind, muss die Bevölkerungszahl im Auge behalten werden.

 

Dafür wurde das Scythetum ins Leben gerufen und die Scythe kümmern sich um die natürliche "Nachlese" der Menschen. Nur sie entscheiden, wer leben und wer sterben darf. Dabei sollen sie gütig sein, Reue empfinden und während dem Töten unerträgliches Leid von dem jeweiligen Menschen nehmen. Würden sie dies bei der Nachlese nicht berücksichtigen, wären sie Monster.

 

In dieser scheinbar heilen Welt leben Citra Terranova und Rowan Damisch. Beide werden von dem Scythe Faraday zu Lehrlingen ausgewählt, um ein Scythe zu werden. Aber nur einer von beiden wird mit einem Ring belohnt. Beiden ist von Anfang an klar, dass sie diesen Job eigentlich nicht tun wollen, doch tief in ihrem Inneren steckt mehr als sie ahnen. So lernen sie während ihrer Ausbildung verschiedene Arten des Tötens kennen und verbessern so die "Kunst des Nachlesens".


Durch eine unerwartete Wendung, müssen Citra und Rowan die restliche Ausbildung getrennt voneinander beenden. Dabei wissen beide schon jetzt, dass sie mit der Ordinierung zum Scythe den jeweils anderen Nachlesen müssen. Während Citra mit Scythe Curie eine freundliche Ausbilderin bekommt, ergeht es Rowan schlechter. Dieser muss zu Scythe Goddard und seinen drei Junior-Scythes, die mittels Massentötungen, ihre Nachlese betreiben.


Wird es Rowan gelingen seine Menschlichkeit zu bewahren oder verfällt er dem Irrglauben von Scythe Goddard?

 


Ich war sehr gespannt auf die neue Trilogie von Neal Shusterman und hatte große Erwartungen an Scythe - Hüter des Todes. Diese wurden auch zu großen Teilen erfüllt und doch habe ich einen kleinen Kritikpunkt.


Der Einstieg gelang mir ohne große Probleme und der Schreibstil nahm mich sofort gefangen. Die einzelnen Kapitel enden jeweils mit einem Auszug aus einem Nachlese-Tagebuch von Scythe Curie. Zunächst wusste ich damit nichts anzufangen, doch im weiteren Verlauf erfährt der Leser, wie es zur Unsterblichkeit der Menschheit und der Entstehung der Scythe gekommen ist. Diese Art der Rückblende oder Erklärung hat mir gefallen und es störte auch nicht meinen Lesefluss. Viel mehr ergänzte es die jeweiligen Kapitel mit zusätzlichen Informationen. Zwar ist die Geschichte flüssig und zügig zu lesen, doch wirkte sie in ihrer Erzählweise eher ruhig. Hier hätte ich mir des Öfteren einen höheren Spannungsanteil gewünscht. Die beschriebene Welt ist düster und zugleich faszinierend und gerade die dahinter steckende Botschaft gefällt mir und ist jederzeit erkennbar.


Citra lebt gemeinsam mit ihrem kleineren Bruder Ben bei ihren Eltern in einem Mehrfamilienhaus. Beide Eltern sind berufstätig und lieben ihre Kinder über alles. Citra hat mir sehr gut gefallen, sie ist klar in ihren Gedanken, hat einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn und trägt das Herz am rechten Fleck. Sie überlegt, bevor sie etwas sagt oder tut. Ihre Beweggründe für die Ausbildung zur Scythe konnte ich absolut nachvollziehen.


Rowan ist ein Salatblatt. So nennt er sich selbst, da er der mittlere Sohn in seiner Familie ist und von niemandem groß beachtet wird. Als er vor die Entscheidung gestellt wird, die Ausbildung anzutreten, fällt ihm diese nicht wirklich schwer. Auch wenn sein Leben nicht von Liebe und Zuneigung geprägt ist, wie bei Citra, ist er kein schlechter Mensch. Auch er empfindet Reue, Mitgefühl und doch spürt er etwas in seinem Inneren, was an die Oberfläche drängt. Seine Art, mit den Dingen umzugehen, mochte ich. Er zieht zum größten Teil die richtigen Schlüsse und handelt entsprechend. Seine Entwicklung war toll zu lesen und ich "lupfe" meinen imaginären Hut vor seinen Handlungen.

 

Obwohl sich Citra und Rowan respektieren, mögen und zueinander hingezogen fühlen, wissen beide, dass ein gemeinsames Leben niemals möglich sein kann. Die hier angedeutete Liebesgeschichte empfand ich als glaubwürdig und ich bin froh, dass diese nicht weiter vertieft wurde. Denn in meinen Augen hätte es nicht zur Geschichte gepasst.


Der Aufbau und die Struktur innerhalb des Scythetums ist von Neid, Missgunst, Größenwahn und Mordlust durchzogen. Eigentlich alles Eigenschaften, die längst hinter der Menschheit liegen sollten. Während ihrer Ausbildung bei Faraday/Curie sowie Goddard lernen Citra und Rowan die verschiedenen Facetten eines Menschen kennen. Sind Faraday und Curie eher freundlich und bestimmend, ja sogar fordernd, muss Rowan durch eine viel härtere Schule bei Scythe Goddard gehen. Dieser ist herablassend, anmaßend und den Herrlichkeiten des Reichtums nicht abgeneigt. Darüber hinaus ist er der Meinung über den Menschen zu stehen - gottähnlich - und führt sich als Richter & Henker in einer Person auf. Wenn es nach ihm ginge, gebe es keine Quoten über das Nachlesen der Menschen...


Ab dem Zeitpunkt der getrennten Ausbildung von Citra und Rowan nimmt die Geschichte an Spannung und Dramatik zu, was mich noch mehr antrieb weiterzulesen. Ebenso traten verschiedene Wendungen ein, die ich so nicht erahnte und die mir gut gefallen haben. Das Ende ist genial gelöst und ich bin schon sehr gespannt, wie es weitergehen wird.

 

 

Ein gelungener Auftakt der neuen Trilogie von Neal Shusterman. Scythe - Hüter des Todes besticht durch eine düstere und zu großen Teilen auch spannende Story mit einer sehr tollen Botschaft. Die behandelten Themen, wie Armut, Wohlstand, Unsterblichkeit und das Streben nach Vollkommenheit gepaart mit der allgegenwärtigen Angst vor dem Tod, macht diese Geschichte zu etwas Besonderem.


Durch die tollen und vielschichtigen Charaktere schafft es der Autor hier eine gute Abbildung von uns Menschen zu kreieren, mit all unseren Facetten, Fehlern, aber auch Wünschen und Träumen.

 

 

Quelle: http://uwes-leselounge.blogspot.com/2017/09/rezension-scythe-huter-des-todes-1-von.html

Der Untertitel des Buches ist hier teilweise wörtlich zu nehmen.

Titel: Riders. Schatten und Licht

Übersetzer: Franca Fritz & Heinrich Koop

Verlag: FJB

Ausgabe: Paperback

Seiten: 528

ISBN: 978-3-8414-0223-3

Preis: 16,99 €

 

Quelle des Covers: FJB Verlag

 

 

 

 

 

Bei einem Fallschirmsprung während einer Übung beim Militär, stirbt Gideon Blake - eigentlich, da sich sein Fallschirm nicht öffnet. Doch wie durch ein Wunder überlebt er diesen Aufprall und als sich weitere merkwürdige Dinge ereignen, versteht er die Welt nicht mehr. Während er sich von seinen schweren Verletzungen und Knochenbrüchen relativ zügig erholt, bemerkt er an seinem linken Handgelenk ein Metallarmband. Zunächst geht er von einem medizinischen Gerät aus, doch dieses Band lässt sich nicht entfernen und die Ärzte kennen es nicht.

 

Als er auf einer Party im Wohnheim seiner Schwester auf das geheimnisvolle Mädchen Daryn trifft, gerät die Situation immer mehr aus dem Ruder. Zunächst geht Gideon noch von einem Scherz aus, dass er einer von vier Reitern sein soll, die die Welt retten müssen. Doch als er sich plötzlich mehreren Dämonen gegenüber sieht, die es auf Daryn abgesehen haben, beginnt für ihn ein Kampf um Leben und Tod. 

 

Kann Gideon Daryn beschützen und gemeinsam mit den anderen Reitern die Pläne der Dämonen vereiteln?

 

 

Auf Riders. Schatten und Licht von Veronica Rossi war ich auf Grund der Thematik sehr neugierig. Natürlich sind mir die apokalyptischen Reiter durch diverse Filme ein Begriff, aber ich habe bisher noch nichts darüber gelesen.

 

Der Einstieg in die Geschichte gefiel mir, da der Schreibstil der Autorin sehr bildlich ist. Auch die Tatsache, dass die Handlung aus zwei Sichtweisen, Vergangenheit und Gegenwart, erzählt wird, machte das Ganze für mich  interessant und spannend.

 

Gideon ist ein junger Mann, der durch den Tod seines Vaters eine schwere Zeit durchlebt. Seine Mutter und seine Schwester Anna machen sich große Sorgen um ihn, da er sich zum Militärdienst gemeldet hat, um seinem Vater so die letzte Ehre zu erweisen. Trotz dieses Verlustes hilft ihm die Zeit bei den Rangers sehr und er kämpft verbissen für einen Platz in einem Spezialteam. Doch leider meint es das Schicksal mit ihm nicht gut und so stirbt er bei einem Fallschirmsprung - eigentlich. 

 

Denn dank einer übernatürlichen Kraft erwacht er mit schweren Verletzungen und Knochenbrüchen im Krankenhaus. Als seine Genesung innerhalb kürzester Zeit voranschreitet, kann Gideon das alles nicht verstehen. Ich mochte ihn, da er ein Kämpfer ist, der das Herz auf dem rechten Fleck hat. Dabei steht ihm allerdings des Öftern seine Wut im Weg, was ihm aber im Kampf gegen die Dämonen hilft.

 

Etwas Licht ins Dunkle bringt das schöne und geheimnisvolle Mädchen, Daryn. Gideon glaubt ihr zunächst nicht und doch ist er von ihr fasziniert. Gemeinsam begeben sie sich auf die Suche nach den anderen drei Reitern.

 

Sebastian, genannt Bas, konnte mich von den anderen Reitern am meisten überzeugen. Er ist so etwas wie der Ruhepol für Gideon und ich mochte ihn sehr. Marcus und Gideon hingegen können sich im wahrsten Sinne des Wortes auf den Tod nicht ausstehen und so fliegen zwischen den Beiden immer wieder die Fäuste. Marcus blieb mir leider etwas zu distanziert und farblos. Ebenso Jode, den ich nicht wirklich einschätzen konnte.

 

Gerne hätte ich auch etwas mehr über die Bösewichte erfahren, denn sie bleiben doch allesamt recht blass und so fragte ich mich, was hinter ihrem Plan stecken mochte.

 

Obwohl mir die Handlung gut gefallen hat, habe ich aber auch ein paar Kritikpunkte. Denn die Autorin verzettelt sich meiner Meinung nach bei dieser Suche immer wieder in Wiederholungen (Suche, Kampf, Flucht) und es kristallisiert sich ein "Schema F" heraus. Ein weiterer Punkt war für mich die lange Vorbereitung auf den unvermeidlichen Kampf gegen Die Sippschaft. Obwohl Veronica Rossi bei der Art der Waffen und den Pferden einige gute Ideen bewies, störten mich auch hier die vielen Wiederholungen.

 

Allerdings hat die Autorin das Zusammenwachsen der Gruppe während dem trainieren sehr gut ausgearbeitet. Denn innerhalb einer Zweckgemeinschaft gibt es immer wieder Differenzen und verschiedene Ansichten, die untereinander und miteinander geklärt werden müssen. Ebenso die zarte Liebesgeschichte zwischen Gideon und Daryn empfand ich als realitätsnah und aus dem wahren Leben gegriffen.

 

 

Der Untertitel von Riders. Schatten und Licht ist hier teilweise wörtlich zu nehmen. Die Story läuft des Öfteren nach "Schema F" ab und dies empfand ich beim Lesen als etwas störend.

 

Nichtsdestotrotz konnte mich Veronica Rossi dank des durchaus bildlichen Schreibstils und der Grundidee gut unterhalten, aber nicht zur Gänze überzeugen. Ein guter Auftakt mit Potenzial für mehr. Ich bin auf den zweiten Teil gespannt und werde ihn auf jeden Fall lesen - 3,5 von 5 Nosinggläser.

 

 

Quelle: http://uwes-leselounge.blogspot.com/2017/09/rezension-riders-schatten-und-licht-von.html

Eine spannende Fortsetzung, die nicht ganz an den ersten Band ...

Titel: Die Brut - Die Zeit läuft

Autor: Ezekiel Boone

Übersetzer: Rainer Schmidt

Verlag: S. Fischer

Ausgabe: Taschenbuch

Seiten: 432

ISBN: 978-3-596-03583-0

Preis: 9,99 €

 

Quelle des Covers: S. Fischer Verlag

 


 

 

Nach dem ersten Angriff der fleischfressenden Spinnen versuchen die Menschen in Europa, Asien und Amerika die Brutstätten ausfindig und unschädlich zu machen. Gleichzeitig betrauern sie die hohen Verluste der gestorbenen Menschen. Die Wissenschaftler aller Nationen stehen noch immer vor einem großen Rätsel, wie es dazu kam und was hinter diesen Angriffen steckt. 

Fieberhaft suchen auch die Wissenschaftlerin Melanie Guyer und ihr Team nach Lösungen und Antworten. Stephanie Pilgrim, Präsidentin der USA, bleibt keine andere Wahl, als Los Angeles durch das Militär weiträumig abzusperren und in eine Quarantänezone, unter Anwendung von Schusswaffengebrauch, zu verwandeln. Die Lage scheint hoffnungslos und als in Japan ein Kokon gefunden wird, der von der Größe her einem Pick-up gleicht, steht fest, dass das Ganze noch nicht zu Ende ist.

Die Lage spitzt sich immer mehr zu, als noch weitere dieser großen Kokons gefunden werden und als die zweite Welle des Angriffes beginnt, wird jedem klar, dass er auf sich alleine gestellt ist...

 


Bereits der erste Band dieser Trilogie von Die Brut - Sie sind da konnte mich sehr für sich einnehmen und so war ich gespannt, wie es im zweiten Teil Die Zeit läuft weitergehen wird.

Die Menschen auf der ganzen Welt trauern und lecken ihre Wunden. Alle Wissenschaftler und Staatsoberhäupter stehen vor einem großen Rätsel. Niemand kann sagen, was die Spinnen zu dieser Tat bewogen hat und wo sie hergekommen sind. Unerbittlich, gefräßig und brutal sind sie über ihre Beute hergefallen. Aber warum und weshalb sind die Spinnen nach der ersten Welle alle gestorben? Was ist ihre Intension?

Diesen Fragen und einigen mehr, geht im Auftrag der US-Präsidentin, auch die Wissenschaftlerin Melanie Guyer nach. Zusammen mit ihrem Team versucht sie Lösungen zu finden, was sich jedoch als sehr zeitintensiv und deprimierend herausstellt. Zeit, die sie nicht wirklich haben.

Wie bereits im ersten Teil, ist auch dieser Band wieder in viele Schauplätze unterteilt. So bewegt sich der Leser zwischen der wissenschaftlichen Einrichtung von Melanie Guyer, der Quarantänezone um Los Angeles, Rio de Janeiro, Desperation in Kalifornien, Japan und anderen Orten hin und her. Diese Art der Erzählung passt zu dieser Story, da alle Handlungsstränge immer mehr zusammenlaufen, um dann in einem weiteren Angriff zu enden.

Dabei beantwortet der Autor zwar einige Fragen, wirft aber auch neue auf und hält somit die Spannung aufrecht. Trotzdem empfand ich den zweiten Band als etwas ruhiger gegenüber seinem Vorgänger, nichtsdestotrotz lässt sich die Geschichte aber zügig lesen.

In dieser Geschichte passiert wirklich viel und um nicht zu sehr zu spoilern, möchte ich nicht weiter darauf eingehen. 

Während dem Lesen konnte ich allerdings die Handlungen von Melanie, Mike und auch der US-Präsidentin verstehen, haben sie doch schwierige Entscheidungen zu treffen. Sei es für die Bevölkerung der USA oder für die eigene Familie. 

 


Dank dem tollen Schreibstil und der äußerst bedrückenden Atmosphäre, lässt sich Die Brut - Die Zeit läuft gut und zügig lesen. Ezekiel Boone schafft es eindrucksvoll, dank der verschiedenen Schauplätze und den vielschichtigen Charakteren, den Leser an die Seiten zu fesseln.

Trotz einiger Fragen auf die die Menschen eine Antwort gefunden haben, bleibt vieles noch immer im Dunkeln und ich bin sehr gespannt, was hinter den Angriffen der allesfressenden Spinnen steckt. Ich habe zwar eine Vermutung, gerade hinsichtlich dem Ende, und kann es daher kaum erwarten, den letzten Band zu lesen.

Auch wenn der zweite Teil etwas ruhiger ist und nicht ganz so brutal, kann ich dieses Buch auf jeden Fall empfehlen - 4 von 5 Nosinggläser.

 

 

Rezension zu Band 1 - Die Brut - Sie sind da

Quelle: http://uwes-leselounge.blogspot.com/2017/09/rezension-die-brut-die-zeit-lauft-von.html

Ein schöner und gelungener Abschluß der Trilogie.

Titel: Evolution - Die Quelle des Lebens

Verlag: Arena

Ausgabe: Hardcover

Seiten: 416

ISBN: 978-3-401-60169-4

Preis: 17,99 €

 

Quelle des Covers: Arena Verlag

 


 

 

Die anstrengende Flucht durch sumpfiges Gebiet und die Wüste haben Jem, Olivia, Katta, Zoe, Arthur, Paul, Leod, Nisha und Ragnar gerade so geschafft. Endlich haben sie die Enklave gefunden und bei den Zeitspringern keimt wieder die Hoffnung auf eine Rückkehr in ihre Zeit auf. Von der Bevölkerung ihrer Zufluchtsstätte werden sie freundlich, aber reserviert aufgenommen. GAIA, die Anführerin, lässt den Neuankömmlingen Wasser, Nahrung und neue Kleidung sowie Unterkünfte zukommen. Als Vermittler werden der Gruppe Sara und Emilia zur Seite gestellt.


Jem macht sich nach wie vor große Sorgen um Lucie und auch um den kleinen Squid. Bei einem Empfang durch den Rat, unter dem Vorsitz von GAIA, erfahren die Freunde, dass Lucie im Koma liegt, da sie stark dehydriert war. Zur Freude aller, erholt sich Lucie doch recht schnell, nur der Squid hat es angeblich nicht geschafft. Argwohn und Misstrauen beschleichen die Freunde und so beginnen sie Fragen zu stellen und müssen sich letztlich entscheiden, auf welcher Seite sie kämpfen wollen.

 

 

Mit großer Vorfreude habe ich zum Abschlußband der Evolution-Trilogie von Thomas Thiemeyer gegriffen, da mir die Charaktere sehr ans Herz gewachsen sind und ich unbedingt wissen wollte, wie alles endet und ob all meine Fragen beantwortet werden. Dies wurden sie zum Glück auch.

 

In Die Quelle des Lebens haben es Jem und die Anderen in die Enklave geschafft. Erschöpft, müde und hungrig sind sie überglücklich dort angekommen zu sein. Nachdem sie sich gestärkt und ausgeruht haben, zeigen ihnen Sara und Emilia, die ihnen von der Anführerin GAIA als Ansprechpersonen zugedacht wurden, die Stadt. Diese ist technisch auf einem sehr hohen Stand. So gibt es eine Art Magnetschwebebahn, Strom, fließendes Wasser sowie ein ausgeklügeltes Verteidigungs- und Abwehrsystem. Den dort lebenden Menschen geht es gut und es herrscht eine gewisse Zufriedenheit. Je länger die Freunde dort sind, umso mehr können sie sich mit dem Gedanken anfreunden, eventuell hier sesshaft zu werden. Aber noch keimt eine gewisse Hoffnung in den Zeitspringern und so lassen sie nichts unversucht, um doch noch einen Weg nach Hause zu finden.


Gerade Jem ist nach der Sache mit Lucie sehr misstrauisch gegenüber GAIA und als Sara hinter ein Geheimnis kommt, beschließen Jem und die Anderen noch mehr darüber in Erfahrung zu bringen. Plötzlich fühlt sich diese Zufluchtsstätte eher wie ein Gefängnis an. 

 

Durch Sara und Emilia bekommt der Leser einen sehr guten Einblick in das kuppelähnliche Gebilde, deren Aufbau sowie den Abläufen. So konnte ich mir alles gut vorstellen. Vieles wird hierbei elektronisch bzw. durch Programme gesteuert, was zu einer gewissen Abhängigkeit führt. Doch dies ist den Bewohnern nicht wirklich bewusst. Ich mochte beide Charaktere sehr, da sie das System hinterfragten und bereit waren Risiken einzugehen.


Lucie konnte mich in diesem Band wieder für sich gewinnen. Denn gerade gegen Ende des zweiten Bandes, hatte sie mich etwas genervt. Durch einen gewissen Umstand hatte sie sich zu sehr von der Gruppe entfernt und nahm keine Ratschläge mehr an. Sie wirkte etwas reifer und überlegter auf mich, was mir gut gefallen hat. Dadurch kommen sich Jem und Lucie auch wieder näher.

 

Sehr überrascht war ich von Katta. Kam sie mir in Band eins und zwei eher schüchtern, zurückhaltend und ängstlich vor, so reift sie durch eine bestimmte Situation, die ich nicht näher erläutern möchte. Durch dieses Erlebnis wirkte sie auf mich mutiger. Ihr Kampfgeist war geweckt und sie wurde dadurch ein großer Rückhalt für ihre Freunde im Kampf gegen ihre Feinde.


Auch Marek, den ich eigentlich überhaupt nicht mag, da er für mich ein echter Kotzbrocken ist, konnte mich überraschen. Durch das, was er getan hat und was ich ihm absolut nicht zugetraut hätte, konnte er meine Meinung über sich etwas ins positive ändern. Denn für diese Tat benötigt man viel Mut sowie einen gewissen Gerechtigkeitssinn.


So gipfelt die Story in einen wahren Showdown und gebannt fieberte ich mit Jem, Lucie und den Anderen, ob ihnen der Sieg gelingen würde.

 

 

In Evolution - Die Quelle des Lebens schildert uns Thomas Thiemeyer eindrucksvoll, was geschehen kann, wenn sich der Mensch weiterhin wie die Axt im Walde aufführt und plötzlich eine andere Lebensform die Vorherrschaft übernimmt. Ab diesem Zeitpunkt muss sich der Mensch vor Tieren aller Art in Acht nehmen und seinen Platz auf dieser Erde mehr als erkämpfen. Doch ist es unserer Spezies überhaupt möglich, Einsicht zu erlangen und in einer Koexistenz mit anderen Lebewesen zu leben? Diese und weitere Fragen behandelt der Autor in dieser Trilogie. 

 

Zudem regt die Handlung sehr zum Nachdenken an, da dem Leser ein Spiegel vors Gesicht gehalten wird und es wird wirklich höchste Zeit, dass wir gewillt sind, etwas zu ändern - 4 von 5 Nosinggläser.

Quelle: http://uwes-leselounge.blogspot.com/2017/09/rezension-evolution-3-die-quelle-des.html

Spannend, nicht vorhersehbar und einfach toll geschrieben

Titel: Aquila

Verlag: Loewe

Ausgabe: Klappenbroschur

Seiten: 432

ISBN: 978-3-7855-8613-6

Preis: 16,95 €

 

Quelle des Covers: Loewe Verlag


 

 

 

Als Nika mit Jeans und T-Shirt in ihrem Bett erwacht, ahnt sie nicht, was die nächsten Stunden und Tage für sie bereithalten werden. Ihr Kopf fühlt sich an, als hätte sie zu viel getrunken und völlig über die Stränge geschlagen, was eigentlich nicht ihre Art ist. Leicht desorientiert schleppt sie sich ins Bad und sieht eine Nachricht mit den Worten "Letzte Chance" auf dem Badezimmerspiegel.

 

Auf der Suche nach Antworten durchwühlt sie ihre Jeans und findet einen Zettel mit seltsamen Botschaften und Anweisungen. Noch mysteriöser wird das Ganze, als Nika feststellt, dass Jenny wie vom Erdboden verschluckt ist. Auch ihr Handy, ihre Schlüssel und ihr Pass sind verschwunden und weshalb ist die Wohnungstür verschlossen? Ist die gemeinsame Party mit Jenny und ihrem Freund Lennard so ausgeartet? Hat sie sich daneben benommen? Alles Fragen, auf die Nika keine Antworten erhält.

 

Fest davon überzeugt, dass es Sonntag ist schaltet sie den Fernseher ein und muss zu ihrem Schrecken feststellen, dass es bereits Dienstag ist. Nika fehlen somit zwei Tage, an die sie sich nicht erinnern kann.


So bleibt Nika nichts anderes übrig, als diese zwei Tage irgendwie zu rekonstruieren. Doch wie soll ihr dabei dieser ominöse Zettel helfen und wo steckt Jenny?

 


Ursula Poznanskis neues Jugendbuch Aquila klang vom Klappentext schon sehr geheimnisvoll und meine Neugierde, was mit Nika geschehen ist, war sofort geweckt. Die Story beginnt ohne große Erklärungen mit dem Erwachen von Nika in ihrem Bett. Der Leser hat den gleichen Stand wie die Protagonistin, nämlich absolut keine Ahnung über die vergangenen Ereignisse, was mich ebenfalls faszinierte. So begab ich mich gemeinsam mit Nika auf Recherche, um die Hintergründe zu erfahren. Obwohl ich ein geübter Krimi- & Thrillerleser bin, konnte mich die Autorin immer wieder auf eine falsche Fährte locken.


Nika ist für ein Jahr in Siena, um ein Auslandsstudium zu absolvieren. Eines Abends geht sie mit ihrer Mitbewohnerin Jenny und deren Freund Lennard feiern. Zwar hat sie noch ein paar Erinnerungen an diesen Abend, doch diese sind lückenhaft oder die wenigen Bilder sind nur verschwommen zu erkennen. Da Jenny nicht da ist, verspricht sich Nika Hilfe von Lennard. Und obwohl dieser ein wenig Licht in die Angelegenheit bringen kann, hilft dies Nika nicht wirklich weiter. So versucht sie diese Nacht auf eigene Faust nachzuvollziehen und stößt auf noch mehr Ungereimtheiten.


Nika hat mir gut gefallen, da sie willensstark und mutig ist. Als dann noch die Polizei ins Spiel kommt, konnte ich ihre Angst, die Wut und Enttäuschung über die wenigen Erfolge, die sie errungen hatte, nachvollziehen. Und trotzdem gab sie niemals auf, was mich beeindruckte. Hilfe bekommt sie von dem gutaussehenden und attraktiven Stefano, den sie durch eine Mitstudentin kennenlernt. Aber kann sie ihm wirklich vertrauen?


Stefano konnte ich ihn auch nicht wirklich einschätzen. Er kümmert sich zwar auffallend rührend um Nika, aber ich fragte mich, was wohl dahinter stecken mochte. Nichtsdestotrotz kam ich nicht umhin, ihn sympathisch zu finden und seine Beweggründe konnte ich gut nachvollziehen.

 

Viel mehr möchte ich über die Story nicht erzählen, da man dieses Buch einfach selbst lesen und gemeinsam mit der Protagonistin die Geheimnisse entdecken muss. Dabei ist Aquila stets spannend, mysteriös und einfach nur toll geschrieben. Immer wieder konstruierte ich mir ein Bild über die Geschehnisse. Dachte ich, nun wäre es mir gelungen, etwas Licht ins Dunkle zu bringen, sah ich mich gezwungen, dieses im nächsten Moment wieder zu verwerfen. Diese Art der Rätsel mag ich sehr und ich verbrachte ich tolle Lesestunden mit der  Geschichte.

 


Obwohl ich bereits einige Krimis & Thriller gelesen habe, konnte mich Ursula Poznanski immer wieder auf eine falsche Fährte locken. Spannend und mit vielen Ideen und Wendungen hat die Autorin hier eine tolle Geschichte in einer wunderbaren Kulisse geschaffen. Den Schreibstil empfand ich als sehr bildlich und ich fühlte mich während dem Lesen als ob ich selbst in Siena gewesen wäre.

Ich kann Aquila jedem empfehlen, der gerne miträtselt und Vermutungen anstellt, was geschehen sein könnte. Sehr gute 4 von 5 Nosinggläser.

Quelle: http://uwes-leselounge.blogspot.com/2017/09/rezension-aquila-von-ursula-poznanski.html

Eine interessante Geschichte, die aber leider nicht ganz an den 1. Band heran kommt.

 

Titel: Antonia rettet die Welt 2 - Schildkrötenküsse

Autor: Katrin Zipse

Verlag: Magellan

Ausgabe: Hardcover

Seiten: 269

ISBN: 978-3-7348-5017-2

Preis: 14,95 €

 

Quelle des Covers: Magellan Verlag

 




Antonias beste Freundin Paulina möchte unbedingt an einem Tanzkurs teilnehmen. Problem dabei ist, dass ihr Freund Bekir davon so gar nichts wissen möchte. Er findet Tanzen uncool und weigert sich mitzumachen. Aber so ganz ohne Tanzpartner ist das natürlich voll doof. Zum Glück bietet Nico, ein Junge aus der Parallelklasse, Jungs als Tanzpartner an. Seltsam nur, dass die Mädchen die Fotos der potentiellen Partner niemandem zeigen dürfen.

 

Antonia wittert hier krumme Sachen und beginnt zu ermitteln. Nebenbei führt sie noch eine Studie über biologische Mittel gegen Läuse an sich und den Gremlins (die jüngeren Brüder von Paulina) durch. Und wie um Himmels willen hängen die Ermittlungen von Ben und Jonas mit dem Tanzkurs und der Partnervermittlung zusammen? Wieder einmal viel Arbeit für Antonia...

 

 

Der erste Band von Katrin Zipse mit dem Titel Antonia rettet die Welt - Papageienparty (Link zur Rezension) konnte mich begeistern und ich hatte diesen mit 5 Nosinggläsern bewertet. Entsprechend hoch waren nun meine Erwartungen an den zweiten Band. Vielleicht zu hoch!


Obwohl die Geschichte recht spannend und Antonia wieder voll in ihrem Element ist, empfand ich sie dieses Mal als etwas anstrengend. Antonias Art ist es, sich in alles einzumischen und die Dinge dadurch eher schlimmer, als besser zu machen. Dies verdankt sie ihrer recht blühenden Fantasie und Vorstellungskraft. So "kümmert" sie sich um die Kopfläuse der Gremlins, da ja schließlich auch diese Tiere vor dem Tod bewahrt werden müssen. Versucht ihre Schwester zum Lernen fürs Abitur zu bewegen und geht der Frage nach, wo Nico die Jungs für den Tanzkurs aufgetrieben hat. Antonia wittert hinter allem und jedem eine Verschwörung oder sogar illegale Geschäfte. Trotz ihrer Macken und ihrer Hartnäckigkeit, muss man das Mädchen einfach gern haben.

 

Als Antonia auf den schüchternen Laszlo trifft, melden sich auch bei ihr erste zarte Gefühle. Sie mag diesen Jungen, aber für die Liebe hat sie eigentlich gerade so gar keine Zeit und so sorgen diese Gefühle für noch mehr Chaos und Verwirrung bei ihr. Sie steigert sich immer mehr in ihre Vermutungen hinein und begibt sich so in Gefahr. Manchmal kam es mir so vor, als dass Antonia den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sah.


Auch Paulina ist natürlich wieder mit von der Partie und meldet sich und ihren Freund, Bekir, ohne dies mit ihm voher abzusprechen, bei einem Tanzkurs an. Dieser ist alles andere als begeistert und weigert sich strickt, daran teilzunehmen. Paulina ist eingeschnappt, lässt Bekirs Nachrichten unbeantwortet und beachtet ihn nicht. Was natürlich nicht gerade zur Lösung des Problems beiträgt. Zusätzlich muss Paulina mal wieder auf ihre Brüder aufpassen, da diese sich Kopfläuse eingefangen haben.

 

Nichtsdestotrotz lässt sich die Story flüssig lesen und hält immer wieder lustige Situationen bereit. Auch eine gewisse Spannung ist vorhanden, trotzdem konnte mich dieser zweite Band nicht vollständig überzeugen.

 


In Antonia rettet die Welt - Schildkrötenküsse behandelt Katrin Zipse (Magellan Verlag) Themen wie Freundschaft, Zusammenhalt, die erste Liebe und die damit einhergehenden Teenagerprobleme. Dabei webt sie auch geschickt gesellschaftskritische Bereiche, wie z. B. Jugendliche die aus sozialen Randgruppen kommen, gut mit in die Geschichte ein. Der Schreibstil ist wieder lustig, locker und so lässt sich das Buch flüssig lesen. 

 

Obwohl ich von Antonias Art teilweise etwas leicht genervt war, hat mir die Story an sich gut gefallen und daher vergebe ich 4 von 5 Nosinggläser.

 

Quelle: http://uwes-leselounge.blogspot.com/2017/08/rezension-antonia-rettet-die-welt.html

Sarkasmus, Wortgewandtheit und jede Menge Gewalt

 

Titel: Demon Road (2) - Höllennacht in Desolation Hill

Autor: Derek Landy

Übersetzerin: Ursula Höfker

Verlag: Loewe

Ausgabe: Hardcover

Seiten: 448

ISBN: 978-3-7855-8509-2

Preis: 19,95 €

 

Quelle des Covers: Loewe Verlag

 

 

 

Amber und Milo sind noch immer auf der Flucht vor den Höllenhunden des leuchtenden Dämon Astaroth. Um diesem zu entkommen, versuchen die Beiden nach Desolation Hill zu gelangen. Doch der Weg dorthin ist mit allen möglichen Hindernissen gepflastert. Aber trotz aller Widrigkeiten gelingt es Amber und Milo die Stadt zu finden und sich dort vor den Höllenhunden zu verstecken. 

 

Kaum in der Stadt angekommen, spüren beide, dass mit dieser Stadt etwas nicht stimmt. Eine unsichtbare Kraft lässt gerade Amber immer wieder in ihre Dämonengestalt wechseln. Nur mit Mühe und großer Konzentration gelingt es ihr, ein Mensch zu bleiben. Doch das Verlangen ist schier überwältigend. Die Menschen in Desolation Hill verhalten sich gegenüber Amber und Milo seltsam, sind distanziert und dulden keine Fremden in ihrer Stadt. 

 

Zwar sind sie nun vor den Höllenhunden sicher, doch nicht vor Serienmördern und anderen Handlangern des Leuchtenden Dämons. So sind sich die Beiden immer wieder in einen Kampf verwickelt, der schließlich in Polizeigewahrsam endet. Da das große Festival der Stadt naht, soll sie der Sheriff zur Stadtgrenze und so direkt in die Arme der Höllenhunde bringen. Amber und Milo muss schnell ein Plan einfallen, um dieses zu verhindern. Hilfe bekommen sie dabei unerwartet von einem abgehalfterten Serienstar sowie einer Gruppe Jugendlicher.

 

Wird es der Gruppe gelingen, dem Leuchtenden Dämon ein weiteres Mal zu entkommen und hinter das Geheimnis von Desolation Hill gelangen? 

 

 

Bereits mit dem ersten Band von Demon Road - Hölle und Highway konnte mich Derek Landy voll überzeugen. Schon auf Grund der skurrilen Ideen und der sehr bildlichen Schreibweise des Autors musste ich wissen, wie Ambers und Milos Abenteuer auf der Demon Road weitergeht. Und ich wurde nicht enttäuscht.


Alleine auf den ersten 12 Seiten zeigt uns Derek Landy, dass er nicht gerade zimperlich ist und so lässt er gleich 15 Menschen in einem Dinner sterben ... Ich konnte mir ein Grinsen einfach nicht verkneifen und so freute ich mich auf einen Showdown nach dem anderen. Doch leider weit gefehlt.

 

Denn die Flucht der Beiden vor den Höllenhunden und anderen Schurken schleppte sich etwas dahin, ohne dabei allerdings langweilig zu sein. So begleitete ich Amber und Milo nach Desolation Hill und ab dort spitzte sich die Story immer weiter zu.


Die Dorfbewohner verhalten sich gegenüber Fremden sehr seltsam und möchten diese auf Grund des nahenden Festivals, auf das sie sich schon sehnsüchtig freuen, aus der Stadt jagen. Dabei haben sie die Rechnung ohne Amber Lamont gemacht.


Amber ist reifer geworden, denn sie hat ihre dämonische Seite voll und ganz angenommen und identifiziert sich nun mit dieser. Was ihr gerade im Kampf sehr zu Gute kommt. Ich mag Amber sehr, da sie taff ist, aber doch ihre Menschlichkeit nicht verloren hat. So kämpft sie stets gegen das Dunkle und Böse an.


Auch Milo ist wieder ganz in seinem Element. Er schießt erst und stellt dann (eventuell) Fragen. Auch seine lockere Art und die wenigen Worte, passen absolut zu ihm. Trotzdem ist ihm Amber wichtig und er würde sie gegen jeden verteidigen, der ihr zu nahe kommt.


Gut gefallen hat mir, dass die Beiden ein paar Weggefährten zur Seite gestellt bekommen. So gibt es zum einen einen abgehalfterten und in die Jahre gekommenen Serienstar, der auf seine alten Tage, nochmal so richtig auf Touren kommt. Virgil konnte mich, mit dem was er tat, beeindrucken. Er trägt für mich das Herz an der richtigen Stelle. Und zum anderen eine Gruppe von Jugendlichen, die ebenfalls auf der Demon Road unterwegs sind und versuchen, das Böse zu vernichten. Hier hat mir besonders Kelly gefallen, die in Amber mehr den Menschen, als den Dämon, in ihr sieht.

 

Wie im Titel bereits erwähnt, artet das Ganze in einer wahren Höllennacht aus. Desolation Hill wird zu einem blutigen und gewalttätigen Ort, wo das Grauen wahrlich zu Hause ist. Doch trotz dieser Brutalität und beeindruckenden Detailliertheit, hält Derek Landy hier den Humor hoch und sorgt mit seinen teils sarkastischen Dialogen für eine gewisse Auflockerung. 

 

Auch Ambers Eltern sowie ihre Tante Kirsty und ihr Onkel Grant sind natürlich wieder mit von der Partie und erhoffen sich durch die Gefangennahme von Amber, endlich Ruhe vor dem Leuchtenden Dämon.

 

Das Ende ließ mich kurz innehalten, aber die Idee dahinter finde ich faszinierend und ich bin gespannt, wie es weitergehen wird.

 

 

Demon Road - Höllennacht in Desolation Hill von Derek Landy ist wieder ein Buch, welches mich völlig für sich einnehmen konnte und ich habe es daher regelrecht verschlungen.

 

Durch Humor, Sarkasmus, Wortgewandtheit sowie jede Menge Gewalt und Blut schickt uns der Autor im wahrsten Sinne des Wortes einmal in die Hölle und zurück. 

 

Eine schaurig geniale Story, die nichts für schwache Nerven oder Mägen ist. Ich freue mich schon jetzt tierisch auf den dritten Band dieser Reihe, der voraussichtlich im März 2018 erscheinen wird.

 

5 von 5 Nosinggläser

 

Quelle: http://uwes-leselounge.blogspot.com/2017/08/rezension-demon-road-hollennacht-in.html

Eine beeindruckende Geschichte, die man gelesen haben sollte

 

Titel: Diamantkrieger-Saga (3) - Tashiras Bestimmung

Verlag: cbt Verlag

Ausgabe: Hardcover

Seiten: 480

ISBN: 978-3-570-16426-6

Preis: 17,99 €

 

Quelle des Covers: cbt Verlag


Sara hat es endlich geschafft, sie ist eine ausgebildete Diamantkriegerin und ein vollständiges Mitglied der Gemeinschaft. Somit ist sie ihrem Ziel, den Kampf gegen die Hydra aufzunehmen, ein großes Stück näher gekommen. Aber noch muss sich Tashira, so ihr Kriegername, in Geduld üben. Denn Kailash, der oberste Führer der Diamantkrieger, hat eine Aufgabe für Sara. Sie soll dem Menschen vergeben, der ihr am meisten wehgetan hat und den sie abgrundtief hasst. Zweifel und Angst nagen an ihr, da sie sich nicht sicher ist, ob sie diese Aufgabe bewältigen kann, doch Tashira löst diese Prüfung und in ihr Inneres kehrt so etwas wie Ruhe und Zufriedenheit ein.

Um den Kampf gegen die Mächte der Unterwelt aufnehmen zu können, reisen Damir und Tashira gemeinsam durch die Wüste. Ihr Ziel ist ein abgelegener Wüstentempel in dem sie Kailash bereits erwartet. Auch Tianna und La Loba sind dort, um sich auf die Auseinandersetzung vorzubereiten.

Wird sich Tashiras Bestimmung erfüllen und kann sie das Böse wirklich vernichten?

Ich habe ein wenig Zeit benötigt, um meine Rezension zum dritten Band der Diamantkrieger-Saga - Tashiras Bestimmung von Bettina Belitz zu schreiben. Denn die Geschichte hat mich sehr bewegt und hallt - auch auf Grund einer persönlichen Situation innerhalb meiner Familie - noch immer in mir nach. Die Autorin schließt nahtlos an das Ende des zweiten Bandes an, was mir den Einstieg erleichterte. Auch begann die Story recht ruhig und dies setzte sich auch zu großen Teilen fort. Hier hätte ich mir zwar etwas mehr Spannung gewünscht, trotzdem lässt sich das Buch flüssig lesen und es war zu keinem Zeitpunkt langweilig. Das Ende konnte mich absolut überzeugen und es regt sehr zum Nachdenken an. Ich bin kein spiritueller Mensch, doch eines hat mir das Lesen der Diamantkrieger-Saga vor Augen geführt. Nämlich sich in unserer immer hektischer werdenden Welt Ruhephasen zu gönnen, um eine innere Ausgeglichenheit und Balance zu finden. Tun wir dies nicht, gehen wir früher oder später daran zu Grunde.

Sara lies mich des Öfteren verzweifeln, da sie teilweise noch immer in ihr altes Muster zurückfällt. Sie denkt zu viel, anstatt sich auf ihr Inneres zu konzentrieren. Aber manchmal ist ein Schritt zurück auch zwei vorwärts. Ich war gespannt, ob Sara die Kraft und innere Stärke hat, sich dem unausweichlichen zu stellen. Im weiteren Verlauf besinnt sich Sara auf das Erlernte bei La Loba und vertraut auf ihre innere Stimme.

Auch Damir ging mir mit seiner Unschlüssigkeit zu Beginn des Buches etwas auf die Nerven. Doch er konnte mich dann doch noch überraschen und seine Beweggründe und sein Handeln waren für mich schlüssig und nachvollziehbar.

Tianna, Damir´s Frau, tritt endlich aus dem Schatten ihres Mannes. Schon in Band zwei La Lobas Versprechen hoffte ich, noch mehr über sie zu erfahren und mein Hoffen wurde erhört. Ich empfand sie als mutig, selbstlos und unerschrocken. Aufopferungsvoll unterstützt sie Sara in ihrem Tun und Handeln, was mir sehr gut gefallen hat.

La Loba ist immer an Sara´s Seite, um sie zu unterstützen und ihr Halt zu geben, sie aber immer mal wieder zurechtzuweisen und an das Wichtigste zu erinnern. Einem Lichtstrahl gleich erhellt sie Sara´s Weg.

Gut gefallen hat mir, dass Bettina Belitz das Setting in die Wüste verlegt hat. Durch den bildlichen Schreibstil war ich praktisch an der Seite von Sara und so spürte ich nicht nur die Temperaturen und den Sand auf der Haut, sondern auch die besondere Atmosphäre innerhalb des Tempels.

Das Ende und der Kampf gegen die Hydra überraschten mich, da ich mit diesem nicht wirklich gerechnet hatte. Aber gerade diese Schlußszene hat mir gefallen, auch wenn die Autorin nicht alle meine Fragen beantwortet hat. Denn durch dieses gewählte Szenario, gewährt sie viel Raum für eine eigene Interpretation dieser Trilogie.

In der Diamantkrieger-Saga steckt sehr viel Tiefsinn, Spiritualität sowie eine gewisse Wahrheit über uns Menschen. Wir sollten lernen, die Augen nicht vor dem Wesentlichen zu verschließen, sondern sie zu öffnen, um wirklich zu "sehen".

Aus der von Bettina Belitz geschaffenen Geschichte kann man sehr viel für sich, aber auch im Umgang mit den Menschen, herausziehen. So kann sie dem Leser Kraft, Mut, Wärme und Licht sowie Trost, Halt und innere Ausgeglichenheit spenden. Sofern man hierfür offen ist und dieses zulässt.

Ich kann jedem empfehlen diese Trilogie zu lesen, da sie einem viel geben kann - 4 von 5 Nosinggläser.

Quelle: http://uwes-leselounge.blogspot.com/2017/08/rezension-diamantkrieger-saga-3.html

Eine spannende, brutale und facettenreiche Story mit Sogwirkung

Das Reich der sieben Höfe - Dornen und Rosen: Roman - Sarah J. Maas, Alexandra Ernst

Titel: Das Reich der sieben Höfe - Dornen und Rosen

Autor: Sarah J. Maas

Übersetzerin: Alexandra Ernst

Verlag: dtv

Ausgabe: Hardcover

Seiten: 480

ISBN: 978-3-423-76163-5

Preis: 18,95 €

 

Quelle des Covers: dtv Verlag

 

 

 

Die junge Feyre hat kein einfaches Leben. Als Kind wohlhabender Eltern geboren und aufgewachsen muss sie nicht nur den Tod ihrer Mutter verkraften, sondern auch durch Fehlspekulationen bei Geschäften ihres Vaters, in ärmlichen Verhältnissen leben. Ihr Vater versteckt sich lieber hinter seiner Hilflosigkeit und in seinem Selbstmitleid. Die beiden älteren Schwestern sind sich für die Hausarbeit zu fein und so bleibt Feyre nichts anderes übrig, als die ganze Arbeit mehr oder weniger alleine zu verrichten. So geht sie unter anderem auch auf die Jagd, obwohl der Wald nicht gerade der sicherste Ort ist. Aber um an etwas essbares zu kommen, bleibt ihr keine andere Wahl.


Als sie eines Morgens das Haus verlässt, um wieder auf die Jagd zu gehen, hofft sie, erfolgreich zu sein, da die Vorräte so gut wie aufgebraucht sind. Sie kauert stundenlang frierend im kalten Schnee und als sie die Hoffnung fast schon aufgegeben hat, entdeckt sie doch noch ein Reh. Aber sie ist nicht der einzige Jäger, der es auf die Beute abgesehen hat. Ein großer Wolf will das Tier ebenso erbeuten und Feyre muss blitzschnell handeln, um das Reh nicht zu verlieren. Ihr Entschluß steht fest und als sie den Pfeil auf die Sehne legt, schaut der Wolf ihr direkt in die Augen. Doch warum flieht der Wolf nicht oder greift sie sogar an? Feyre ist sich ganz sicher, dass es sich hier um einen Fae handelt und da ihr Hass auf diese Wesen sehr groß ist, lässt sie den Pfeil los und tötet die beiden Tiere. Überglücklich für sich und ihre Familie Nahrung zu haben und die Tierhäute verkaufen zu können, schleppt Feyre die beiden Tiere nach Hause. 

 

Doch der Preis für Ihren Mord ist hoch, denn schon bald wird sie vom König des Frühlingshofes entführt. Als Strafe muss sie fortan ihr Leben im Reich der Fae verbringen. Was geschieht mit ihrer Familie und kann Feyre einen Ausweg finden? Gibt es überhaupt eine Zukunft für sie?

 

 

Das Reich der sieben Höfe - Dornen und Rosen ist eine moderne Adaption zu Die Schöne und das Biest und da ich dieses Märchen sehr mag, war mir klar, dass ich dieses Buch von Sarah J. Maas unbedingt lesen muss. Allerdings habe ich nicht mit dieser Geschichte gerechnet.

 

Der Autorin ist hier eine sehr spannende, brutale und facettenreiche Story gelungen, die mich nicht losgelassen hat. Dabei ist der Schreibstil zugleich lieblich, wie bildgewaltig. Ebenso überzeugten mich die tollen und vielschichtigen Charaktere, der Weltenaufbau und die allseits verströmende Magie auf jeder einzelnen Seite. So konnte ich das Buch einfach nicht aus den Händen legen.


Prythian, das Reich der Fae, ist ein sehr brutales und herzloses Land. Ausgelöst durch die Tyrannei von Amarantha, einer herzlosen, gewaltigen, skrupellosen und nach Macht gierenden Frau, deren Ziel es ist, die Menschheit zu vernichten und über die gesamte Welt zu herrschen. Sie regiert mit eiserner Hand, ist gegenüber ihren Feinden unerbittlich und kennt kein Erbarmen. Eine Frau, bei der man Gänsehaut bekommt und einem sich die Haare aufstellen.

 

Sehr beeindruckt bin ich von Feyre, die sich niemals in ihr Schicksal ergeben hat und für sich und später auch für andere einsteht und bis zum Äußersten kämpft. Aufgrund ihres schlechten Gewissens und der Angst um ihre Familie, versucht sie einen Ausweg aus ihrer fast hoffnungslosen Situation zu finden. So kann sie nur an Flucht denken und vergisst dabei die eventuell daraus resultierenden Konsequenzen für sich und ihre Familie. Im weiteren Verlauf der Geschichte muss Feyre allerdings erkennen, dass es auch einen anderen Weg gibt. Nur kann man ein Biest lieben, um die, die man liebt und die einem wichtig sind, zu retten? Ein sehr starker und wunderbar gestalteter Charakter.

 

Auch Tamlin, der König des Frühlingshofes, hat mir mit seiner Art und den Taten gut gefallen, da er für seine Untertanten alles erdenklich Mögliche versucht. Dabei scheint das Ganze von vornherein zum Scheitern verurteilt zu sein. Seine Zweifel, aber auch seine unermüdlichen Versuche, gegen dass Unvermeidliche zu kämpfen, konnten mich überzeugen. Er zeigt eindrucksvoll, das auch in einem Monster Liebe stecken kann.

 

Sehr interessant fand ich Rhysand, da dieser im wahrsten Sinne des Wortes absolut undurchsichtig und unberechenbar ist. Und doch hat er eine unheimliche Anziehungskraft, der es schwer ist zu widerstehen. Von ihm erhoffe ich mir im zweiten Band noch einiges.

 

Mein heimlicher Liebling jedoch ist Lucien. Ein humorvoller und liebenswerter Kerl, der für seine Freunde alles tun würde. Aufopferungsvoll unterstützt er Tamlin in seinen Bemühungen. Er hat das Herz auf dem rechten Fleck und ihn kann man einfach nur lieben.

 

Der unausweichliche Showdown ließ mich gemeinsam mit Feyre, Tamlin und den Anderen mitfiebern und nahm mich völlig für sich ein. Atemlos blätterte ich Seite um Seite um und wollte nicht, dass die Geschichte zu Ende geht.

 

 

Fesselnd und actionreich beschreibt Sarah J. Maas in Das Reich der sieben Höfe - Dornen und Rosen das Leben der Menschen und der Fae sowie deren Kampf gegeneinander. Beeindruckt bin ich von der Vielschichtigkeit der einzelnen Wesen unter den Fae, die in einer Gesellschaft leben, die auf Hass und Neid aufgebaut und durch Macht und Gier zerfressen ist. 

 

Ich kann hier nur eine klare Leseempfehlung aussprechen und dieses Buch gehört schon jetzt zu meinen Lieblingsbüchern.

Quelle: http://uwes-leselounge.blogspot.com/2017/08/rezension-das-reich-der-sieben-hofe.html

Eine Achterbahn der Gefühle

Quelle des Covers: Magellan Verlag

 

Im Hause Carbon hängt der Haussegen schief, denn die Eltern von Lizzy und Max haben plötzlich kein Verständnis mehr füreinander. Das Ganze wächst zu einer Ehekrise heran, als sich die Mutter in beruflicher Hinsicht weiterbilden möchte und sowohl den Haushalt und die Kindererziehung vernachlässigt. Der Vater kann die Beweggründe seiner Frau nicht nachvollziehen und blockt alles ab. So bleibt der Einkauf an Lizzy hängen, da der Vater nichts tut und lieber zur Flasche greift. Doch wäre das nicht alles schon genug für Lizzy, beginnt ihre beste Freundin Kristine sich plötzlich in jeden Jungen zu verknallen. Als Dominik, ein neuer Schüler, am Gymnasium auftaucht, ist Lizzy ganz hin und weg. Fühlt sich so Liebe an? Zum Glück gibt es ja noch Nils, den neuen Nachbarn, der Lizzy in allen Lebens- und Liebeslagen zur Seite steht. Aber als dieser sich plötzlich zurückzieht und ihr Bruder Max sich seltsam verhält, muss Lizzy erkennen, dass Liebe nicht immer einfach ist.


Bereits mit dem ersten Band Lizzy Carbon und der Klub der Verlierer konnte mich der Autor Mario Fesler begeistern, deshalb freute ich mich auf die Fortsetzung und ein Wiedersehen mit Lizzy und ihren Freunden. Und auch in Lizzy Carbon und die Wunder der Liebe geht es wieder humorvoll, sarkastisch und turbulent zu.

Kristine, Lizzy´s beste Freundin, hat Liebeskummer, da ihr Schwarm Billy nicht mit ihr zusammensein möchte. Lizzy kann ihr nicht wirklich helfen, da sie in Liebesdingen noch keine Erfahrung hat. So verkriecht sich Kristine zu Hause und schmollt vor sich hin. Wären dies nicht schon genug Probleme für Lizzy, braut sich zu Hause bei ihren Eltern eine echte Ehekrise zusammen. Ihre Mutter möchte plötzlich die Karriere vorantreiben, da sie diese auf Grund der beiden Kinder damals nicht machen konnte. Ihr Vater kann das Ganze nicht nachvollziehen. Er ist der Meinung, dass die Frau an den Herd gehört und sich um den Haushalt sowie um die Kindererziehung zu kümmern hat. So ist Lizzy mal wieder auf sich gestellt und vertraut sich weiterhin ihrem Tagebuch an. Dort schreibt sie alles hinein, was passiert ist, wie sie sich dabei gefühlt hat und lässt teilweise so richtig Dampf ab, was herrlich zu lesen ist.

Richtig lustig und chaotisch wird es im weiteren Verlauf der Geschichte, als ins Nachbarhaus ein junger Mann und Künstler einzieht. Lizzy und Nils freunden sich schnell an und er wird in allen Lebens- und Liebeslagen ein wichtiger Ansprechpartner. Auch Max, Lizzy´s Bruder, freundet sich mit ihm an und die beiden unternehmen einiges.

Der Ehestreit weitet sich immer mehr aus und Lizzy macht sich große Sorgen um ihre Eltern und das weitere Zusammenleben. Halt und Ablenkung findet sie bei Dominik der ihr gehörig den Kopf verdreht hat. In ihren Tagebucheinträgen schwärmt Lizzy regelrecht über ihn und sie ist zum ersten Mal verliebt. Auch wenn die Beiden die gemeinsame Zeit genießen, kommt der Alltag und die damit verbundenen Probleme schneller zurück, als gedacht.

Dominik hat mir gut gefallen. Er ist einfühlsam und empfindet ebenfalls sehr viel für Lizzy. Ich mochte ihn, da ich ihn als authentisch und für sein Alter als sehr reif empfand.

Lizzy ist noch erwachsener geworden, meistert ihr Leben relativ selbstständig, aber ihre oftmals unbedarften Äußerungen bringen sie des Öftern in komische Situationen, die mich immer wieder schmunzeln ließen. Gefallen hat mir, dass sich die Geschwister Lizzy und Max durch eine gemeinsame Aktion endlich etwas näher kommen und für einander einstehen können, wenn sie es wollen.

Kristine ist wieder voll in ihrem Element und doch hätte ich mir in dieser Geschichte einen etwas größeren Anteil von ihr gewünscht. Auch Popelino hat wieder seine Auftritte und auch bei ihm schlagen die Gefühle zu. Für wen, das lasse ich mal offen.


Auch im zweiten Band Lizzy Carbon und die Wunder der Liebe beschreibt Mario Fesler die Gefühlswelt der Teenager und die der Erwachsenen sehr gut und authentisch. Dabei lässt sich die Story flüssig und zügig lesen und ist nicht nur auf Grund der Tagebucheinträge, einfach genial. Denn die Charaktere sind mit viel Detailliebe und Vielschichtigkeit gestaltet, was die Geschichte abrundet. Themen wie die erste Liebe, mit all ihren Gefühlen und Ängsten, das Zusammenleben im allgemeinen, Emanzipation und gleichgeschlechtliche Liebe, verbindet der Autor hier in einer humorvollen und teils herrlich sarkastischen Geschichte, die mir angenehme Lesestunden beschert hat.

4,5 von 5 Nosinggläser

 

 

Quelle: http://uwes-leselounge.blogspot.com/2017/08/rezension-lizzy-carbon-und-die-wunder.html

Rezension - Infiziert von Teri Terry

 

 Titel: Infiziert

Autor: Teri Terry

Übersetzerin: Petra Knese

Verlag: Coppenrath

Ausgabe: Hardcover

Seite: 464

ISBN: 978-3-6496-2599-5

Preis: 19,95 €

 

Quelle des Covers: Coppenrath Verlag

 

 

Während eines Einkaufs im Supermarkt entdeckt Shay eine Vermisstenanzeige der 12-jährigen Callie. Dank ihrer Fähigkeit sich Ereignisse, Orte und andere Dinge zu merken, wird Shay bewusst, dass sie wohl eine der letzten Menschen war, die Callie gesehen hat. Geschockt von dieser Erkenntnis, dass sie Zeugin einer Entführung wurde, nimmt sie Kontakt zu Callies Halbbruder Kai auf. Gemeinsam mit der Polizei wollen die Beiden versuchen Callie zu finden, auch wenn die Tat schon über ein Jahr zurück liegt. 

 

Doch Callie wurde nicht nur entführt, sondern auch für gewisse Dinge, die ich nicht näher erläutern möchte, missbraucht. Durch einen Ausbruch innerhalb des Laborkomplexes gelangt der Erreger schließlich ins Freie und breitet sich nun über ganz Großbritannien aus.

 

Auf Ihrer Suche quer durch das ganze Land versuchen Shay und Kai seine Halbschwester zu finden. Dies wird immer schwieriger, da immer mehr Gebiete und Ortschaften unter Quarantäne gestellt werden, um eine Ausbreitung der tödlichen Krankheit zu verhindern. Als sich bei Shay erste Symptome der Krankheit zeigen, läuft Kai die Zeit davon. Wird er den Kampf um Shay gewinnen und seine Schwester jemals finden?

 


Ich mag die Bücher, die Ideen und den Schreibstil von Teri Terry sehr, deshalb musste ich ihre neue Dark Matter-Trilogie unbedingt lesen.


In Infiziert erfährt der Leser an der Seite von Shay, in einer Art Rückblende, wie es zum Verschwinden der 12-jährigen Callie kam und dass Shay die Letzte war, die sie gesehen hat. Kurzentschlossen nimmt Shay Kontakt zu Kai, dem Halbbruder von Callie, auf und erzählt ihm von ihren Beobachtungen. Dank ihres fotografischen Gedächtnisses kann Shay der Polizei den Tag der Entführung detailliert schildern und sie hofft, zur Aufklärung des Verbrechens beizutragen. Doch Shay möchte noch mehr tun, daher beschließt sie Kai auf der Suche nach seiner Halbschwester zu begleiten und das Rätsel um das Verschwinden zu lösen.

 

Dank der kurzen Kapitel und der Tatsache, dass die Geschichte sowohl aus der Sicht von Callie, als auch von Shay erzählt wird, entsteht während dem Lesen eine regelrechte Sogwirkung. Diese bewirkt, dass man einfach nicht aufhören kann zu lesen, weil man unbedingt wissen möchte, was hinter dem Ganzen steckt. Durch die Ausbreitung der tödlichen Krankheit werden immer mehr Ortschaften und Gebiete weiträumig durch das Militär abgesperrt, was die Suche nach Callie zusätzlich erschwert. Als Shay selbst Anzeichen der Erkrankung zeigt, ahnt Kai bereits, dass ihm wenig Zeit bleibt. Die Spannung nimmt noch weiter zu, als Shay und Kai von Soldaten verfolgt werden. Ab hier überschlagen sich fast die Ereignisse und ich bangte und hoffte, dass sich alles zum Guten wenden würde.

 

Shay hat mir gut gefallen und ich fand sie sehr interessant. Auf Grund ihrer Gabe hat sie es im Leben nicht leicht. Sie wird ständig von Mitschülern geärgert und hat nicht wirklich Freunde mit denen sie Zeit verbringen könnte. Aber sie lässt sich nicht unterkriegen und versucht das Beste aus ihrem Leben zu machen. Dabei ist sie mutig und hat das Herz auf dem rechten Fleck.

 

Callie ist ein aufgewecktes und kluges Mädchen. Sie hatte mich mit ihrem Charme und auf Grund der Tatsache, was ihr widerfahren ist, gleich in ihren Bann gezogen. Allerdings kann sie auch ein kleiner Dickkopf sein, wenn mal nicht alles nach ihren Vorstellungen läuft. Besonders ein Aspekt, den ich leider nicht näher beschreiben kann, fasziniert mich an ihr und hier erwarte ich in Band 2 und 3 noch einiges.

 

Kai hat mir ebenfalls gut gefallen, da er alles tut, um seine Halbschwester zu finden und niemals aufgibt. Dabei scheut er keine Konflikte und prügelt sich schon mal mit seinem Stiefvater. Auch wenn ich Gewalt nicht gut heiße, verdeutlicht es seine Liebe und Zuneigung gegenüber seiner Schwester. Durch die Kontaktaufnahme von Shay keimt neue Hoffnung in ihm auf, dieses Ziel endlich zu erreichen. Während der gemeinsamen Reise quer durch Schottland kommen sich die beiden näher und ich konnte seine Gefühlslage gut nachvollziehen.

 


Ein spannender und durchweg gelungener Auftakt der neuen Trilogie von Teri Terry, auch wenn die Idee mit dem Ausbruch einer tödlichen Seuche nicht wirklich neu ist und ich ein paar Dinge im Voraus geahnt habe, hat mir das den Lesespaß nicht genommen. 

 

Durch den wunderbaren Schreibstil, dem gewählten Mix aus Realität und Fiktion sowie einem Hauch Mystery, liest sich das Buch sehr schnell und ist dabei temporeich und sehr kurzweilig. Ich bin auf jeden Fall sehr gespannt, wie es mit Callie, Shay und Kai weitergeht und was hinter allem steckt - 4,5 von 5 Nosinggläser.

 

Quelle: http://uwes-leselounge.blogspot.com/2017/07/rezension-infiziert-von-teri-terry.html