Wenig Spannung & blasse Charaktere

Titel: Bloody Weekend

Autor: M. A. Bennett

Übersetzer: Sonja Häußler

Verlag: Arena

Ausgabe: Hardcover

Seiten: 344

ISBN: 978-3-401-60399-5

Preis:  16,00 €

 

Quelle des Covers: Arena Verlag

 

 



Greer ist auf dem St. Aiden Internat eher eine Außenseiterin. Ihr ist bewusst, dass sie keine Chance hat jemals zur dominierenden Clique der Medivals zu gehören. Und dass, obwohl sie die Regeln befolgt und auf ein Handy, das Internet und sogar Plastik verzichtet. Auch Shafeen und Chanel ergeht es nicht anders.


All das ändert sich plötzlich, als sie eine der drei begehrten Einladungen für ein Jagdwochenende auf dem Landsitz von Henry de Warlencourts Eltern erhält. Zunächst geht Greer noch von einer Verwechslung aus, doch dieser Gedanke wird schnell zerstreut, als Esme, eine der Mädels aus dieser Gruppe, in der Nähe ihres Zimmers auf sie wartet.


Greer fühlt sich geschmeichelt und freut sich auf das Wochenende, auch wenn es bedeutet auf Tiere zu schießen. Kurz vor ihrer Abreise flüstert ihr eine Schülerin zu, sie solle die Einladung bloß nicht annehmen. Doch Greer lässt erst keine Zweifel aufkommen und fährt mit den anderen auf Longcross Hall. 

 


Der Klappentext von Bloody Weekend von M. A. Bennett (Arena) klang nach einer spannenden und fesselnden Story mit reichlich Nervenkitzel. Die ersten Seiten beginnen sogleich mysteriös, warten sie doch mit einer erschreckenden Tatsache auf. Erzählt wird die Handlung aus der Ich-Perspektive von Greer und so erfährt man, ihren Alltag am St. Aiden Internat, kurz genannt STAGS, und bekommt die Anfeindungen und verbalen Auseinandersetzungen zwischen den Außenseitern und der gefürchteten Clique, den Medivals, so hautnah mit. 

 

Greer wurde von ihrem Vater alleine großgezogen, da die Mutter kurz nach ihrer Geburt die Familie verlassen hat. Daher ist es wenig verwunderlich, dass sie ein sehr enges und liebevolles Verhältnis zu ihm hat. Dieses spiegelt sich auch in einem gemeinsamen Hobby der beiden wieder und zieht sich wie ein Faden durch die Story. Denn beide vergleichen Situationen, in die sie hineingeraten, gerne mit Filmen, wie zum Beispiel Indianer Jones, James Bond, Ritter aus Leidenschaft oder Stolz und Vorurteil. War dies zunächst noch ganz treffend, wurde es mir aber im weiteren Verlauf der Handlung ein wenig zu viel. Irgendwann störte es mich sogar, da die Gegenüberstellungen des Öfteren mit einer Frage endeten, ob man diesen oder jenen Film kennen würde.


Greer mochte ich zwar, aber sie lässt sich doch sehr leicht beeinflussen, gerade von Henry de Warlencourt. Denn dieser weiß nur allzu gut, welche Wirkung er auf Frauen hat und nutzt dieses auch immer wieder aus. 

 

Neben Greer lernt der Leser auch die beiden Personen Shafeen und Chanel, kurz Nel, die ebenfalls eine Einladung zu diesem Wochenende erhielten, kennen. Shafeen, ein junger indischer Prinz, war mir etwas zu undurchsichtig und ich war mir lange Zeit nicht sicher, was seine Beweggründe waren, dieser Einladung Folge zu leisten.


Auch bei Nel ging es mir ähnlich, sie ist sehr distanziert und verschlossen. Denn ihr Vater wurde durch eine revolutionäre Entwicklung, einer Kombination aus Handy und Tablet, von heute auf morgen sehr reich. Dabei würden beide Jugendliche in diese reiche und versnobte Welt der Medivals recht gut hineinpassen.

 

Die Handlung plätscherte zunächst etwas dahin. Spannender wurde es, als die drei ausgewählten Außenseiter zusammen mit den Medivals, in Person des Anführers und zugleich Gastgebers Henry de Warlencourt, seinem Stellvertreter Cooksen sowie Piers und den jungen Frauen Charlotte, Lara und Esme, auf dem Landsitz von Longcross Hall eintreffen. Das Wochenende steht unter dem Motto Jagen, Schießen und Fischen.

 

Die sechs jungen Männer und Frauen entstammen allesamt aus wohlhabenden englischen Aristokratenfamilien. So wird festlich diniert und das Dienstbotenpersonal entsprechend behandelt. Allesamt waren sie mir unsympathisch und besonders Henry war mir unheimlich. Ist er in der einen Situation noch charmant und zuvorkommend, kann er in der anderen Sekunde herzlos und gefühlskalt sein. Ein wahres Chamäleon.

 

Während des Aufenthaltes auf dem schönen Anwesen kommt es bei Chanel und Shafeen zu ominösen Zwischenfällen und in Greer erwacht ein ungutes Gefühl. Was führen Henry und seine Freunde im Schilde und wozu dient dieses Wochenende wirklich? Hat Greer die Warnung der Schülerin leichtfertig abgetan?

 

Kurz darauf müssen sie um ihr Überleben kämpfen, denn erst jetzt hat die Jagd wirklich begonnen...

 


Bloody Weekend von M. A. Bennett (Arena) lässt mich etwas zwiegespalten zurück. Gut zwei Drittel des Buches zog sich die Geschichte dahin und ich fragte mich, wann der Nervenkitzel und die Spannung einsetzen würden. Dies geschah leider erst im letzten Drittel.

 

Die gewählte Thematik versnobter Kinder aus wohlhabenden englischen Hochadelsfamilien, die eine eigene Interpretation des Jagens zelebrieren, gefiel mir, weshalb ich wissen musste, was dahinter steckte. Daher vergebe ich gute 3,5 von 5 Nosinggläser.

 

 

 

 

 

 

 

 

Gemäß § 2 Nr. 5 TMG kennzeichne ich diese Rezension als Werbung. In meinem Beitrag befindet sich (zu informativen Zwecken) eine Verlinkung zur Webseite des Verlags, in welchem das Buch erschienen ist. Ihr erhaltet somit auch weitere Informationen zum Buch, zum Autor sowie eventuell auch zu weiteren Romanen.

Quelle: http://uwes-leselounge.blogspot.com/2018/07/rezension-bloody-weekend-von-m-bennett.html