Eine lustige Geschichte und toller Roadtrip, die ich sehr gerne empfehlen kann.

Titel: Acht Städte, sechs Senioren, ein falscher 

Name und der Sommer meines Lebens

Autor: Jen Malone

Übersetzerin: Jessika Komina & Sandra Knuffinke

Verlag: Magellan

Ausgabe: Hardcover

Seiten: 318

ISBN: 978-3-7348-5034-9 

Preis: 17,00 €

 

Quelle des Covers: Magellan Verlag

 


 

 

Durch einen dummen Zufall muss die 17 jährige Aubree, die ihre Wohlfühloase noch nie verlassen hat, plötzlich für ihre Schwester Elizabeth einspringen. Aubree ist ein wenig tollpatschig und bisher muste sie keinerlei Verantwortung übernehmen. Ausgerechnet jetzt soll Aubree eine Seniorenreisegruppe quer durch Europa begleiten. Dieses Vorhaben muss gelingen, da hier viel von Elizabeth´s Zukunft abhängt.

 

Elizabeth hat Aubree alles in einem Ordner zusammengestellt, was sie als Reiseleiterin benötigt. Blöd nur, wenn ausgerechnet die "Lebensversicherung" auf dem Flug abhandenkommt. Völlig auf sich gestellt, begibt sich Aubree auf eine Abenteuerreise und lässt dabei fast kein Fettnäpfchen aus.

 

Alles könnte gut werden, würde ihre Gefühlswelt nicht über den Haufen geworfen werden, als sie am ersten Abend mit dem Sam, von der  Reiseargentur, telefoniert. Als sich die beiden, auf Grund eines Unfalls einer der Reisenden, dann gegenüber stehen, fahren Aubrees Gedanken und Magen Achterbahn.

 

 

Bei Acht Städte, sechs Senioren, ein falscher Name und der Sommer meines Lebens (Magellan) von Jen Malone erhoffte ich mir eine humorvolle und leichte Reiselektüre. Diese bekam ich zwar auch, allerdings auch so vieles mehr. Dank einem sehr lustigen, lockeren und bildlichen Schreibstil konnte ich mich von Beginn an in die Geschichte hineinfallen lassen. 


Eindrucksvoll beschreibt Jen Malone, dass wir Menschen im Allgemeinen anderen oft nichts zuzutrauen und uns anmaßen, diese auch noch zu kennen. So ergeht es auch Aubree, die durch ein Missgeschick, ihrer großen Schwester plötzlich einen Gefallen schuldet. Obwohl Aubree bisher immer im Schatten von Elizabeth stand und aus ihrer Komfortzone "Elternhaus" am liebsten nicht weg möchte, wagt sie den Schritt ins wahre Leben. So tritt sie an Stelle von Elizabeth die Reise nach Europa an und fliegt trotz eigener Bedenken über den großen Teich, fest entschlossen, es sich und ihrer Schwester zu beweisen. Aber schon der Beginn ihrer Karriere als Reiseleiterin startet sehr bescheiden, denn Aubree verliert ihre Reiseunterlagen und ihr Handy im Flugzeug. Als ihr dies auffällt, ist es bereits zu spät. Unsicher, wie sie nun weitermachen soll, begibt sie sich zum Informationsschalter der Fluggesellschaft, um dort Hilfe zu erhalten. 


Aubree hat mir richtig gut gefallen und ich konnte mich sehr gut in sie hinein versetzen. War sie zunächst eher widerwillig bei der Sache und trat diese Reise mehr aus Schuldgefühlen Elizabeth gegenüber an, muss Aubree doch im weiteren Verlauf feststellen, dass sie an den gemachten Erfahrungen wächst. Während ihrer Tour durch die Niederlande, Ungarn, Österreich und Italien merkt Aubree, dass ihr die rüstige Seniorentruppe mehr und mehr ans Herz gewachsen ist, was ihr Selbstvertrauen verleiht. So kriecht sie aus ihrem Schneckenhaus heraus und betrachtet die Welt Zusehens mit anderen Augen. Diese Entwicklung und die getroffenen Entscheidungen von Aubree empfand ich als authentisch.


Leicht machen es ihr aber auch die sechs Senioren, die Aubree betreuen soll. Allen voran der sehr sympathische Mr. Fenton und die beiden liebreizenden Damen Emma und Mary. Aber auch das texanische Ehepaar Hank und Maisy, die nur Augen für sich haben sowie die in sich gekehrte Dolores gehen rücksichtsvoll mit ihr um. Trotz Aubrees Bedenken bezüglich des Schwindels, könnte es nicht besser laufen.


Dies ändert sich, als Sam in ihr Leben tritt. Der junge Mann, mit dem sie zunächst nur telefoniert hat, fasziniert sie auf eine bisher ungeahnte Art und Weise. Komplizierter wird es, als Sam, bedingt durch einen Unfall, als Verstärkung zur Gruppe stößt. 

 

Sam ist ein lustiger und sympathischer junger Mann, der mir ebenfalls gut gefallen hat. Natürlich kommt die enthaltene Liebesgeschichte nicht gänzlich unerwartet, doch wie sich Aubree und Sam immer näher kommen, gefiel mir. Dabei ist Sam einfühlsam und zuvorkommend, aber auch witzig und charmant zugleich.

 

Neugierig und gespannt verfolgte ich, ob es Aubree gelingen würde, das Chaos in den Griff zu bekommen oder ob das Lügengebäude über ihr zusammenbrechen würde.

 

 

Lustig, locker und zugleich sehr bewegend beschreibt Jen Malone in Acht Städte, sechs Senioren, ein falscher Name und der Sommer meines Lebens (Magellan) Themen wie die erste Liebe, Mut an sich zu glauben, das Erwachsen werden, aber auch, dass man von älteren Menschen immer noch etwas lernen kann. Eine tolle und vor allem wichtige Botschaft, wie ich finde.

 

Ein Roadtrip quer durch tolle Städte wie Amsterdam, Wien und Venedig, um nur ein paar zu nennen, der mir unheimlich viel Spaß gemacht hat zu lesen - 4,5 von 5 Nosinggläser.

 

 

Quelle: http://uwes-leselounge.blogspot.com/2018/04/rezension-acht-stadte-sechs-senioren.html