Schöne Idee, aber an der Umsetzung haperte es

Titel: Das Zeiträtsel

Autor: Madeleine L´Engle

Übersetzer: Wolf Harranth

Verlag: Piper / You & IVI

Ausgabe: Hardcover

Seiten: 208

ISBN: 978-3-492-70491-5

Preis: 10,00 €

 

Quelle des Covers: Piper Verlag

 

 


 

 

Meg ist ein Mathegenie und hat eine recht eigenwillige Auffassung von Autorität, weshalb sie des Öfteren in der Schule Ärger mit Schülern und Lehrern bekommt. Und auch mit ihrem kleineren Bruder Charles, der über eine seltsame Begabung zu verfügen scheint, kommt sie nicht immer klar. Trotzdem liebt sie ihn über alles. Megs Problem ist auch damit begründet, dass vor ein paar Jahren ihr Vater, ein berühmter Wissenschaftler, von jetzt auf gleich spurlos verschwunden ist und sie darunter sehr zu leiden hat. Ihre Mutter, Miss Murphy, versucht zwar alles, um den Kindern eine gutes und behütetes Zuhause zu gewährleisten, doch dies nur mit mäßigem Erfolg. 


Als in einer sturmgepeitschten Nacht plötzlich eine fremde Frau in der Küche der Murphys sitzt und behauptet, dass das "tessern" funktioniert, wird das Gesicht der Mutter ganz weiß. Mit dieser Behauptung ist Megs und Charlies Neugierde geweckt und in Meg keimt so etwas wie Hoffnung auf, ihren Vater doch zu finden.


Charlie und Meg möchten mit Hilfe der Frauen herausfinden, was mit Mr. Murphy geschehen ist. Unterwegs sie Calvin, einem älteren Jungen ihrer Schule, der sich ihnen aus verschiedenen Gründen anschließt. Und so erfahren die drei Jugendlichen, dass Mr. Murphy auf dem entfernten Planeten Camazotz von einer bösen Macht mit dem Namen ES gefangen gehalten wird und es bisher niemanden gelungen ist, sich seiner Macht zu entziehen.


So versuchen Meg, Charlie und Calvin den Kampf gegen ES aufzunehmen und Mr. Murphy zu befreien.

 

 

Da mir Geschichten um und über die Zeit gefallen und ich die Ideen bzw. Möglichkeiten dahinter faszinierend finde, musste ich natürlich Das Zeiträtsel von Madeleine L´Engle (you&IVI) lesen.

 

Doch leider gefiel mir die Umsetzung der Handlung im Buch nicht wirklich. Der Beginn ist recht abgehackt und schnell, so dass ich keinen wirklichen Bezug zu den Charakteren und der Geschichte aufbauen konnte. Erst als die Handlung auf dem Planeten Camazotz spielte, wurde das Ganze etwas eindeutiger und zielstrebiger.


Meg kam mir doch recht engstirnig und irgendwie unreif vor. Sie ist bockig, widerspenstig und traurig, da sie ihren Vater schrecklich vermisst, doch trotzdem kann sie Autoritätspersonen, wie z. B. Lehrer, nur schwer akzeptieren. Geschweige denn gehorchen, dies bringt ihr immer wieder Ärger ein und macht sie darüber hinaus zu einer Außenseiterin in der Schule.


Ihren kleiner Bruder Charlie fand ich dagegen recht interessant, da er etwas Mystisches ausstrahlte und für mich undurchschaubar blieb. So rätselte ich, was es mit seinen "Fähigkeiten" auf sich hat, doch auch hier blieb vieles Stückwerk.


Und mit Calvin konnte ich in der Geschichte auch nicht wirklich etwas anfangen. Ich fragte mich, was das Ganze mit ihm zu tun haben würde, bekam hier allerdings auch keine wirkliche Antwort auf meine Frage.

 

Die Grundidee, die Zeit so zu "falten", dass eine Reise möglich ist, gefällt mir, doch die Umsetzung ließ mich leider unbefriedigt zurück. Dies finde ich sehr schade, da man hieraus bestimmt eine tolle und spannende Story hätte machen können. Meine Hoffnung setze ich daher in die Verfilmung und der Trailer verspricht zumindest etwas mehr Action.

 

 

Ich bin von Das Zeiträtsel von Madeleine L`Engle (you&IVI) schlichtweg enttäuscht, da mir die Handlung zu abgehackt und zu konstruiert vorkam.

 

Keine Spannung und gepaart mit Charakteren ohne Tiefe, ließen mich mehr als ernüchternd das Buch zuklappen - 2 von 5 Nosinggläser.

 

 

Quelle: http://uwes-leselounge.blogspot.com/2018/04/rezension-das-zeitratsel-von-madeleine.html