Ein äußerst eigenwilliger Schreibstil, der nicht meiner war.

Titel: Ivory & Bone

Die Geschichte von Mya und Kol

Übersetzer: Rainer Schmidt

Verlag: Fischer / Sauerländer

Ausgabe: Hardcover

Seiten: 368

ISBN: 978-3-7373-5344-1

Preis: 16,99 €

 

Quelle des Covers: Sauerländer Verlag

 

 

 

 

Kol ist der älteste Sohn des Oberhaupts seines Stammes und somit Nachfolger seines Vaters, wenn dieser stirbt. Da es innerhalb der Gemeinschaft keine heiratsfähigen Frauen gibt, versucht der Clan der Manu Kontakt zu anderen Menschen aufzunehmen. Bei einer gemeinsamen Jagd der beiden Clans Manu und Olen, sollen Kol und Mya sich näher kennenlernen. Als Kol ein Fehler passiert, straft ihn Mya mit Verachtung und der Plan scheint fehlgeschlagen zu sein.


Als ein weiterer Clan sein Lager in der Nähe der Manu aufschlägt, hoffen Kols Eltern, hier mehr Glück zu haben. Als ein dunkles Geheimnis offenbart wird, muss Kol den Kampf aufnehmen, um seinen Stamm und den von Mya zu retten.

 

 

Ivory & Bone. Die Geschichte von Mya und Kol von Julie Eshbaugh klang vom Klappentext her gut und da ich bisher noch keine Handlung, die in der Steinzeit spielt, gelesen habe, war ich neugierig. Doch leider wurde ich regelrecht enttäuscht. Dies ist vor allem dem sehr gewöhnungsbedürftigen Schreibstil der Autorin geschuldet. Denn die Story wird von Kol an Mya erzählt und diese Art der Erzählung machte es mir nicht leicht, das Buch zu lesen. So spricht er Mya immer wieder mit "Du" an, was mich irritierte. Deshalb konnte ich keine Beziehung zu den Charakteren aufbauen und es fehlte mir die gewisse Tiefe. Die Idee und die Geschichte an sich hat mir gut gefallen und auch das Setting, welches in der Steinzeit spielt, wusste zu überzeugen. Die dort lauernden Gefahren, von einem Säbelzahntiger getötet oder durch zu wenig Nahrung zu sterben, waren allgegenwärtig. Dank dieser Beschreibungen konnte ich mir das entbehrliche und karge Leben gut vorstellen.

 

Wäre der Aufbau ein anderer gewesen und aus der Sicht einer beteiligten Person erzählt worden, so hätte mir das Buch mit Sicherheit mehr zugesagt. Alles plätscherte nur so dahin und ich war mehrfach am überlegen, ob ich das Buch vorzeitig abbrechen soll. Erst auf den letzten knapp 80 Seiten änderte sich der Schreibstil plötzlich und es kam etwas Spannung auf, was meine Meinung aber nur unwesentlich beeinflusste.

 

Kol ist ein sehr nachdenklicher und schüchterner Junge, der wohlüberlegt handelt und sein Herz auf dem rechten Fleck hat. Trotz seines Fehlers während der Jagd kann er die Verachtung von Mya gegenüber ihm nicht nachvollziehen und doch spürt er, dass sie eine gemeinsame Verbindung haben. 


Pek, der jüngere Bruder von Kol, ist das genaue Gegenteil von ihm. Pek ist eher der spontane Typ, der sich seiner Selbst sehr sicher ist. Er handelt erst und denkt dann über die Konsequenzen nach. Als er sich in Seeri, die jüngere Schwester von Mya, verliebt, ist das Chaos zwischen den beiden Clans perfekt.


Zwar konnte ich Myas Verhalten und deren Ablehnung gegenüber Kol nachvollziehen und dennoch kam mir dieses nur halbherzig vor. Denn für die vorangegangenen Geschehnisse kann Kol nichts. So merkt Mya im weiteren Verlauf, dass ihr Kol wichtiger ist, als sie sich eingestehen wollte.

 

 

Leider konnte mich Ivory & Bone. Die Geschichte von Mya und Kol von Julie Eshbaugh aus dem Sauerländer Verlag nicht wirklich überzeugen. Ein sehr gewöhnungsbedürftiger Schreibstil mit insgesamt blasser, kaum vorhandener Tiefe bei den Charakteren und einer dahinplätschernden Geschichte ließen mich etwas ernüchternd das Buch zuklappen.


Meiner Meinung nach hätten etwas mehr Spannung sowie ein flüssigerer Schreibstil der Story gut getan. So kann ich leider nur 2 von 5 Nosinggläser vergeben.

 

Quelle: http://uwes-leselounge.blogspot.com/2017/10/rezension-ivory-bone-die-geschichte-von.html