Spannend, nicht vorhersehbar und einfach toll geschrieben

Titel: Aquila

Verlag: Loewe

Ausgabe: Klappenbroschur

Seiten: 432

ISBN: 978-3-7855-8613-6

Preis: 16,95 €

 

Quelle des Covers: Loewe Verlag


 

 

 

Als Nika mit Jeans und T-Shirt in ihrem Bett erwacht, ahnt sie nicht, was die nächsten Stunden und Tage für sie bereithalten werden. Ihr Kopf fühlt sich an, als hätte sie zu viel getrunken und völlig über die Stränge geschlagen, was eigentlich nicht ihre Art ist. Leicht desorientiert schleppt sie sich ins Bad und sieht eine Nachricht mit den Worten "Letzte Chance" auf dem Badezimmerspiegel.

 

Auf der Suche nach Antworten durchwühlt sie ihre Jeans und findet einen Zettel mit seltsamen Botschaften und Anweisungen. Noch mysteriöser wird das Ganze, als Nika feststellt, dass Jenny wie vom Erdboden verschluckt ist. Auch ihr Handy, ihre Schlüssel und ihr Pass sind verschwunden und weshalb ist die Wohnungstür verschlossen? Ist die gemeinsame Party mit Jenny und ihrem Freund Lennard so ausgeartet? Hat sie sich daneben benommen? Alles Fragen, auf die Nika keine Antworten erhält.

 

Fest davon überzeugt, dass es Sonntag ist schaltet sie den Fernseher ein und muss zu ihrem Schrecken feststellen, dass es bereits Dienstag ist. Nika fehlen somit zwei Tage, an die sie sich nicht erinnern kann.


So bleibt Nika nichts anderes übrig, als diese zwei Tage irgendwie zu rekonstruieren. Doch wie soll ihr dabei dieser ominöse Zettel helfen und wo steckt Jenny?

 


Ursula Poznanskis neues Jugendbuch Aquila klang vom Klappentext schon sehr geheimnisvoll und meine Neugierde, was mit Nika geschehen ist, war sofort geweckt. Die Story beginnt ohne große Erklärungen mit dem Erwachen von Nika in ihrem Bett. Der Leser hat den gleichen Stand wie die Protagonistin, nämlich absolut keine Ahnung über die vergangenen Ereignisse, was mich ebenfalls faszinierte. So begab ich mich gemeinsam mit Nika auf Recherche, um die Hintergründe zu erfahren. Obwohl ich ein geübter Krimi- & Thrillerleser bin, konnte mich die Autorin immer wieder auf eine falsche Fährte locken.


Nika ist für ein Jahr in Siena, um ein Auslandsstudium zu absolvieren. Eines Abends geht sie mit ihrer Mitbewohnerin Jenny und deren Freund Lennard feiern. Zwar hat sie noch ein paar Erinnerungen an diesen Abend, doch diese sind lückenhaft oder die wenigen Bilder sind nur verschwommen zu erkennen. Da Jenny nicht da ist, verspricht sich Nika Hilfe von Lennard. Und obwohl dieser ein wenig Licht in die Angelegenheit bringen kann, hilft dies Nika nicht wirklich weiter. So versucht sie diese Nacht auf eigene Faust nachzuvollziehen und stößt auf noch mehr Ungereimtheiten.


Nika hat mir gut gefallen, da sie willensstark und mutig ist. Als dann noch die Polizei ins Spiel kommt, konnte ich ihre Angst, die Wut und Enttäuschung über die wenigen Erfolge, die sie errungen hatte, nachvollziehen. Und trotzdem gab sie niemals auf, was mich beeindruckte. Hilfe bekommt sie von dem gutaussehenden und attraktiven Stefano, den sie durch eine Mitstudentin kennenlernt. Aber kann sie ihm wirklich vertrauen?


Stefano konnte ich ihn auch nicht wirklich einschätzen. Er kümmert sich zwar auffallend rührend um Nika, aber ich fragte mich, was wohl dahinter stecken mochte. Nichtsdestotrotz kam ich nicht umhin, ihn sympathisch zu finden und seine Beweggründe konnte ich gut nachvollziehen.

 

Viel mehr möchte ich über die Story nicht erzählen, da man dieses Buch einfach selbst lesen und gemeinsam mit der Protagonistin die Geheimnisse entdecken muss. Dabei ist Aquila stets spannend, mysteriös und einfach nur toll geschrieben. Immer wieder konstruierte ich mir ein Bild über die Geschehnisse. Dachte ich, nun wäre es mir gelungen, etwas Licht ins Dunkle zu bringen, sah ich mich gezwungen, dieses im nächsten Moment wieder zu verwerfen. Diese Art der Rätsel mag ich sehr und ich verbrachte ich tolle Lesestunden mit der  Geschichte.

 


Obwohl ich bereits einige Krimis & Thriller gelesen habe, konnte mich Ursula Poznanski immer wieder auf eine falsche Fährte locken. Spannend und mit vielen Ideen und Wendungen hat die Autorin hier eine tolle Geschichte in einer wunderbaren Kulisse geschaffen. Den Schreibstil empfand ich als sehr bildlich und ich fühlte mich während dem Lesen als ob ich selbst in Siena gewesen wäre.

Ich kann Aquila jedem empfehlen, der gerne miträtselt und Vermutungen anstellt, was geschehen sein könnte. Sehr gute 4 von 5 Nosinggläser.

Quelle: http://uwes-leselounge.blogspot.com/2017/09/rezension-aquila-von-ursula-poznanski.html